Staatsanwaltschaft will nach Auswertung des ersten Urteils Entscheidung treffen

Nach Prozess gegen Pflegevater (30): Wird auch dessen Noch-Frau angeklagt?

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Ob nebem dem verurteilten Pflegevater auch die Pflegemutter aus Plettenberg gerichtlich für den Tod des ihr anvertrauten Pflegekindes belangt wird, prüft die Staatsanwaltschaft derzeit.

Plettenberg – Wochenlang sorgte der Prozess gegen einen 30-jährigen Pflegevater aus Plettenberg für Aufsehen. Nun stellt sich die Frage, ob sich auch noch die Pflegemutter vor dem Hagener Landgericht verantworten muss. 

Ende August stand nach der Vernehmung zahlreicher Zeugen, Rechtsmediziner, Neurologen und psychiatrischer Gutachter an sechs Verhandlungstagen fest, wie das Schwurgericht am Landgericht Hagen den Tod des 17 Monate alten Pflegekindes aus Plettenberg juristisch bewertete.

Es verurteilte den 30-jährigen Plettenberger zu einer Haftstrafe von zwölf Jahren. Bleibt die Frage: Was ist mit der Pflegemutter? Wird auch ihr der Prozess gemacht?

Staatsanwalt Michael Burggräf betonte dazu auf Anfrage unserer Redaktion, dass die schriftliche Urteilsbegründung des Hauptverfahrens gegen den Pflegevater abgewartet werden müsse.

Keine Anhaltspunkte, die Tatverdacht erhärtet haben

Allerdings, und das gab Burggräf zu verstehen, "gab es im Rahmen der Hauptverhandlungen gegen den Pflegevater keine Anhaltspunkte, die den Tatverdacht gegen die Pflegemutter erhärtet haben." 

Die Zeugenbefragung und die Auswertung der objektiven Beweismittel seien ebenfalls weitgehend ausgeschöpft. 

Verletzungen schon Monate vor dem Tod erlitten

Tendenziell geht der Staatsanwalt davon aus, dass kein separates Verfahren gegen die Pflegemutter eröffnet wird und die Akte damit geschlossen wird. 

Ursprünglich stand auch die Pflegemutter in Verdacht, etwas mit den bereits Monate zuvor erfolgten Verletzungen des Kindes zu tun gehabt zu haben. 

Kontakt nach der Inhaftierung abgebrochen

Die Pflegemutter, die vor wenigen Monaten ein Kind vom verurteilten Pflegevater bekommen hat, reichte nach den Worten des verurteilten Plettenbergers die Scheidung ein und brach den Kontakt unmittelbar nach der Inhaftierung des 30-Jährigen ab. 

Ob die Pflegemutter mit einer Strafverfolgung rechnen muss, kann man laut Staatsanwalt Burggräf endgütlig erst nach der Auswertung der Urteilsbegründung in vier bis sechs Wochen sagen.

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