Unfall in Plettenberg-Landemert

Todessturz aus dem Kofferraum - Zeugin: Heckklappe stand auf

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Am Unfallort, auf der Straße mit Namen Landemert, sind die Polizeimarkierungen noch deutlich erkennbar.

Plettenberg - Ein junger Mann liegt schwer verletzt auf der Straße und stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Der Sturz aus dem Kofferraum eines fahrenden Autos in Plettenberg wirft viele Fragen auf. Es gibt jedoch neue Erkenntnisse.

Der Unfall ereignete sich am späten Samstagabend. Was über den Fall bekannt ist - und was noch offen ist.

Was zuvor in der Gaststätte geschah:

Sieben Jugendliche waren ab 19 Uhr in der Gaststätte Käsebrink in Landemert zum Kegeln, Essen und Trinken. Die Gruppe, darunter auch in der Gaststätte bekannte Plettenberger, feiert den Abschluss eines erfolgreich absolvierten Computerlehrganges. Gegen 22.30 Uhr begaben sich die jungen Erwachsenen in den Biergarten, wo sich zu dem Zeitpunkt einige Stammgäste des Hauses aufhielten.

Zusammen nahm man noch weitere Getränke zu sich, bis sich die jungen Erwachsenen gegen 23.15 Uhr auf den Weg zum Sonneborn machten. Gaststättenmitarbeiter wollten der Gruppe ein Taxi bestellen. Man verzichtete jedoch und äußerte, zu Fuß in Richtung der Ortschaft Sonneborn weiterziehen zu wollen. Die Männer kamen den anwesenden Zeugen nicht „übermäßig betrunken“ vor.

Was eine Anwohnerin beobachtete:

Was danach geschah, ist bislang noch schwer nachzuvollziehen. Tanja Oschmann, eine Anwohnerin der Straße Landemert, zwischen „Unterm Eichholz“ und „Kapellenweg“ in Landemert, sah folgendes: „Es war ungefähr gegen 23.40 Uhr, als ich zum Fenster ging, denn ich hörte lautes Gegröle und ein Auto. Viel habe ich nicht gesehen, nur einen älteren Mercedes, der mit offener Kofferraumklappe die Straße entlangfuhr und Richtung Kurve Gas gab. Es war dunkel und ich konnte nicht so viel sehen, es sah aber so aus, als hätte irgendetwas am Auto drangehangen. Dann waren sie auch schon weg“, so die Augenzeugin. Sie habe sich dabei nichts weiter gedacht und auch nicht mitbekommen, dass jemand auf die Straße gefallen sei.

Was anderen Zeugen sagten:

Die Polizei gibt als Unfallzeitpunkt 23.54 Uhr an. Dann soll die Person schwerstverletzt aufgefunden worden sein, ins Krankenhaus gebracht und auf dem Weg dorthin verstorben sein, heißt es. An der Unfallstelle seien Zeugen befragt worden – darunter Personen, die in dem Fahrzeug gesessen haben. Diese Mitfahrer machten „widersprüchliche Angaben“ zum Unfallgeschehen, heißt es in einer Polizeimitteilung.

Ein Hinweis führte die Beamten zu einem Mercedes, der auf einen 21-jährigen Plettenberger zugelassen ist. Die weiteren Ermittlungen ergaben dann den Sturz des 28-Jährigen aus dem Kofferraum während der Fahrt. Alle insgesamt sieben Insassen des Autos sollen Alkohol getrunken haben. Wer den Schwerstverletzten gefunden hat und ob die anderen Personen im Mercedes weiterfuhren oder nicht, ist weiterhin unklar. Auch wer gefahren ist, steht noch nicht fest.

War ein weiteres Fahrzeug beteiligt? 

Die Ermittlungen von Polizei und Staatsanwaltschaft konzentrieren sich auf die Feststellung des zur Unfallzeit verantwortlichen Fahrers des Mercedes 190 E. Im Fokus der Ermittler stehen hierbei zwei Männer aus Plettenberg (21 und 28). Die Führerscheine der beiden Männer wurden sichergestellt. Zugleich werden die Ermittlungen, unter anderem wegen des Verdachts des Vortäuschens einer Straftat, gegen vier weitere Personen aus Plettenberg (24), Hemer (24 und 33) und Fröndenberg (24) fortgeführt, die sich zum Zeitpunkt der Unfallaufnahme vor Ort befanden.

Gegenüber den Polizeibeamten machten sie Angaben zu einem weiteren, angeblich flüchtigen Auto, das das spätere Opfer angefahren haben soll. Es gibt jedoch keine Hinweise zu einem zweiten Fahrzeug, sagte Polizeipressesprecher Dietmar Boronowski.

Wie geht es jetzt weiter? 

Alle Tatverdächtigen wurden am Sonntagmittag nach ihren Vernehmungen wieder auf freien Fuß gesetzt. In den kommenden Tagen erfolgt die Obduktion des Leichnams. Es werden zudem weitere Spuren ausgewertet, umfangreiche Vernehmungen geführt und der sichergestellte Mercedes kriminaltechnisch untersucht. Der polizeiliche Opferschutz kümmert sich um die Betreuung der Hinterbliebenen.

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