Eigentümer von Brüninghausen bedankt sich für Spende

Nach altdeutscher Deckung restauriert

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Rolf Klostermann, Ortskurator Sauerland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (2. von li.), übergab mit Tomislav Majic, Vereinigte Sparkasse im Märkischen Kreis (li.), einen Spendenscheck an Dr. Christoph Freiherr von Wrede (3. v. re.). Auch die Stadt Plettenberg, vertreten durch Christel Rautenberg und Hartmut Engelkemeier (rechts), sowie der Märkische Kreis hatten die Maßnahme am Dach unterstützt.

Plettenberg - Rund 700 Jahre alt sind einzelne Bauteile des Schloss Brüninghausen, das sich kurz hinter dem Bahnübergang in Ohle befindet. Bei dem alten Gebäude, das zum Bild von Plettenberg gehört, musste nun jedoch das Dach erneuert werden. 

Eigentümer Dr. Christoph Freiherr von Wrede kann sich dabei über eine Spende der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und der Sparkasse in Höhe von 26 500 Euro freuen, denn die Renovierung musste unter den Anforderungen des Denkmalschutzes geschehen.

Schloss Brüninghausen wurde 1311 erstmals als Lehen des Erzbischofs von Köln urkundlich erwähnt. Die Besitzungen wurden früh geteilt. Das Turmgut kam in den Besitz der Familie von Rüspe und das Mühlengut in den der Herren von Ohle. Nach mehreren Besitzerwechseln des Turmguts vereinte die Familie von Rüspe später die beiden Güter erneut. Die Familie von Wrede, die Brüninghausen auch heute noch besitzt, erlangte dieses in der Mitte des 17. Jahrhunderts durch eine Heirat. „Meine Familie hat damals das Gebäude um den alten Turm herum gebaut“, erklärt Dr. Christoph Freiherr von Wrede.

In den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts seien dann seine Großeltern in das Haus eingezogen. Dort seien dann sein Vater und dessen drei Geschwister zur Welt gekommen. 1942 sei die Familie nach Amecke gezogen und das Haus wurde vermietet, beziehungsweise diente nach dem Zweiten Weltkrieg als Werkswohnungen für das Ohler Eisenwerk. Heute befinden sich Wohnungen in dem Gebäude, die alle vermietet sind.

Bei einem so alten Gebäude fielen allerdings Kosten an, berichtete Dr. Christoph Freiherr von Wrede, die sich durch die Mieteinnahmen alleine kaum decken ließen. Die Maßnahme am Dach habe durch das Einhalten des Denkmalschutzes etwa 58 000 Euro gekostet und war somit laut Thomas Borau, Inhaber des gleichnamigen Dachdeckerbetriebes in Lüdenscheid, mindestens doppelt so teuer wie eine normale Reparatur eines Daches. Der Dachdeckerbetrieb aus Lüdenscheid, der mittlerweile häufiger mit Denkmalschutz zu tun hat, erledigte die Arbeiten bereits im August. So erklärte Thomas Borau: „Das Dach wurde mit sauerländischem Schiefer in altdeutscher Deckung gedeckt.“ Altdeutsche Deckung bedeutet, dass alle Steine ineinander eingebunden werden. Die Steinreihen werden zudem kleiner und es handelt sich um unterschiedliche Steinbreiten, die genagelt werden. Das Dach hat eine Fläche von 600 Quadratmetern, wovon der vordere Teil erneuert werden musste. „Einmal im Jahr begutachte ich das Dach gemeinsam mit dem Dachdeckerbetrieb“, erklärt der Eigentümer. Der alte Schiefer, der von 1936 stammte, sei vom Dach entfernt worden, die Holzfläche wurde darunter entnagelt, neue Fichtenbretter darauf gelegt und der neue Schiefer angebracht.

Rolf Klostermann, Ortskurator Sauerland der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), übergab für diese Maßnahme gemeinsam mit Tomislav Majic von der Vereinigten Sparkasse im Märkischen Kreis einen symbolischen Fördervertrag über 26 500 Euro für die Restaurierung des Daches von Schloss Brüninghausen in Plettenberg an Dr. Christoph Freiherr von Wrede. Die Sparkasse hatte zuvor zweckgebunden für das Schloss Brüninghausen an die Stiftung gespendet, wodurch die Förderung möglich gewesen war. Die Stiftung wird zum Teil aus privaten Spenden, wie der der Sparkasse, unterstützt und zur anderen Hälfte von Mitteln von Westlotto aus der Lotterie GlücksSpirale.

Auch die Stadt Plettenberg, vertreten durch Christel Rautenberg und Hartmut Engelkemeier von der unteren Denkmalbehörde, und der Märkische Kreis unterstützten den Eigentümer mit einer Förderung, wobei die Hälfte davon aus Fördermitteln des Landes bestanden. In diesem Zuge bedankte sich Dr. Christoph von Wrede auch bei der Stadt als Ansprechpartner vor Ort. Trotz der Vorschriften durch den Denkmalschutz, sei man „froh, einen Partner zu haben, der einen unterstützt“, sagt der Eigentümer und beschreibt seine emotionale Bindung zu dem Anwesen. Man frage sich, wie man das Schloss in die nächste Generation bringen könne, ohne das es diese überfordere und was in der Zukunft aus dem historischen Gebäude werden solle.

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