Bürgermeister: "Haben uns falsch und fehlerhaft verhalten"

Bürgermeister Ulrich Schulte (Mitte), hier mit Mitgliedern des P-Weg-Teams, gibt offen Fehler beim Umgang mit dem P-Weg zu.

Plettenberg - Nach der  Erklärung der  Ratsfraktionen zum Rücktritt des P-Weg-Teams bezieht Bürgermeister Ulrich Schulte erneut Stellung zu der Marathonveranstaltung  und äußert sich  im Namen der Verwaltung.

Ich widerspreche ausdrücklich der Annahme, dass die Verwaltungsleitung das Ehrenamt im Allgemeinen oder das P-Weg-Team im Speziellen nicht wertschätzt und achtet. Uns ist allen bewusst, wie wichtig das P-Weg-Marathonwochenende für unsere Stadt ist und welchen Wert die Arbeit des Organisationsteams hat. Die Verwaltung kann diese Aufgabe selbst nicht leisten und wir würden der Stadt schaden, wenn wir die Arbeit des P-Weg-Teams nicht anerkennen. Als langjähriges P-Weg-Teammitglied bin ich mir dieser Sache in doppelter Weise bewusst.

Durch die verzögerte Bearbeitung der Kinogutscheine, unbedachte Äußerungen und falsch verstandene Mails ist hier ein Eindruck entstanden, der mit unserer Einstellung zum P-Weg-Team nicht übereinstimmt.

Nichtsdestotrotz haben wir uns bei der Abwicklung der Erstattung der Kinogutscheine falsch und fehlerhaft verhalten. Die rückwirkende Entlastung des P-Weg-Jahresergebnisses hätte deutlich früher erfolgen müssen, die Entwicklung einer entsprechenden buchungstechnischen Lösung hätte deutlich offener kommuniziert werden müssen. Dass dies nicht erfolgt ist, bedauere ich sehr.

Am vergangenen Dienstag gab es ein Treffen mit Vertretern des P-Weg-Teams. Dabei wurde das Verfahren für die rückwirkende Ergebnisverbesserung vorgestellt. Diese Lösung lag schon vor dem Rücktritt des P-Weg-Teams vor und auch der Termin war schon angesetzt. Zu diesem späten Verfahrenszeitpunkt hätten wir aber die Lösung offener und schneller kommunizieren müssen.

Im Rahmen des Gesprächs wurde dem P-Weg-Team angeboten, den Betrag nicht nur als buchungstechnische Ergebnisverbesserung im Haushaltsjahr 2018, sondern auch als Zahlung im Haushaltsjahr 2019 zu erhalten. Darauf hat das P-Weg-Team zunächst verzichtet, es wurde aber vereinbart, dass bei Bedarf das Geld kurzfristig von der Stadt zur Verfügung gestellt wird.

Damit ist der Fehler zwar sachlich korrigiert, es bleiben aber die verletzten Gefühle. Um derartige Situationen zukünftig zu vermeiden und den Umgang mit Mitarbeitern, Ehrenamtlichen und Bürgern weiter zu verbessern, werden die modularen Führungskräftefortbildungen in der Stadtverwaltung wieder aufgenommen. Im Januar 2019 hatten die Führungskräfte der Stadtverwaltung damit im Rahmen einer Klausurtagung bereits begonnen, der Prozess kam aber ins Stocken, da der Referent den meisten Teilnehmern als ungeeignet erschien. Herr Steinhoff hat zwischenzeitlich Kontakt zu alternativen Referenten aufgenommen, so dass in der zweiten Jahreshälfte die Schulungen zu Kommunikationsverhalten und Führungsverantwortung wieder aufgenommen werden.

Parallel dazu werden seit 2015 Deeskalationstrainings für die gesamte Belegschaft durchgeführt, in deren Rahmen Kommunikation mit Bürgern in direktem Kontakt und per Telefon geschult werden.

Zusätzlich zu diesen allgemeinen Schulungen werden bei Bedarf für einzelne Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Einzelschulungen durchgeführt, um individuelle Schwächen abzubauen. Dies wurde auch schon in den Vorjahren erfolgreich durchgeführt.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, deren Tätigkeitsbereiche mit dem P-Weg-Marathon in Berührung kommen, wurden von mir aufgefordert, dem P-Weg-Team umfängliche Hilfe und Unterstützung bei seinen Aufgaben zu gewähren. Das gilt vor allem im Hinblick auf den geänderten Zieleinlauf in diesem Jahr, der auch für das P-Weg-Team neu ist.

Ich erwarte, dass diese Maßnahmen dazu führen, dass unsere Einstellung zum P-Weg auch durch unsere Handlungen wieder sichtbar wird und hoffe, dass sich dadurch die Zusammenarbeit mit dem P-Weg-Team wieder normalisiert.

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