Vor neun Tagen in Plettenberg: Jetzt geht es nach Berlin

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Paul Ziemiak war als Bundestagsabgeordneter und JU-Vorsitzender mehrfach in Plettenberg. Zuletzt vor neun Tagen in der Schützenhalle und hier mit dem CDU-Vorsitzenden Adrian Viterriti im Haltepunkt.

Plettenberg - Ein spannendes Wochenende liegt hinter der CDU, die auf dem Parteitag in Hamburg über den Parteivorsitz und damit die Nachfolge von Angela Merkel abstimmte. Einen Tag später kam mit dem designierten Generalsekretär Paul Ziemiak auch noch ein junger Sauerländer ins Spiel. Redakteur Georg Dickopf sprach mit Adrian Viteritti, Vorsitzender des CDU- Stadtverbands Plettenberg, über die Wahl und über Paul Ziemiak, der zuletzt vor neun Tagen in Plettenberg sprach.

Herr Viteritti, Sie haben die drei Kandidaten vor der Wahl in Hamburg selbst in Düsseldorf erlebt. Wie war Ihr Eindruck? 

Viteritti: Ich habe einen erstaunlich starken Friedrich Merz erlebt, der insbesondere in Düsseldorf mit seinem Auftritt überzeugt hat. Am Freitag hatte ich ebenfalls Gelegenheit, mir die Reden der drei Kandidaten auf dem Parteitag in Hamburg anzuschauen. Neben einer überzeugenden Rede von Frau Kramp-Karrenbauer war auch die Rede von Jens Spahn wieder mal sehr gut.

 Wie fanden Sie die Rede von Friedrich Merz? 

Merz war eigentlich mein Favorit, da er es immer wieder schafft, komplexe Inhalte für alle verständlich kurz und präzise wiederzugeben. Er hat Themen angesprochen, die auch innerhalb unserer Partei unbedingt angesprochen werden mussten. Leider war seine Rede auf dem Parteitag im Vergleich zu den Reden der anderen beiden Kandidaten nicht überzeugend genug. Mir fehlte das Begeisternde, welches er in den Regionalkonferenzen noch rüberbringen konnte. Ebenfalls konnten Kramp- Karrenbauer und Spahn durch frei vorgetragene Reden punkten, während Merz seine Rede fast vollständig abgelesen hat.

 Glauben Sie, dass nur die Rede den Ausschlag gab? 

Nein, denn neben der tatsächlich überzeugenderen Rede kann unsere neue Parteivorsitzende bereits Wahlerfolge für sich verbuchen, was vermutlich ebenfalls ausschlaggebend war. Sind die Lager jetzt bei der CDU gespalten? Das Ergebnis zeigt keinen tiefen Riss in der CDU, sondern ist lediglich Ergebnis einer demokratischen Wahl. Die letzten Wochen haben der CDU einen neuen Schwung gegeben und gezeigt, dass wir mehr offen über Inhalte debattieren sollten. Dies schadet nicht, sondern wird in Zukunft das Verständnis der verschiedensten Flügel zueinander stärken. 

Was passiert jetzt mit Friedrich Merz? 

Ich wünsche mir, dass auch er nicht wieder ganz von der Bildfläche verschwindet, sondern das Angebot unserer neuen Parteivorsitzenden annimmt, aktiv die Zukunft der CDU zu gestalten. Unsere neue Parteivorsitzende wird nun auch die Anhänger aus dem Lager Merz mit ins Boot holen müssen. Bereits einen Tag später hat sie dies bereits erfolgreich getan, denn mit dem Vorschlag von Paul Ziemiak zum Generalsekretär der CDU Deutschland zeigt sie, dass ihr diese Stimmen nicht gleichgültig sind. Paul gehört dem konservativen, eher Merz und Spahn zugewandten Flügel an, so dass diese Interessen auch in der Bundeszentrale Gehör finden werden. 

Ein frischer Wind aus dem Sauerland in Berlin... 

Ja, genau. Deshalb wird es auch ein „Weiter so“ nicht geben. Ich traue Frau Kramp-Karrenbauer durchaus zu, die Interessen aller Flügel in Zukunft zu integrieren. Ich wünsche ihr ein stets glückliches Händchen. Dieses Händchen hat sie am Samstag mit der Berufung von Paul Ziemiak bereits einmal bewiesen. Entscheidend wird sein, die von Angela Merkel teilweise vernachlässigten Flügel wieder in die Entscheidungen mit einzubeziehen. 

Ein Sauerländer als Generalsekretär in Berlin kann auf jeden Fall nicht schaden...?

 Absolut nicht. Mit Friedrich März als Parteivorsitzendem hat es nicht geklappt, so war ich umso glücklicher, dass mit Paul nun der Generalsekretär aus dem Märkischen Kreis kommt. Er wird sicherlich eines der prägenden Gesichter der CDU in den kommenden Jahren sein. Er kennt unsere Region und die Themen, die uns beschäftigen, und kann diese in der Parteizentrale anbringen. Samstag habe ich ihm bereits geschrieben. In den nächsten Tagen werde ich ihm noch persönlich gratulieren, nachdem der Rummel etwas abgenommen hat. Für uns freut es mich ebenfalls, da wir nun einen sehr direkten Draht in die Parteizentrale haben.

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