Theater und Konzerte betroffen

Und wieder trifft es die Kultur: Viele Plettenberger Veranstaltungen fallen den Corona-Maßnahmen zum Opfer

Wegen Corona fallen viele Kulturveranstaltungen aus
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Das Kölner NN-Theater wird das Stück „Exit Casablanca“ doch nicht in Plettenberg aufführen können. Wegen Corona muss die Vorstellung wie viele andere Kulturveranstaltungen auch ausfallen.

Durch Verschiebungen von Veranstaltungen und Hygienekonzepte hatten die Verantwortlichen gehofft, noch manche Kulturveranstaltung in Plettenberg für den Herbst zu retten. Doch die auf Bundesebene beschlossenen Verbote und Schließungen für die Bereiche Kultur und Unterhaltung bedeuten auch für geplante Auftritte in Plettenberg das Aus.

Plettenberg – „Gerade in dem Moment, wo wir mit Bachforum und Kunstgemeinde wieder anfangen, schlägt es wieder zu. Das ist nochmals ein Rückschlag“, sagt Dr. Peter Schmidtsiefer, Vorsitzender des Bachforums. Während er glaubt, dass die veranstaltenden Vereine – Bachforum und Kunstgemeinde – den Ausfall der Veranstaltungen verkraften könnten, sieht er auf die Künstler große Probleme zukommen: „Für die Künstler ist das viel schlimmer, weil sie wieder keine Auftrittsmöglichkeiten haben.“

Das sieht auch Martin Meißner, Geschäftsführer der Kunstgemeinde, so: „Es ist ein Schlag für die ganzen Kulturschaffenden, auch weil sie dann nichts mehr verdienen können.“

Alinde-Quartett am 1. November kann noch stattfinden

Noch nicht von den verschärften Regeln für den Kulturbereich betroffen ist das vom Bachforum organisierte Konzert des Alinde-Quartetts. Wie Schmidtsiefer und Sylvia Eick, Geschäftsführerin der KulTour GmbH, mitteilen, könne dieses wie geplant, am Sonntag, 1. November, um 18 Uhr im Ratssaal stattfinden.

Absage für Exit Casablanca, Zottelkralle und Udo Jürgens

Das Stück „Exit Casablanca“, welches das NN-Theater am Donnerstag, 12. November, in der ASG-Aula aufführen wollte, wird dagegen abgesagt. Karten können zu den im Büro der KulTour GmbH, Kaiserstraße 9, zu den üblichen Öffnungszeiten wieder zurückgegeben werden; das Geld wird dann zurückerstattet. „Ein Ausweichtermin ist momentan nicht vorgesehen, da das NN-Theater das Stück ohnehin wieder für den Sommer geplant hat“, erklärt Eick. Es ist dann auch Teil des Veranstaltungsprogramms, welches die KulTour GmbH derzeit für das kommende Jahr erstellt.

Darüber hinaus müssen noch weitere Veranstaltungen, die für den November angesetzt waren ausfallen. Das Sintijazz-Konzert mit Vano Bamberger und Band am 13. November - organisiert vom Bachforum - ist ebenso betroffen wie die Kindertheater-Vorstellungen von „Zottelkralle“, die für Kindergärten und Schulen am 19. und 20. November stattfinden sollte, organisiert von der Kunstgemeinde. Auch die von der Kunstgemeinde geplante Hommage an Udo Jürgens am 25. November und die gemeinsam mit dem Bachforum geplante Märchenstunde für Erwachsene „Debussy trifft den kleinen Prinzen“ am 28. November wird es nicht geben.

„Das kann alles nicht stattfinden, sodass wir den Agenturen leider absagen müssen“, bedauert Martin Meißner. „Das ist sehr schade, aber der jetzigen Situation geschuldet.“ Das sieht auch Dr. Peter Schmidtsiefer so: „So traurig das für das kulturelle Leben in Plettenberg ist, gibt es offensichtlich ein höheres Gut – die Gesundheit – und das muss man anerkennen.“

Wenn die Vorgaben so sind, müsse man sie natürlich umsetzen, betont Meißner. Das wurde auch schon mit den existierenden Hygienekonzepten versucht, durch die unter anderem die Besucherzahl in den Veranstaltungen reduziert wurde. Eigentlich habe es dabei eine gewisse Sicherheit bei den Events gegeben, so Meißner.

Schwierigkeiten bei Verschiebungen

Es sei gut, dass die nun beschlossenen harten Einschränkungen nur für einen Monat gelten. Meißner hofft, dass sich die Saison danach noch fortsetzen lässt. Es sei insgesamt ein sehr schwieriges Jahr für die Kultur. „Wir haben schon so viel hin- und hergeschoben, das fing schon vor Corona an mit der Sturm-ankündigung im Februar“, sagt Meißner. Hinzu kamen dann weitere Verschiebungen wegen der Pandemie.

Ausgefallene Veranstaltungen nachzuholen, könnte allerdings schwierig werden, wie Meißner erklärt: „Die Veranstaltung mit dem Bachforum – Debussy trifft den kleinen Prinzen – haben wir beispielsweise schon einmal verschoben.“ Vom ursprünglichen Termin am 14. März hatte man diese Veranstaltung wegen Corona auf Ende November verschoben, nun fällt sie gerade noch in die Zeit des sogenannten Lockdown Light.

Ob Veranstaltungen nochmals verschoben werden können, ist noch nicht klar. „Wir werden uns sicher Gedanken dazu machen“, so Schmidtsiefer, noch habe man mit den betroffenen Künstlern aber keinen Kontakt aufgenommen. Auch Meißner sagt: „Wir haben noch keinen Plan, wie Verschiebungen möglich sind, und überlegen noch, ob Veranstaltungen überhaupt später stattfinden können.“

Denn dies sei auch von den Agenturen abhängig, die ein bestimmtes Repertoire nur in einem begrenzten Zeitfenster anböten. Das betreffe zum Beispiel das Kindertheater, das traditionell immer im November stattfindet, so Meißner. „Von daher sind Verschiebungen schwierig.“

Candlelight Shopping findet statt

Einen kleinen Lichtblick gibt es bei all den Absagen doch. „Das Candlelight Shopping kann stattfinden, es dürfen aber keine Aktionen vor den Türen der Geschäfte stattfinden“, sagt Sylvia Eick. Aktionen in den teilnehmenden Geschäften, die bei dem Event, das am Freitag, 6. November, von 16 bis 21 Uhr stattfindet, mitmachen, seien allerdings möglich. Obwohl der ursprünglich parallel geplante Foodtruckstop bereits abgesagt wurde, habe es seitens der Einzelhändler bereits viele Zusagen für das Candlelight Shopping gegeben.

Nun werde noch einmal abgefragt, ob sich bei einzelnen Händlern aufgrund der neuen Verordnung daran etwas geändert habe, so Eick, die allerdings davon ausgeht, dass die meisten Einzelhändler weiterhin mit machen.

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