Nicht alle Ausbildungsstellen sind besetzt

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Der gefragteste Ausbildungsberuf im Märkischen Kreis war im August der des Kaufmanns im Einzelhandel. Besondere Flexibilität ist heute von den Ausbildungswilligen gefragt, denn dieser Beruf gehört auch zu den Top-5 der unbesetzten Ausbildungsstellen. 24 Lehrstellen waren dagegen im Schornsteinfeger-Handwerk noch z u vergeben. Quelle: Agentur für Arbeit

Plettenberg - Am 1. August und auch am 1. September begann für viele Jugendliche mit dem Ausbildungsstart ein völlig neues Leben. Doch nicht alle Ausbildungsplatz-Bewerber konnten bisher versorgt werden – das meldet die Agentur für Arbeit Iserlohn.

Demnach suchten im Kreisgebiet im August noch 501 Bewerber einen Ausbildungsplatz – 592 Stellen waren noch unbesetzt. Auch in der Vier-Täler-Stadt und der Ebbegemeinde sind viele Ausbildungsplätze noch nicht an Bewerber vergeben worden. Daher rät Sandra Pawlas, Chefin der Agentur für Arbeit Iserlohn, unversorgten Jugendlichen dazu, nicht zu verzweifeln: „Mit dem 1. August oder September sind keine Türen und Tore verschlossen – Ausbildungen können, je nach Entscheidung der Arbeitgeber und Berufsschulen, auch noch bis Mitte November begonnen werden.“

Allerdings weist die Zahl der gemeldeten Ausbildungsstellen seit Oktober 2016 eine Verringerung um rund sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf: Demnach waren 3 135 Stellen gemeldet worden, seit Oktober 2016 haben sich 3 145 Jugendliche an die Berufsberatung der Agentur für Arbeit gewandt.

Zu den gefragtesten Ausbildunsgberufen im Kreis gehörten im vergangenen Monat Kaufmann im Einzelhandel, im Büromanagement und Verkäufer. Demgegenüber waren vor allem im Schornsteinfeger-Handwerk, im Einzelhandel und bei der Ausbildung zum Verkäufer noch einige Stellen unbesetzt.

Das Handwerk im Allgemeinen klagt bereits seit Jahren über Nachwuchssorgen – besonders groß ist die Not bei den Schornsteinfegern, für die im August im MK immerhin 24 freie Ausbildungsstellen gemeldet wurden.

Der Bundesverband des Schornsteinfeger-Handwerks erklärte bereits vor einigen Jahren, dass in der Öffentlichkeit ein unvollständiges Bild dieses Berufs existiere. Gerade bei vielen Jugendlichen gelte dieses Handwerk „schlicht als Nischenberuf mit Exotenfaktor.“ Mehrere hundert Lehrstellen sollen bundesweit unbesetzt sein. Dabei müsse ein Schornsteinfeger längst nicht mehr nur Kamine reinigen; er sei heute eher als Dienstleister und Berater rund um Heizung und Energie anzusehen.

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