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Nicht nur Sprit und Gas werden teurer: Plettenberger
müssen auch höhere Gebühren zahlen

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Von: Johannes Opfermann

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Leitungswasser
Wer viel Wasser verbraucht, muss für das Abwasser in Plettenberg zukünftig mehr bezahlen. © Roland Weihrauch/dpa

In den vergangenen Monaten hat sich der Bürger bereits – wegen der steigenden Rohstoffpreise – auf höhere Strom- und Gaskosten einstellen müssen. Auch beim Tanken müssen Autofahrer immer tiefer in die Tasche greifen.

Da wird es den Plettenberger Bürgern kaum gefallen, dass sie sich 2022 auch auf einige Gebührenerhöhungen gefasst machen müssen. So werden auf den Friedhöfen höhere Beträge erhoben und auch bei der Abfall- und Abwasserbeseitigung wird an der Preisschraube gedreht.

Die Gebührenerhöhungen und die entsprechenden Satzungsänderungen stehen auf der Tagesordnung der Ratssitzung, die am Dienstag, 7. Dezember, ab 17 Uhr im Ratssaal stattfindet.

Friedhöfe

In ihrer Kostenkalkulation für 2022 geht die Verwaltung davon aus, dass die Gesamtkosten für den Betrieb der Friedhöfe auf knapp 251 813 Euro steigen – rund 23 854 Euro mehr als 2020 angesetzt wurde. Zwar sinken die Kosten für einzelne Bereiche – etwa die Bewirtschaftungskosten – , doch steigende Kosten beispielsweise bei der Friedhofsunterhaltung und einer Unterdeckung in den Vorjahren führen zu den Kostensteigerungen insgesamt.

Dies wirkt sich auf die Gebühren aus, die mit wenigen Ausnahmen ansteigen, und das zum Teil deutlich, angefangen bei den Beerdigungskosten. Für die Erdbestattung eines Erwachsenen beträgt 2022 die Gebühr 749,40 Euro – fast 100 Euro mehr als 2020, als die Gebühr auf 650 Euro festgesetzt wurde. Die Erdbestattung eines Kindes kostet künftig 327,40 Euro (2020: 273, 90 Euro). Für eine Urnenbestattung muss ebenfalls einiges mehr bezahlt werden: Hier steigt die Gebühr von 157 Euro auf 197,80 Euro.

Auch für die Nutzungsrechte der Grabstätten steigen die Gebühren. So steigt – um einige Beispiele zu nennen – die Gebühr für ein Reihengrab auf 2071,20 Euro (160,60 Euro mehr), für ein Gemeinschaftsreihengrab auf 2285,60 Euro (plus 169,30 Euro) und für ein Kinderreihengrab (bis zum 5. Lebensjahr) auf 1017,60 Euro (plus 77,80 Euro). Für ein Urnengemeinschaftsgrab beträgt die Gebühr künftig 1119,90 Euro (plus 140,90 Euro) beziehungsweise 1137,50 Euro für ein naturnahes Urnengemeinschaftsgrab auf dem Waldfriedhof Ohle (plus 133,10 Euro). Das Nutzungsrecht für ein Wahlgrab mit zwei Grabstellen steigt um 201 Euro auf 3347,70 Euro.

Wer die Kapelle nutzen möchte, muss sich ebenfalls auf höhere Kosten einstellen. Für die Kapellennutzung werden 2022 Gebühren in Höhe von 369,30 Euro erhoben (2020: 306,70 Euro). Für die Benutzung der Leichenhalle wird dagegen weniger berechnet, und zwar 210,60 Euro (minus 25,80 Euro). Auch die Grabmalgenehmigung kostet mit 20,90 Euro weniger als vorher (2020: 23,60 Euro).

Abfallentsorgung

2022 soll mehr Müll anfallen als 2020: Die Prognose geht insgesamt von einer starken Zunahme der Gesamtabfallmenge auf 7 720 Tonnen aus (2020: 7340 Tonnen). Bei der Entsorgung wird somit für 2022 mit einer Kostensteigerung gerechnet. Laut Kalkulation liegen sie um 155 700 Euro höher (Kosten rund 3,15 Millionen Euro).

Für die Gebührensätze bedeutet dies eine Erhöhung der Gebühr um 9 Cent je Tonne auf 407,94 Euro pro Tonne. Die Gebührensätze sollen sich demnach im Umleersystem auf 84,60 Euro je Einwohner (5,40 Euro mehr als 2020 veranschlagt) beziehungsweise 1,88 Euro je Liter Behältervolumen (12 Cent pro Liter mehr). Bei einer 14-täglichen Abfuhr wären das beispielsweise für ein 60-Liter-Gefäß 112,80 Euro, das sind 7,20 Euro mehr als 2021. Für eine 120-Liter-Tonne wären 225,40 Euro fällig, also 14,40 Euro mehr als vorher. Für eine Mülltonne mit 240 Liter Volumen beträgt die Gebühr 451,20 Euro; ein Anstieg von 28,80 Euro. Im Wechselsystem wären es 40,79 Euro je 100 Kilogramm Abfall, ein Anstieg von einem Cent gegenüber 2020.

Abwasser

Auch die Entwässerungsgebühren werden erhöht, da die Gesamtkosten für die Beseitigung des Schmutzwassers laut Kalkulation für 2022 auf ca. 3,68 Millionen Euro steigen (die Prognose für 2020 betrug ca. 3,64 Millionen Euro). Wer nicht Mitglied des Ruhrverbands ist, zahlt künftig 2,89 Euro pro verbrauchten Kubikmeter Wasser – ein Anstieg von 16 Cent gegenüber der Kalkulation für 2020. Für Ruhrverbandsmitglieder, die bereits Verbandslasten oder Abgaben an den Ruhrverband abführen müssen, beträgt die Schmutzwassergebühr künftig 1,45 Euro pro Kubikmeter – auch hier sind es 16 Cent mehr.

Die Niederschlagswassergebühr steigt um 5 Cent je Quadratmeter bebauter, befestigter oder unbefestigter Grundstücksfläche. Für diejenigen, die als Ruhrverbandsmitglieder bereits zu Abgaben herangezogen werden, sind es damit 60 Cent pro Quadratmeter, für alle übrigen 76 Cent pro Quadratmeter Fläche.

Kleinkläranlagen

Für die Entsorgung des Klärschlamms aus Kleinkläranlagen und Sammelgruben sinken dagegen die Gebühren um 2,55 Euro pro Kubikmeter auf nun 95,08 Euro pro Kubikmeter. Es wird für 2022 mit einer Abnahme der Klärschlammmenge um 31 Kubikmeter auf 134 Kubikmeter gerechnet, da die Grundstücksentwässerung modernisiert, Abfuhrintervalle reduziert und einige Grundstücke inzwischen an das Kanalnetz angeschlossen wurden. Zudem habe sich die Einwohnerzahl auf den betreffenden Grundstücken verringert.

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