Nach Messerstecherei auf dem Wieden: 16-Jähriger weiter in U-Haft

Blick auf die JVA Iserlohn, wo der 16-jährige Messerstecher aus Plettenberg derzeit einsitzt.

Plettenberg – Die Gerüchteküche brodelt. Nach der Messerstecherei mit drei Jugendlichen, die sich am 2. Februar auf dem Wieden ereignet hat, sind vor allem im Internet viele Unwahrheiten verbreitet worden – zum Beispiel, dass sich der Tatverdächtige wieder auf freiem Fuß befinden soll.

„Das kann ich nicht bestätigen. Und ich muss es wissen“, sagte der ermittelnde Staatsanwalt Michael Burggräf auf Anfrage unserer Zeitung. „Der Tatverdächtige sitzt weiter in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Iserlohn“, betonte der Staatsanwalt auf Anfrage. Von weiteren Auskünften sah er mit Blick auf das Jugendgerichtsgesetz ab. Dadurch sei beispielsweise gewährleistet, dass Verfahren von Jugendlichen im Alter von 14 bis einschließlich 17 Jahren nichtöffentlich stattfinden.

„Beim Strafmaß ist auch das Jugendstrafrecht anzuwenden“, sagte Burggräf, der zum Fall des Messerstechers aus Plettenberg keine Prognose abgeben wollte. „Bei diesem versuchten Tötungsdelikt ein Strafmaß zu nennen, wäre hochspekulativ.“ In das Urteil würden etwaige Vorstrafen und auch ein mögliches Geständnis einfließen. Wann das Verfahren gegen den 16-jährigen Plettenberger eröffnet werde, dem von Amts wegen ein Pflichtverteidiger zur Seite gestellt werde, sei noch offen. „Man kann aber davon ausgehen, dass es bis zum Ende des ersten Halbjahres zur Hauptverhandlung kommt“, so Burggräf. 

Wichtige Zeugen dürften dabei die beiden schwer verletzten Jugendlichen aus Plettenberg sein, die nach dem Messerangriff in die Krankenhäuser nach Lüdenscheid und Plettenberg gebracht wurden. Der nicht lebensgefährlich verletzte Jugendliche konnte bereits letzte Woche aus dem Plettenberger Krankenhaus entlassen werden.  Auch der mit schweren Verletzungen ins Lüdenscheider Krankenhaus gebrachte Plettenberger befindet sich auf dem Weg der Genesung und verließ das Klinikum diese Woche, erklärte die Polizei. 

Auch an der Zeppelinschule, von der der Messerstecher stammt und die im Internet öffentlich an den Pranger gestellt wird, beschäftigt man sich intensiv damit, wie es zu einer derartigen Reaktion eines Schülers kommen konnte und wie man darauf reagieren sollte. Die Lehrer und die Schulleitung werden dabei nicht alleine gelassen: Die Bezirksregierung Arnsberg hat sich in ihrer Rolle als Schulaufsichtsbehörde eingeschaltet. Deren Mitarbeiter führen derzeit viele Gespräche mit den Lehrern vor Ort. „Wir stehen noch am Anfang der Aufarbeitung“, sagt Bezirksregierungssprecherin Anna Carla Springob, die zwei Dinge noch einmal verdeutlicht. Erstens: Der Konflikt habe sich außerhalb der Schule abgespielt und schwappe nun in die Schule herein. Zweitens: Es handele sich um einen laufenden Strafprozess, weshalb die Bezirksregierung keine detaillierten Auskünfte geben könne. 

„Wichtig ist, dass in die Schule erst einmal wieder Ruhe kommt“, betont Anna Carla Springob. Die Aufarbeitung solle „aber so schnell wie möglich, aber auch so besonnen wie möglich“ erfolgen.

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