Erste Bilanz nach Starkregen

Feuerwehrmann erleidet Stromschlag - Viele Einsätze durch Straßensperrungen

Bahnhofstraße gesperrt in Plettenberg nach Hangrutsch durch Starkregen
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Nachdem der Hang abgerutscht war, musste die Bahnhofstraße in Plettenberg in Höhe des Autohaus Tiemeyer gesperrt werden.

[Update] Während der Starkregen in Altena und Werdohl zwei Menschenleben forderte und die Altenaer Innenstadt absaufen ließ, fällt die erste Bilanz in Plettenberg vergleichsweise glimpflich aus.

Plettenberg - Viele kraftraubende Einsätze liegen hinter den Einsatzkräften der Plettenberger Feuerwehr. Egal, ob hauptamtliche oder freiwillige Feuerwehrleute - nahezu alle verfügbaren Kräfte waren seit dem frühen Mittwochemorgen im Dauereinsatz. Wie Feuerwehrsprecher Matthias Greth betonte, wurden bislang über 90 Einsätze gefahren. „Bis 8 Uhr am Donnerstag hatten wir 80 Leute im Einsatz, jetzt sind es gerade 25“, so Greth.

Ein Fahrzeug des THW lieferte Sandsäcke für die Plettenberger Feuerwehr und bahnte sich den Weg zurück durchs Hüinghauser Hochwasser.

So mussten am späten Vormittag Keller im Bereich der Zeppelinstraße leergepumpt werden. Und auch im Asylbewerberheim an der Ohler Straße 100 gab es einen Wassereintritt, der die Feuerwehr forderte, auch wenn man grundsätzlich noch mit einem blauen Auge davongekommen sei, wenn man den Blick in die Nachbarstädte richte.
„Ansonsten sind wir froh, jetzt ein wenig durchschnaufen zu können“, sagte Greth, der sich dankbar zeigte, dass lediglich eine Einsatzkraft bei einer Pumpaktion in einem Keller verletzt wurde und einen Stromschlag erlitt. Nach ärztlicher Behandlung habe der Feuerwehrmann aber unter Aufsicht weiterarbeiten können.

Die Hochwasser-Bilder aus Plettenberg und Rönkhausen

Die Hochwasserbilder aus Plettenberg und Rönkhausen.
Die Hochwasserbilder aus Plettenberg und Rönkhausen.
Die Hochwasserbilder aus Plettenberg und Rönkhausen.
Die Hochwasserbilder aus Plettenberg und Rönkhausen.
Die Hochwasser-Bilder aus Plettenberg und Rönkhausen

Das Technische Hilfswerk habe die Feuerwehr mit 1000 zusätzlichen Sandsäcken versorgt. Jetzt gelte es, die Fahrzeuge zu säubern und innerhalb der Einsatzbereitschaft Kräfte zu sammeln für weitere Einsätze.
Dass ein Mitglied der Löschgruppe Ohle auf dem Rückweg vom Dienst in der Einsatzleitstelle Rosmart dabei half, ein siebenjährges Kind aus der Verse zu ziehen, war ein Lichtblick vor dem Hintergrund der Todesopfer in Altena und Werdohl.

Mehrere Kellerüberflutungen forderten auch am Donnerstag die Feuerwehr.

Lob und Zuspruch gab es am Donnerstag auch von Bürgermeister Ulrich Schulte. „Bei meinem Besuch gestern auf der Feuer- und Rettungswache sah ich erschöpfte Männer und Frauen in blauer Uniform und in orangener Arbeitskleidung, denen das Wasser aus den Stiefeln lief, die kurz etwas aßen und dann wieder ins Fahrzeug stiegen, um an anderer Stelle im Stadtgebiet zu helfen. Im Meldekopf gab es ein pausenloses Klingeln der Telefone und ständige Funksprüche, die alle beantwortet und geordnet werden mussten. Ich war und bin beeindruckt, mit welchem Einsatzwillen und welcher Hilfsbereitschaft alle Beteiligten vorgegangen sind – und das ohne den Humor zu verlieren.“ Daher dankte er allen recht herzlich und sprach den Angehörigen der in Altena und Werdohl ums Leben gekommenen Feuerwehrmänner sein aufrichtiges Beileid aus.

Die Autofahrer beschäftigten am Donnerstag vor allem die massiv über die Ufer getretenen Bäche und die damit verbundenen Straßensperrungen. Im Bereich der B236 am Kahley ist die Bundesstraße weiterhin gesperrt. Dort schützt ein Erdwall die Häuser vor den Wassermassen, verhindert aber den Durchfahrtsverkehr.

Die B236 ist in Höhe Kahley voll gesperrt.

Autofahrer umfahren Sperrung

Zwischenzeitlich war auch die Ohler Straße im Bereich Papenkuhle gesperrt, weil ein Bach über die Straße strömte. Doch da die Ohler Straße für die Anwohner in Ohler die einzige naheliegende Zufahrt nach Plettenberg war, wurde die Absperrung kurzerhand umfahren, zumal der Wasserzufluss nachließ.

Viele Auto- und Lkw-Fahrer fuhren durch das Hochwasser in der Papenkuhle in Plettenberg.

Das war zumindest am Donnerstagmittag auch einigermaßen gut möglich, wie unsere Bilder zeigen.

Weil im Asylbewerberheim in Plettenberg die Kellerräume mit Wasser vollgelaufen waren, war die Feuerwehr am Donnerstagvormittag im Einsatz.

Einen weiteren Feuerwehreinsatz gab es im Bereich Papenkuhle am Donnerstagvormittag aber dennoch: Das abfließende Wasser bahnte sich seinen Weg in die Kellerräume des Asylbewerberheims an der Ohler Straße 100. Hier war die Feuerwehr im Einsatz.

Im Bereich Lehmweg geht nichts mehr. Die Else trat dort massiv über die Ufer.

Und auch die Bahnhofstraße ist seit Mitternacht gesperrt. Dort gab es in Höhe des Autohauses Tiemeyer einen Erdrutsch. Aus Sicherheitsgründen sperrte die Feuerwehr die Straße. Gesperrt ist auch weiterhin der Lehmweg, wo die Else am Mittwoch im Bereich der provisorischen Bachumleitung massiv über die Ufer trat.

So sieht die Straße In der Blemke derzeit aus.

Und auch der Blemke-Bach, der bereits am frühen Mittwochmorgen für Probleme sorgte, trat im Tagesverlauf noch weiter über die Ufer und spülte Geröll auf die Straße in der Blemke, die damit auch in großen Teilen unpassierbar blieb.

Die Bahnhofstraße an der Plettenberger Stadtgrenze steht auch komplett unter Wasser.

Ebenfalls stark überspült ist die Bahnhofstraße an der Grenze zwischen Plettenberg und Rönkhausen. Die dortige Brandruine steht nun komplett im Wasser.

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