Wald nur „ganz vorsichtig“ betreten

Nach Friederike: „Großes Glück gehabt“

+
Friederike war – zumindest in Plettenberg – nicht mit dem Orkan Kyrill zu vergleichen. Dieses Bild entstand 2007; Kyrill hatte tausende Bäume umgeworfen.  

Plettenberg - Abgedeckte Dächer, überfüllte Gewässer und vor allem umgestürzte Bäume – auch knapp zwei Wochen nach dem Sturmtief „Friederike“ sind die Spuren noch deutlich sichtbar – vor allem im Wald: knapp 4 000 Festmeter Holz sind nach Schätzungen von Bernd Schmitt vom Regionalforstamt Märkisches Sauerland in Plettenberg gefallen.

„Wir haben ganz großes Glück gehabt“, zieht er Bilanz. Zum Vergleich: Der Orkan Kyrill legte über 100 000 Festmeter Holz um. Ein Festmeter entspricht in etwa einer Fichte. Das Sturmtief Friederike am 18. Januar dieses Jahres fegte mit Spitzengeschwindigkeiten von über 140 Kilometern die Stunde über Deutschland – schlimmere Schäden in der Region blieben glücklicherweise aus. 

Markus Ingenohl, der für den Wald des Landes NRW vor Ort zuständig ist, schätzt den Schaden im Ebbetal auf 500 Festmeter. „Das sind etwa 500 Bäume“, erklärt Ingenohl, der den wirtschaftlichen Schaden pro Baum auf etwa 20 Euro und damit insgesamt auf rund 10 000 Euro schätzt. 

„Das ist verkraftbar“, sagt Ingenohl. In den letzten Tagen haben sich die Förster einen Überblick verschafft und erst einmal alle Wege freigeräumt. Eine komplette Entwarnung für alle, die den Wald betreten, kann er allerdings noch nicht geben. „Es können immer noch Äste und auch größere Bäume umfallen, die der Sturm angeknickt hat“, warnt der Förster. Eine akute Lebensgefahr herrsche zwar nicht mehr.

Dennoch sollte der heimische Wald nur mit äußerster Vorsicht betreten werden. Das gilt auch weiterhin für den Weg übers Tanneneck. Am Anfang des Weges in Pasel hängt eine Fichte, die bisher noch nicht weggeräumt wurde. Der Weg ist offiziell gesperrt. Mit dem verheerenden Sturm „Kyrill“ vor elf Jahren könne „Friederike“ nicht verglichen werden

„Der Sturm war deutlich schwächer als Kyrill – zu unseren Gunsten“, vergleicht Ingenohl im Gespräch mit der Heimatzeitung. 

Aufarbeitung des Sturms kann dauern 

Thomas Kroll-Bothe, ebenfalls Förster in der Vier-Täler-Stadt, erklärte, dass sich die Aufarbeitung in Plettenberg noch ein bisschen hinziehen könnte. „Der Sturm nimmt keine Rücksicht auf die Fallrichtung der Bäume“, sagte Kroll-Bothe.

An manchen Stellen herrsche gewissermaßen ein Chaos – die Bäume liegen verteilt in alle möglichen Richtungen auf dem Boden. 

Menden am stärksten betroffen 

Während Plettenberg noch einigermaßen glimpflich davongekommen ist, hat es märkische Städte wie Menden deutlich härter getroffen. So lautet die erste Bilanz von Mendens Stadtförster Dirk Basse, der in den vergangenen Tagen nach dem Sturm den Wald begutachtet hat. Rund 12 000 Festmeter seien nach ersten Schätzungen in Menden gefallen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.