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Neue Geräte und gute Zahlen erfreuen das Krankenhaus 

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Von: Georg Dickopf

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Das Team der Inneren Medizin um Chefärztin Yildiz Ammerpohl (li.), den neuen Oberarzt Youssef Doulani (2.v.li.) und Oberärztin Ludmilla Bay (4.v.re.) am neuen Endoskopieturm für Magen- und Darmspiegelungen.
Das Team der Inneren Medizin um Chefärztin Yildiz Ammerpohl (li.), den neuen Oberarzt Youssef Doulani (2.v.li.) und Oberärztin Ludmilla Bay (4.v.re.) am neuen Endoskopieturm für Magen- und Darmspiegelungen. © Dickopf, Georg

Die vergangenen zwei Jahre waren im Plettenberger Radprax-Krankenhaus geprägt durch die Coronapandemie und die Versorgung der Patienten. Doch jetzt will das Krankenhaus-Team neu durchstarten und sich zugleich spezialisieren.

Plettenberg – Neben dem erfolgreichen Chirurgie-Team um Chefärztin Muazzez Citlak und Chefarzt Andre Scholz sollen nun auch im Bereich der Inneren Medizin mehr Akzente gesetzt werden. Dazu wurde die Mannschaft um Chefärztin Yildiz Ammerpohl und Oberärztin Ludmilla Bay kürzlich erweitert um den leitenden Oberarzt Youssef Doulani, der zugleich Facharzt im Bereich Gastroenterologie ist.

Investition in neue Diagnostik

Und im diagnostischen Bereich ist man seit wenigen Wochen dank der Anschaffung eines neuen Endoskopie-Turm bestens aufgestellt. „Wir wurden bei der Anschaffung durch Fördermittel des Landes NRW unterstützt“, betonte Geschäftsführer Frederic Lazar zu der rund 100 000 Euro teuren Investition. „Wir haben früher ein bis zwei ambulante Koloskopien (Anm. d. Redaktion: Darmspiegelungen) vorgenommen und sind jetzt bei sechs bis sieben am Tag.“

Bei entsprechenden Befunden werde im Radprax-Krankenhaus operiert, was bei Darmkrebs-Tumoren im vergangenen Jahr häufiger diagnostiziert wurde.

Bei der Diagnose stehe man über die Tumorkonferenz im Austausch mit der Uniklinik Bochum, die kompliziertere Fälle und auch Bauspeicheloperationen sowie Eingriffe im Bereich der Speiseröhre übernehme.

„Wir wissen mittlerweile sehr gut, was hier benötigt wird und brauchen eine hocheffiziente Versorgung vor Ort. Im Bereich der Viszeralchirurgie wird hier jetzt alles rund um den Magen-Darm-Trakt abgedeckt“, so Lazar. Hinzu komme die orthopädische Abteilung, die sich auf endoprothetische Eingriffe im Bereich Knie, Schulter und Hüfte spezialisiert habe.

Die Kombination aus Chirurgie, Innerer Medizin, Altersmedizin, der Kardiologie (keine Schwerpunktversorgung) und der Gastroenterologie werde ergänzt durch den permanenten Einsatz bildgebender Diagnostik des Radprax MVZ (Computer-Tomograph (CT) und Magnetresonanztherapie (MRT)).

Doch bei aller moderner Technik steht im Plettenberger Krankenhaus vor allem der Mensch im Mittelpunkt. Pflegedienstleiter Heiko Heseler ist froh, dass die Coronaphase vorbei ist. „Ich denke, wir haben das Schlimmste überstanden. Unsere Mitarbeiter waren teilweise richtig fertig und noch dazu hatten wir selbst eine 20-prozentige Ausfallquote“, so Heseler. „Wir gingen hier teilweise absolut auf dem Zahnfleisch“, ist der Pflegedienstleiter stolz und glücklich, wie die Mitarbeiter die zusätzliche Belastung und die aufwendigen Hygienemaßnahmen umgesetzt hätten.

Finanziell geholfen haben dem Plettenberger Krankenhaus aber auch die sogenannten Freihaltepauschalen, mit denen vergütet wurde, dass eine komplette Coronastation eingerichtet und diverse Eingriffe verschoben wurden.

Aufwind nach Millionenverlusten

Nach vielen Jahren mit Verlusten in Millionenhöhe wurde 2021 ein tiefschwarzer Jahresabschluss erzielt. Auch dank der Ausgleichszahlungen in Höhe von rund 700 000 Euro wurde 2021 ein Plus von 250 000 Euro erwirtschaftet. Aktuell liegt das Radprax-Krankenhaus in Plettenberg noch mit einem mittleren fünftstelligen Betrag im Minus.

Da man in der Zwischenzeit den Kostenapparat deutlich reduzieren konnte, würde nun eine 80-prozentige Auslastung des Krankenhauses ausreichen, um die nach April weggefallene Freihaltepauschale zu kompensieren.

„Aktuell haben wir fast 90 der 106 Betten belegt. So kann es gerne weitergehen“, sagt Heseler, der vom neuen Oberarzt Youssef Doulani positive Rückmeldungen zum Arbeitsklima bekam. „So etwas bekommen die Ärzte schnell mit. Er lobt die große Motivation unserer Mitarbeiter in einem gut funktionierenden Team“, freut sich der Pflegedienstleiter.

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