Zusatzstoff für Dieselautos an Tankstellen: Vielfahrer müssen zusätzlich tanken

„Nachfrage an AdBlue ist da“

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Kathrin Hagemann zeigt AdBlue-Kanister, die gerade von Vielfahrern gekauft würden. Ohne AdBlue verschlechtert sich der Stickoxid-Ausstoß massiv. Das ist laut der Abgasnorm 6 von 2015 für Neuwagen nicht mehr zulässig.

Plettenberg - Dieselfahrer, die viel unterwegs sind, kennen das: Auf einmal zeigt der Bordbildschirm zum Beispiel das an: „Bitte AdBlue nachfüllen – noch 2 400 km“. Ignoriert man den Hinweis nach der Harnstofflösung, strandet man.

Das Auto lässt sich nicht mehr starten, auch wenn es rein technisch gesehen noch weiterfahren könnte – denn es würde sich nur der Stickoxid-Ausstoß verschlechtern und die Abgasnorm nicht mehr erfüllen.

AdBlue dürfte vielen Tankstellenkunden bereits aufgefallen sein. Die Kanister gibt es in allen erdenklichen Größen. Der Tank, den neue Dieselautos haben, soll normalerweise immer bei der Inspektion aufgefüllt werden.

Wer braucht dann AdBlue von Tankstellen? 

„Vor allem Firmenwagen, die viel fahren, brauchen zusätzlich AdBlue“, erklärt Kathrin Hagemann, Inhaberin der gleichnamigen Tankstelle an der Zeppelinstraße. AdBlue gibt es bei ihr in großen Kanistern, aber auch in kleineren Flaschen zu kaufen. Knapp drei Jahre hat auch Ralf Ibele von der BFT-Tankstelle in Ohle AdBlue im Angebot. Die Nachfrage sei mit gut fünf Kanistern im Monat nicht allzu groß. „Die meisten Personen müssen auch nicht selber nachtanken“, erklärt der Tankstelleninhaber. 

Wie hoch ist der Verbrauch bei einem normalen Dieselfahrzeug – und wie teuer?

 Die meisten Autohersteller sprechen von einem AdBlue-Verbrauch von ein bis zwei Prozent des Dieselverbrauchs. Bei sieben Litern auf 100 Kilometer wären das also knapp 0,1 Liter AdBlue – für die Strecke Hamburg-München (ca. 800 Kilometer) grob 0,8 Liter. Einen 10-Liter Kanister gibt es bei Ralf Ibele für gut 15 Euro. Damit könnte man bei unserer Rechnung bis zu 15 000 Kilometer weit fahren. 

Wozu braucht mein Auto eigentlich AdBlue?

 Mit der Harnstofflösung AdBlue werden Stickoxide abgebaut und damit der Schadstoffausstoß verringert, wie das die Abgasnorm Euro 6 vorschreibt. Diese ist seit September 2015 für alle Neuwagen gültig. Erlaubt sind seit dem statt 180 nur noch 80 Milligramm pro Kilometer. Positiver Nebeneffekt für Fahrer: Der Verbrauch sinkt um gut fünf Prozent.

Woraus besteht die Harnstofflösung?

 AdBlue besteht zu 32,5 Prozent aus Harnstoff und zu 67,5 Prozent aus demineralisiertem Wasser. Die Flüssigkeit ist ungiftig, geruchsfrei und annähernd durchsichtig. 

Fülle ich AdBlue in den normalen Tank?

 Nein, die Harnstofflösing wird in einen seperaten Tank gefüllt. Weiteres dazu steht in der Betriebsanleitung des Autos. Da AdBlue bei Minus 11,5 Grad gefriert, sind die Tanks zudem beheizt. 

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