„Wir sprechen deutsch mit den neuen Anteilseignern“ 

Blick auf die im Bereich Bremcker Linde ansässige Firma E. Winkemann, die neue Anteilseigner erhält.

Plettenberg/München - Die Gerüchteküche in Plettenberg brodelte bereits seit einigen Tagen – seit gestern ist es amtlich, dass der Automobilzulieferer E. Winkemann eine neue Eigentümerstruktur erhält. Dies bestätigte Geschäftsführer Dr. Bernd Sent auf Anfrage unserer Zeitung.

Demnach trennt sich der Eigenkapitalinvestor Equistone, der vor sechs Jahren 90 Prozent der Firmenanteile erwarb, nun von 60 Prozent seiner Anteile an der Firma E. Winkemann. Die Mehrheit des Unternehmens – genauer gesagt 55 Prozent – übernimmt der Cathay Capital MidCap Fond. Equistone selbst bleibt mit 30 Prozent weiterhin Anteilseigner. Zudem erhöht sich der Anteil der alten und neuen Geschäftsführung um Dr. Bernd Sent und Jürgen Westphal von zehn auf 15 Prozent. Über den Kaufpreis und weitere Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Der Verkauf steht unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die zuständigen Kartellbehörden.

 In ihrer mittlerweile 80-jährigen Firmengeschichte ist die E. Winkemann GmbH zu einem bedeutenden Hersteller von Präzisionsstanzteilen aus Metall geworden und beschäftigt heute rund 420 Mitarbeiter am Standort Bremcker Linde. Von dort aus beliefert das 1938 in Plettenberg gegründete Unternehmen weltweit vor allem namhafte deutsche und internationale Automobilzulieferer und -hersteller. Zu den wichtigen Kunden zählen Daimler und VW sowie der Getriebehersteller ZF, der viele Getriebeteile aus dem Hause Winkemann verbaut. 

Equistone hatte sich im Mai 2012 an dem Unternehmen beteiligt, nachdem die damaligen Inhaberinnen keinen Nachfolger gefunden hatten. Seitdem hat sich die Firma E. Winkemann überzeugend weiterentwickelt. Der Umsatz stieg von rund 66 Millionen Euro im Jahr der Übernahme auf rund 91 Millionen Euro in 2017 an. Allein im vergangenen Jahr gab es einen Zuwachs in Höhe von mehr als zehn Prozent. „Die Umsatzmarke von 100 Mio. Euro ist in diesem Jahr in Sichtweite“, betonte Dr. Sent im Gespräch mit unserer Zeitung.

 „Wir hatten das Glück, vor sechs Jahren einen verlässlichen Partner zu finden, der viel in die Weiterentwicklung des Unternehmens gesteckt hat“, sagte Sent mit Blick auf die zahlreichen Investitionen und die gerade laufende Erweiterung der Härterei. Dadurch sei man in Lage gewesen, mit der Entwicklung neuer Produkte und innovativer Technologien sowie durch die Ansprache neuer Kunden nachhaltig zu wachsen. Der neue Partner, ein in Europa ansässiger Fond mit Niederlassung in München, den ein chinesischer Geschäftsmann gründete, soll das Unternehmen nun in die nächste Wachstumsphase begleiten und dessen starke Position in weiteren Märkten, vor allem in Asien, ausbauen.

 „China ist im Automobilbereich ein absoluter Wachstumsmarkt“, sagte Sent und stellte klar: „Wir sprechen deutsch mit den neuen Anteilseignern“. Mit den Mitarbeitern in Plettenberg, die um weitere Fachkräfte ergänzt werden sollen, will er auch Antworten auf die zunehmende E-Mobilität und Hybrid-Antriebe entwickeln. „Es zeigte sich, dass wir im Jahr 2012 mit Equistone den richtigen Partner gefunden haben: Gemeinsam konnten wir langfristiges Wachstum sichern und in neue Märkte expandieren“, betonte Sent. „Mit Cathay Capital wollen wir den eingeschlagenen Weg nun weitergehen“, so der Geschäftsführer abschließend.

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