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Nach Asbest-Fund: Stadtarchiv zieht um

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Von: Johannes Opfermann

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Da die Vier-Täler-Schule abgerissen wird, muss das Stadtarchiv dort ausziehen.
Da die Vier-Täler-Schule abgerissen wird, muss das Stadtarchiv dort ausziehen. © Veelen, Marie

Das Stadtarchiv ist quasi das historische Gedächtnis der Stadt – und ausgerechnet im Jubiläumsjahr hat es kein richtiges Zuhause mehr, denn es muss umziehen. Anders als ursprünglich geplant geht es aber nicht ins Oestertal, sondern nach Ohle.

Plettenberg – Noch befindet sich Archiv in der Vier-Täler-Schule in Holthausen. Das Gebäude ist allerdings asbestbelastet. Bislang sah die Planung einen Umzug in die zu diesem Zweck erworbene Bonifatiuskirche im Oestertal vor. Doch dort sind noch Kita-Kinder aus Holthausen untergebracht, die 2020 ebenfalls wegen der Asbestbelastung aus der Vier-Täler-Schule ausziehen mussten. Auf Anfrage des Süderländer Tageblatts erklärt die Stadt, wie alles zusammenhängt und warum nach der ersten Zwischenlösung für die Kita nun eine weitere für das Archiv benötigt wird.

Archiv-Umzug und Kita hängen zusammen

„Die ehemalige Vier-Täler-Schule soll nach letzten Beratungsstand komplett zurück gebaut und durch einen Neubau für die Grundschule ersetzt werden. Das ist Bestandteil der Beratungen zum Umgang mit der Schule“, schreibt Bauamtsleiter Sebastian Jülich im Auftrag der Stadt. „Das Archiv kann dann anders als beim ursprünglich geplanten Umbau nicht im Gebäude bleiben. Ein Umzug in die Kirche im Oestertal ist erst möglich, wenn die dort zur Zeit untergebrachte Kindertagesstätte wieder zurück nach Holthausen zieht. Das geht aber erst, wenn die neue Kita (im Gebäude der jetzigen Grundschule) bezugsfertig ist.“

Deswegen müsse für diesen Zeitraum das Archiv anderweitig untergebracht werden. „Die Möglichkeit hierfür bietet sich in der Halle Am Friedhahn“, schreibt der Bauamtsleiter. Hier könne das Archiv gut untergebracht werden.

Übergangsweise in Ohle untergebracht

Die städtische Liegenschaft Am Friedhahn ist der Komplex, den die Stadt 2015 für die Unterbringung von Flüchtlinge erworben hatte. „Hier ist ausreichend Platz vorhanden, auch wenn Teile des Gebäudes auch im Moment für die Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine vorbereitet sind“, so Jülich. „Im Moment ist das Gebäude nicht belegt, die Flüchtlinge aus der Ukraine konnten bisher anderweitig untergebracht werden.“

Eine dauerhafte Unterbringung des Archivs ist hingegen nicht geplant. „Das Stadtarchiv wird dort nur übergangsweise so lange untergebracht, bis die Kita aus der Bonifatiuskirche zurück nach Holthausen gezogen ist. Das Archiv zieht dann wie geplant in die Bonifatiuskirche“, erklärt der Bauamtsleiter den Ablauf. Das die Unterbringung am Friedhahn nur temporär ist, bedeutet auch, dass beispielsweise die Archivgüter in gesonderten Containern in normalen Regalen untergebracht werden. „Die Rollregalanlage wird für diese Zeit nicht aufgebaut, sondern bis zum Einbau in der ehemaligen Kirche eingelagert“, erklärt Jülich.

Am Friedhahn sind für den Umzug des Archivs Umbaumaßnahmen erforderlich, die allerdings überschaubar sind. So sollen die Büroräume in einer Wohnung im Erdgeschoss und Kellergeschoss eingerichtet werden. Eine Grundreinigung und Malerarbeiten schlugen mit 3400 Euro zu Buche. Die eigentlichen Archivalien – rund 1000 Regalmeter an Archivalien und Akten werden umziehen – sollen in der benachbarten Halle untergebracht werden.

Ab dem 23. Mai war das Stadtarchiv – in den alten Räumen – wegen des anstehenden Umzugs geschlossen. Der eigentliche Umzug soll nach Aussage der Stadt am 16. Juli beendet sein, das bedeute aber nicht, dass das Stadtarchiv dann sofort wieder geöffnet ist. „Die Kolleginnen müssen im Archiv dann erst einmal ,ankommen’“, so Jülich. Die ganzen Umzugskartons müssten beispielsweise ausgepackt und der Inhalt eingeordnet werden. „Ein Umzug ist nicht schon beendet, wenn die Umzugswagen die Sachen von A nach B transportiert haben.“

Keine dauerhafte Nutzung als Kita

Direkte Auswirkungen auf die Kita-Übergangslösung in der umgebauten Bonifatiuskirche hat der Archiv-Umzug nicht, hängt aber wie dieser von der Schaffung der neuen Kita-Räume in Holthausen ab.

„Die Räume werden nicht dauerhaft als Kita genutzt“, schreibt der Bauamtsleiter zur Bonifatiuskirche. „Die Nutzung erfolgt bis die neue Kita in Holthausen bezogen werden kann. Hier ist nach dem Beschluss im Jugendhilfeausschuss zu prüfen, ob noch weitere Gruppen als bisher geplant dort untergebracht werden können. Von dem dann endgültigen Konzept hängen die erforderlichen Arbeiten und damit die Bauzeit nach dem Auszug der Grundschule aus dem Gebäude ab. Daraus ergibt sich dann der Fertigstellungstermin.“

Eine Schaffung zusätzlicher Betreuungskapazitäten in den Räumen der ehemaligen Bonifatiuskirche sei hingegen nicht geplant.

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