1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Gebühren rauf, Gebühren runter: Hier sparen die Plettenberger nächstes Jahr Geld

Erstellt:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Müllgebühren in Plettenberg steigen für einen Vier-Personen-Haushalt.
Die Müllgebühren in Plettenberg steigen für einen Vier-Personen-Haushalt um 32,40 Euro pro Jahr. Die Abwassergebühr sinkt bei gleicher Haushaltsgröße bei einem Durchschnittsverbrauch zwischen 27 und 35 Euro im Jahr. © Georg Dickopf

Gleich drei Gebührenblöcke wurden in der letzten Sitzung des Stadtrates am Dienstag einstimmig verabschiedet und betreffen alle Bürger der Stadt. Bei den Abfallgebühren müssen die Plettenberger demnächst tiefer in die Tasche greifen.

Plettenberg – Die Friedhofssatzung sieht einen Anstieg bei allen Bestattungsformen auf den städtischen Friedhöfen vor (wir berichteten). Die gute Nachricht: Wer im nächsten Jahr nicht gerade verstirbt, zahlt unterm Strich nicht mehr Gebühren als in diesem Jahr. Und das trotz eines Anstiegs der Müllgebühren um fast zehn Prozent. Im Gegenzug sinken nämlich die Abwassergebühren relativ stark.

Dass die Müllgebühren pro Einwohner auf den bisherigen Spitzenwert von 92,70 Euro pro Jahr für die 240 Liter-Tonne steigen, hat nach den Angaben der städtischen Gebührenexpertin Anna Wystrach zum einem mit gestiegenen Personalkosten und einer Preiserhöhung des Entsorgers Lobbe zu tun. Im Vergleich zum Vorjahr steigt die Jahresgebühr damit um 8,10 Euro.

Blickt man auf die Gebühren der letzten Jahre zurück, so lagen diese in 2018 und 2020 bei 79,20 Euro, also bei 13 Euro weniger. Dafür zahlten die Plettenberg 1998, also vor fast 25 Jahren mit 85,60 Euro fast annähernd so viel wie heute. Einen inflationären Anstieg über die Jahre gab es also nicht.

Anna Wystrach relativiert den Betrag denn auch, denn für 7,73 Euro im Monat werde der Hausmüll ebenso wie die blaue Altpapiertonne regelmäßig geleert. Zusätzlich könne man theoretisch alle zwei Wochen kostenlos Sperrmüll und auch Elektrogroßgeräte abholen lassen und auch der Grünabfall, für den Container bereitstehen, sei in der Gesamtumlage enthalten.
„Das ist ein Service und Rundumpaket beim Müll, das es so nicht in allen Kommunen gibt“, betonte Wystrach. Für einem vierköpfigen Haushalt sorge die Anhebung der Müllgebühren für einen Anstieg der jährlichen Müllgebühren um 32,40 Euro.

Teurer wird auch der Gewerbeabfall. Hier kostet die 14-tägliche Leerung der 240 Liter-Tonne statt 451,20 Euro im nächsten Jahr 494,40 Euro. Ein Plus von 43,20 Euro.

Der große 1100 Liter-Behälter mit Gewerbeabfall, der einmal pro Woche geleert wird, kostet nach der neuen Satzung 4 532 Euro und damit knapp 400 Euro mehr als in diesem Jahr.

Beim Abwasser wendet sich das Blatt zugunsten der Plettenberg Bürger, die im Bundesschnitt rund 127 Liter Wasser pro Tag verbrauchen. Zum Vergleich: Ein US-Bürger benötigt fast 300 Liter pro Tag. Für Plettenberg bedeutet das bei einem Vier-Personen-haushalt eine jährliche Abwassermenge von 185 420 Litern. Das sind gut 185 Kubikmeter, die als Abwasser von der Stadt berechnet werden.

Der Kubikmeterpreis für das Abwasser sank von 2,89 Euro auf 2,74 Euro, wenn man kein Ruhrverbandsmitglied ist. Als Mitglied des Ruhrverbandes sinkt die Gebühr pro 1000 Liter Abwasser (ein Kubikmeter) von 1,45 Euro auf 1,26 Euro. Für einen Vier-Personen Haushalt bedeutet das eine Ersparnis von 27 Euro (kein Ruhrverbandsmitglied) bzw. 35 Euro ersparnis für Ruhrverbandsmitglieder). Die 32,40 Euro Mehrkosten an Müll können also fast oder sogar komplett kompensiert werden durch das im nächsten Jahr günstigere Abwasser.

Die Kostensenkung im Bereich der Arbeitsplatzkosten, Unterhaltung und Instandsetzung ist laut städtischer Vorlaget ausschließlich auf rückläufige Betriebskosten bei den Pump- und Klärwerken sowie auf niedrigere Arbeitsplatzkosten im Bereich der öffentlichen Schmutz- und Mischwasserkanäle zurückzuführen.

Wesentlicher Faktor ist die geänderte Eigenkapitalverzinsung. Peter Krieger (CDU) begrüßte diese. „Die Verzinsung war uns schon lange ein Dorn im Auge.“ Und da im Landtag nach einer Lösung gesucht werde, wirke sich dies womöglich auch nicht zwingend negativ auf den städtischen Haushalt aus. Nach einem Urteil des Oberverwaltungsgerichtes Nordrhein-Westfalen vom 17. Mai 2022 wurde die seit 1994 geltende Rechtsprechung aufgegeben.

Die kalkulatorische Verzinsung sinkt deshalb nun auf 0,0 Prozent in Plettenberg, was die Gebühr zumindest im nächsten Jahr deutlich senkt. Im Gespräch ist im Landtag laut Bürgermeister Ulrich Schulte eine zukünftige Verzinsung in Höhe von 3,2 Prozent. Dies sei ein Wert, mit dem auch die Stadt gut leben könne.

Auch interessant

Kommentare