Aus für beliebten Dorf-Treffpunkt

Nach Schicksalsschlag: Traditionsgaststätte im MK steht zum Verkauf

Der Gasthof Käsebrink in Landemert auf einem alten Postkartenmotiv. Jetzt steht die Traditionsgaststätte zum Verkauf.
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Der Gasthof Käsebrink in Landemert auf einem alten Postkartenmotiv. Jetzt steht die Traditionsgaststätte zum Verkauf.

 Das Jahr 2021 begann für Sabine Gregory mit einem schweren Schicksalsschlag, denn im Alter von nur 56 Jahren verstarb am 4. Januar ihr Ehemann – der in Landemert überaus beliebte Karl-Ernst „Kalle“ Gregory.

Plettenberg - Mit ihm zusammen hatte die heute 58-Jährige insgesamt 35 Jahre lang Seite an Seite den Gasthof Käsebrink geleitet. Ihr Mann, der an den Folgen eines Schlaganfalls verstarb, hatte die einst von seinen Großeltern geführte Traditionsgaststätte von seinen Eltern Ernst-Werner und Gertrud Gregory (geb. Käsebrink) übernommen und im Lauf der Jahre und mit Unterstützung seiner Frau zu einem beliebten Anlaufpunkt gemacht.

Ob Familienfeiern, Skatrunden Stammtische, Kegelrunden, Hochzeiten, Vereinsversammlungen oder Schützenfeste – bei „Lempen“ konnte man schöne Stunden verbringen. Herzhafte Gerichte und Stammtischgespräche waren bei dem stämmigen Wirt mit der markanten Stimme bei einem kühlen Pils immer inklusive. Doch das ist nun Geschichte.

Das ganze Dorf nahm im Januar bei einer ergreifenden Trauerfeier in Corona-Zeiten Abschied von ihrem Dorfwirt. Ehefrau Sabine stand drei Monate lang „komplett neben sich“ und völlig außerstande, das Gasthaus Käsebrink ohne ihren Mann und Chef „Kalle“ weiterzuführen. Versuche, das Restaurant mit Kaminzimmer, Biergarten, Saal und zwei Kegelbahnen an Angestellte weiterzugeben, scheiterten.

Deshalb handelt Sabine Gregory nun. „Es tut mir in der Seele weh, die Gaststätte zu verkaufen, aber ich muss jetzt auch an mich und meine Schwiegereltern denken“, sagt die Landemerterin. Etwas leichter fällt ihr der Schritt, weil sie Anfang April eine Vollzeitstelle in Plettenberg bekam und damit auch gedanklich abgelenkt wird. „Zu Hause erinnert mich alles an unsere gemeinsame Zeit und das, was wir uns aufgebaut haben“, sagt Gregory, die den Gebäudekomplex jetzt über die Volksbank zum Verkauf anbietet.

Hoffnung auf Nachfolger

Der Anfang Januar verstorbene „Kalle“ Gregory mit seiner Frau Sabine, die die Gaststätte Käsebrink schweren Herzens zum Kauf anbietet.

„Ich würde mir sehr wünschen, dass sich jemand findet, der das Haus als Restaurant weiterführt, aber durch die Corona-Pandemie ist das nicht ganz leicht“, sagt die Landemerterin, die bei einem Verkauf des Gebäudes ebenso wie ihre Schwiegereltern ausziehen würde. Dem Dorf Landemert will sie trotzdem gerne treu bleiben: „Ich muss realistisch sein, aber das ganze Haus mit dem 2 700 Quadratmeter großen Grundstück in Schuss zu halten, ist nicht ohne und für mich allein nicht zu bewältigen.“

Daher habe sie sich schweren Herzens zum Verkauf entschlossen. Auch wenn sie weiß, dass damit möglicherweise das endgültige Ende für das Gasthaus Käsebrink im Herzen von Landemert eingeläutet werden könnte.
Heute wären bei „Kalle“ Gregory an der Theke normalerweise die letzten Wunden des Schützenfestes geleckt worden, doch coronabedingt fiel auch das Traditionsfest erneut aus. Es ist eben alles anders in Landemert in diesem Jahr. Auch die Dorfgemeinschaft steht nun vor neuen Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Denn es muss auch ohne „Kalle“ Gregory und den Gasthof Käsebrink weitergehen – auch wenn diese Vorstellung vielen schwerfallen dürfte.

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