Großkunde sprang ab

Drohende Insolvenz! Spedition im MK sucht Investor

Für die Spedition Koch wird derzeit ein neuer Investor gesucht, damit dort alles weiterläuft und vor allem -fährt.

Herscheid – Der 1. August 2019 war kein guter Tag für die seit zwei Jahren in Friedlin ansässige Spedition Koch, denn an diesem Tag wurde über das Vermögen der Wilhelm Koch GmbH & Co. KG Spedition wegen Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung das Insolvenzverfahren eröffnet.

Doch möglicherweise wird das Datum rückblickend auch gleichbedeutend für den Neuanfang sein, denn bei der Spedition stehen keineswegs die Räder still, wie der zuständige Insolvenzverwalter Dr. Martin Plappert im Gespräch mit unserer Zeitung erklärte. 

„Wir arbeiten weiter mit allen Mitarbeitern an Bord“, erklärte Plappert, der sich nach eigenen Angaben in sehr aussichtsreichen Verhandlungen mit Investoren befinde. „Wenn alles klappt, gibt es zum 1. Oktober eine gute Nachfolgeregelung“, so Plappert, der auf eine Übernahme aller Mitarbeiter, der Lastzüge und des Betriebsgeländes in Friedlin hofft, das nichts mit dem Insolvenzverfahren zu tun hat.

 Wie es überhaupt zu der Insolvenz kam, sei schnell erklärt. Zunächst sei ein langjähriger Großkunde, ein heimisches Unternehmen mit Sitz außerhalb Europas, abgesprungen. Und dann seien zu Beginn des Jahres gleich drei Mitarbeiter gleichzeitig krankheitsbedingt ausgefallen. Ersatzfahrer seien nicht zu beschaffen gewesen. 

„Es waren keine Fahrer zu bekommen und so kam es in Kombination mit dem fehlenden Großauftrag zu einem starken Umsatzrückgang im ersten Quartal. Aber es wurde noch rechtzeitig die Bremse gezogen“, lobte Insolvenzverwalter Plappert den frühzeitigen Insolvenzantrag, mit dem im Mai, Juni und Juli die Löhne gesichert wurden. 

Seit Anfang August komme die Spedition Koch aus eigener Kraft wieder für alle anfallenden Kosten auf. Dennoch sei die Übernahme der Spedition durch einen Investor der richtige Schritt, der auch vom 65-jährigen Geschäftsführer mangels Nachfolger voll mitgetragen werde. 

„Wir streben auf jeden Fall an, dass der Standort erhalten bleibt, denn das ist auch für die heimischen Kunden der Spedition wichtig“, erklärte Plappert. Im Gespräch sei er mit mehreren großen Speditionen aus dem heimischen Raum sowie der weiteren Umgebung. Er zeigte sich vor der am 18. September anstehenden Gläubigerversammlung sehr optimistisch, „dass diese Geschichte ein gutes Ende nimmt und alle 21 Mitarbeiter übernommen werden.“

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