Autos und Fußgänger haben Grün

Mutter mit Kind an Kreuzung fast angefahren

+
An der Kreuzung unmittelbar an der Martin-Luther-Schule gibt es nahezu täglich gefährliche Situationen, wenn Fußgänger die Fahrbahn überqueren wollen. Ein Prüfantrag der Stadt soll Abhilfe leisten: Eine längere Rotphase für den motorisierten Verkehr wäre eine Lösung.

Plettenberg – Es ist erst ein paar Tage her, seit Evdoxia Chryssanthakopoulou den Schock ihres Lebens hatte. Um ein Haar wären sie und ihre vierjährige Tochter an der Kreuzung Lehmkuhler Straße / Königstraße von einem Transporter angefahren worden.

Der Fahrer des Transporters war auf der Königstraße Richtung Innenstadt unterwegs und wollte links auf die Lehmkuhler Straße Richtung Lohmühle abbiegen. Zeitgleich querten die junge Plettenbergerin und ihre Tochter die Fahrbahn an der dortigen Ampel Richtung Martin-Luther-Schule. Sowohl Fußgänger als auch Verkehrsteilnehmer hatten grünes Licht, durften also fahren/ gehen – glücklicherweise konnte ein Zusammenstoß vermieden werden, da Evdoxia Chryssanthakopoulou geistesgegenwärtig handelte und ihre Tochter in Sekundenschnelle in Sicherheit zog. 

„Ich sah den Transporter und habe mich schon gewundert, warum er nicht stehen bleibt. Der Fahrer muss uns übersehen haben“, erklärte die Mutter im Gespräch mit der Heimatzeitung. Das sei kein Einzelfall gewesen, denn sie habe schon häufiger Probleme an der Stelle der Kreuzung gehabt. „Das war schon oft Thema unter uns Müttern, die ihre Kinder täglich zur Schule begleiten oder abholen“, so die Plettenbergerin. „Es ist sehr gefährlich, dass dort Autofahrer und Passanten gleichzeitig Grün haben. Das sollte geändert werden, damit es nicht schon bald zu einem Unfall kommt“.

 Sie mache sich große Sorgen und wolle ihr Anliegen jetzt an die Stadt weitergeben, damit nicht irgendwann etwas Schlimmeres passiert. Auch Martina Koppe, die die Kreuzung berufsbedingt mehrmals täglich passieren muss, teilt die Meinung von Evdoxia Chryssanthakopoulou. „Vor einem Jahr ist hier eine Großmutter angefahren worden, die ihre Enkel von der Schule abholen wollte – das habe ich mitbekommen. Die Kreuzung ist sehr gefährlich“, findet Koppe. 

Thorsten Spiegel vom städtischen Ordnungsamt hat sich nun der Sache angenommen – mit einem erfreulichen Ergebnis für alle Fußgänger: „Wir haben einen Prüfauftrag herausgegeben und ich denke, die Rotphasen der Ampel werden zukünftig für die Autofahrer verlängert“. Er sehe in der Angelegenheit Handlungsbedarf, weil es sich um eine Kreuzung unmittelbar an der Martin-Luther-Grundschule handelt. „An der Stelle wollen wir natürlich gerade für die Schüler und Eltern höchste Sicherheit gewährleisten.“ Er rechnet mit einem Ergebnis in etwa vier Wochen. 

Sollte die Rotphase dort für Autofahrer verlängert werden, hätten Fußgänger mehr Zeit, die Straße sicher zu queren. Für die Fahrer würde das, laut Spiegel, eine Wartezeit von höchstens 30 Sekunden bedeuten. „Ich denke, das ist hinnehmbar“, hofft er auf das Verständnis aller Verkehrsteilnehmer. Evdoxia Chryssanthakopoulou, Martina Koppe und alle weiteren Fußgänger dürfte das Ergebnis jedenfalls freuen – und wenn mit 30 Sekunden Geduld Unfälle vermieden werden könnten, dürften die Fahrer die Lösung wohl auch akzeptieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare