Das Geheimnis um den falsch bedruckten Becher

Musiker der „Plettenberg Stammtischmusig“ zu Gast bei Bürgermeister Schulte

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Bürgermeister Schulte (li.) konnte dank des Besuchs der „Plettenberg Stammtischmusig“ aus Schömberg in Baden-Württemberg das Geheimnis um den falsch bedruckten Becher des Märkischen Kreises lüften.

„Gute Kapellen gibt es viele, aber es ist schwer, den Anknüpfungspunkt zu finden“, stellte Bürgermeister Ulrich Schulte gestern Vormittag fest. Er begegnete gestern zum ersten Mal zwei Musikern der „Plettenberg Stammtischmusig“, die für zwei Tage im Sauerland zu Gast waren.

Jens Neher und Wolfgang Riedlinger aus Schömberg (Baden-Württemberg) waren seit Mittwoch im Zeitungshaus An der Lohmühle zu gast, um die Stadt kennenzulernen, deren gleichnamiger Berg zum Namen ihrer Blasmusik-Gruppe wurde. Seit Jahren treffen sich die Musiker der „Plettenberg Stammtischmusig“ im „Gasthof zum Plettenberg“, um gemeinsam zu proben und auch, um das ein oder andere dunkle Bier des „Plettenberg Urtyp 1911“ zu verzehren (wir berichteten). 

Für Akkordeonspieler Jens Neher und Gastwirt Wolfgang Riedlinger ging es am gestrigen Morgen nach dem Frühstück weiter zum Besuch des Bürgermeisters, der sich natürlich freute, die „falschen“ Plettenberger, wie sie bis dato scherzhaft genannt wurden, kennenzulernen. Natürlich gab es gleich zu Beginn ein Ständchen für den Bürgermeister, der daraufhin in Erinnerungen schwelgte: „Ich habe tatsächlich auch schon mal Akkordeon gespielt – damals zu Schulzeiten. Ich muss jedoch gestehen, dass der Funke nie wirklich übergesprungen ist!“, gab er schließlich zu. Das Thema „Bäume in der Innenstadt“ war bei den Gästen natürlich auch schon angekommen. 

Sie hatten am Mittwoch eine Stadtführung bekommen und dabei von dem derzeitigen Diskussionsthema Nummer eins erfahren. Bürgermeister Schulte brachte alle Beteiligten kurz auf den neusten Stand: „Heute morgen hatte ich die Unterschriftenlisten schon in der Post. Nach einer erneuten Begehung wird dann entschieden, wie es weitergeht!“, so der Bürgermeister. Eigentlich sei eine Begehung durch die FDP angedacht gewesen. Man habe sich jedoch gemeinsam dazu entschlossen, mit einem Arbeitskreis zur Innenstadtgestaltung das Thema „Bäume“ noch einmal ausgiebig zu besprechen. 

Viele interessierte Fragen an die Gäste 

Natürlich hatte Schulte im Gegenzug auch einige Fragen an die Gäste aus Baden-Württemberg und hatte eigentlich insgeheim auf ein kleines Geschenk gehofft. „Jetzt habe ich in der Heimatzeitung von eurem persönlichen Bier „Plettenberg Urtyp 1911“ gehört, und jetzt habt ihr gar keins für mich mitgebracht!“, stellte er schließlich enttäuscht fest. 

Dennoch hatte er natürlich Verständnis dafür, dass das mitgebrachte Zehn-Liter-Fass schon am vorherigen Abend von einigen durstigen Sauerländern und den Gästen geleert worden war. Der schwäbische Wirt entschuldigte sich, dass leider nichts mehr für Schulte übrig geblieben war, erklärte aber anschließend, dass nur er dieses Bier ausschenken würde und die „Baisinger-Brauerei“ das Bier ausschließlich in Fässern verkaufen würde. „Sonst hätte ich natürlich selbstverständlich ein paar Flaschen für Sie mitgebracht!“, so Wolfgang Riedlinger versönlich. Für den Bürgermeister stand schnell fest, dass er das Bier der Plettenberger auf jeden Fall noch einmal probieren muss. 

Schnell schmiedete man Pläne, dass das „Plettenberg Urtyp 1911“ auf jeden Fall auf der Plettenberger Woche im kommenden Jahr ausgeschenkt werden soll. Zum 40. Stadtfest 2018 soll dann die ganze Combo aus dem etwa viereinhalb Stunden Autofahrt entfernten Schömberg auftreten und das ganze Wochenende ihre „Stammtischmusig“ zum Besten geben. 

Die Plettenberg Stammtischmusig spielte bei Bürgermeister Ulrich Schulte. (Video von Felicitas Hochstein/Süderländer Tageblatt)

Die grobe Planung dafür steht schon fest. Für die Feinheiten wolle man sich noch einmal mit Barbara Benner vom Kulturbüro absprechen. Ulrich Schulte ließ sich anschließend von den Musikern noch einmal genau erklären, wie der Name der Gruppe zustande gekommen ist. „Wir haben dort, wo wir wohnen, also ziemlich genau auf der Mitte zwischen Stuttgart und dem Bodensee, einen Berg bei uns, das ist der Plettenberg, und deshalb heißt auch mein Gasthof „Zum Plettenberg“, erklärte Wolfgang Riedlinger. 

Plötzlich hatte Schulte ein Déjà-vu, sprang auf und kehrte einige Minuten wieder mit einem schwarz-weißen Kaffeebecher zurück. „Jetzt weiß ich auch, woher der Fehldruck auf dem Becher des Märkischen Kreises kommt, ist das euer Turm hier auf dem Becher?“

 Schulte erklärte, dass der Märkische Kreis vor einigen Jahren einen Becher hat anfertigen lassen, auf dem alle Städte mit den jeweiligen Wahrzeichen zu finden waren. Plettenberg hatte damals einen Fernmeldeturm bekommen, was niemand so recht verstand. „Wir haben uns echt alle gefragt, wo dieser komische Turm herkommt, und was der mit Plettenberg zu tun hat. Jetzt wird mir alles klar!“, so Schulte lachend. 

Man hatte damals wohl den Fernmeldeturm abgedruckt, der noch heute auf dem Plettenberg bei Schömberg steht. Als dieser Fehler aufgefallen war, bedruckte man neue Becher – dann bekam Plettenberg auch seine Christuskirche als Wahrzeichen. „Den mit dem Turm dürfen Sie natürlich mitnehmen, ich hatte nie eine Verwendung für den falsch bedruckten Becher“, so überreichte Schulte das gute Stück mit der lustigen Geschichte an die „Plettenberger“. 

Geschenke, die an Plettenberg erinnern 

Hinzu kam ein weiteres Geschenk – ein Wappenteller, der von nun an im „Gasthof zum Plettenberg“ seinen Platz finden soll. Es gibt auf jeden Fall ein Wiedersehen – da waren sich alle einig. Sie freuen sich schon jetzt auf den Auftritt bei der Plettenberger Woche im kommenden Jahr. Gegen Nachmittag traten die beiden Gäste dann ihren Heimweg nach Schömberg an und verließen die Vier-Täler-Stadt Richtung Süden. 

Mit im Gepäck hatten sie viele neue Eindrücke von der Stadt Plettenberg, einige neu geknüpfte Freundschaften und Kontakte – und natürlich den Becher mit dem Turm ihres Plettenbergs.

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