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Musik auf zwei Sprachen: Nachwuchs-Musiker im MK bringt bilinguales Album raus

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Von: Jona Wiechowski

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Der Plettenberger Lukas Potempa macht für sein Leben gerne Musik. An seinem Album hat er unzählige Stunden gearbeitet. „Da ist so manche Nacht zum Tag geworden.“
Der Plettenberger Lukas Potempa macht für sein Leben gerne Musik. An seinem Album hat er unzählige Stunden gearbeitet. „Da ist so manche Nacht zum Tag geworden.“ © Lukas Potempa

Lukas Potempa hat sein erstes richtiges Album rausgebracht. Es heißt „Bilingual“ und das nicht ohne Grund: Der 20-Jährige aus dem MK singt auf Englisch und Deutsch – zu letzterem hat ihm ein ganz Großer der deutschen Musikwelt den Anstoß gegeben.

Plettenberg – Wenn Potempa an das denkt, was in den letzten paar Jahren passiert ist, muss er kurz überlegen und sagt dann: „Krass!“ 2019 hat er sich mit seiner ersten EP „Homemade“ an die Öffentlichkeit gewagt. Jetzt, knapp drei Jahre später, bringt er sein „erstes, richtiges Album“ an den Start, wie er selbst beschreibt. Zehn Titel sind drauf, auf zwei Sprachen – gefühlvoll, berührend, echt. Die Stunden, die in das Werk geflossen sind, kann der Plettenberger nicht zählen. „Da ist so manche Nacht zum Tag geworden – manchmal sind 24 Stunden einfach nicht genug“, sagt der junge Mann mit dem sympathischen Lächeln, der Brille und den hochgestylten Haaren.

Die Idee, ein Album allein zu produzieren, habe er schon länger gehabt. „Ich mache für mein Leben gern Musik“, erzählt er. Gitarre und Klavier hat er sich genauso selbst beigebracht wie das Musizieren an der Loop-Station. Dann kam irgendwann Corona – und nahm die Möglichkeit, viele andere Dinge zu tun. Potempa konnte sich intensiv seinem Projekt widmen. „Das war neben all den Sorgen und Einschränkungen auch ein Anreiz, weiter am Album zu arbeiten“, resümiert er.

Regelmäßige Auftritte im Internet

Die Titel hat er selbst aufgenommen und abgemischt. Nicht alle sind in diesem Jahr entstanden. „Einige Titel habe ich vor „Homemade“ geschrieben und weiter verfeinert“, sagt er und spricht von einem durchaus langen Entstehungsprozess. Sein Favorit? Der Titel Unperfekt. „Der Song hat grade in der heutigen Zeit eine wichtige Botschaft – Es ist wahr: Jeder ist unperfekt und das macht es für mich perfekt“.

In der Corona-Zeit hat der 20-Jährige mit der Plattform Twitch eine Bühne gefunden, singt hier vor einem Internet-Publikum. Eine feste Zuschauerschaft klickt sich regelmäßig rein. Hier hat er auch an einer Talentshow von Jens Knossalla teilgenommen, der unter dem Namen „Knossi“ bekannt ist. In einem Monat gewann er – und durfte deswegen beim Jahresfinale antreten. Dort saß auch Sido, der deutsche Rapper, Musikproduzent und Songwriter, in der Jury. „Wir sind hinterher über Instagram ins Gespräch gekommen“, erzählt er.

„Bilingual“ überall im Streaming

Sido habe ihn auch dazu gebracht, sich auf Deutsch zu versuchen. Die Idee für das bilinguale Album war geboren. „Ich habe so etwas vorher noch nirgends gesehen oder gehört“, sagt er. Denn eigentlich hatte er geplant, alles auf Englisch zu singen. „Ich sehe mich da im Pop zuhause“, meint er.

„Bilingual“ gibt es auf den großen Streamingdiensten Spotify, Amazon Music, Apple Music und Co. zu hören – und auch analog ist es zu bekommen, dann auch in der Deluxe-Version. Neben Stickern, einem Feuerzeug und Co. bekommen Hörer hier zwei extra Songs. Erhältlich ist das Ganze in seinem Online-Shop.

„Bilingual“ heißt das Album von Lukas Potempa, das zehn Titel auf zwei Sprachen enthält.
„Bilingual“ heißt das Album von Lukas Potempa, das zehn Titel auf zwei Sprachen enthält. © Lukas Potempa

Sei es am Anfang noch schwierig gewesen, auch nur Tausend Wiedergaben zu erreichen, habe er heute allein auf Spotify monatlich mehrere Tausende Zuhörer. Im Vergleich zu vor ein paar Jahren: „Schon ein Riesen-Unterschied – unterbewusst wird das einem gar nicht so klar“, sagt er und klingt stolz. Sicher, der Weg sei steinig. „Aber man sieht einen Prozess.“

Und er soll weitergehen, dieser Prozess, dieser künstlerische Weg. Musik schreiben, weitere Singles rausbringen, Kontakte nutzen und weitere knüpfen – das nimmt er sich vor. Gut in Erinnerung ist ihm die Zusammenarbeit mit DJ Alfred Heinrichs geblieben, der durch elektronische Musik bekannt geworden ist. „Fühlen“ heißt der Titel, der allein auf YouTube über eine halbe Millionen Mal angesehen wurde. „Als ich ihn das erste Mal in Berlin besuchte, war ich begeistert von der Unterstützung und Zusammenarbeit am Song ‘Fühlen’“, sagt er. „Die Art und Weise, wie er seine Kreativität und Menschlichkeit auslebt – einfach unglaublich.“

Ein Ziel: Auftritte vor Live-Publikum

Auch Auftreten vor Publikum in der echten Welt – „live live“, wie er sagt – steht auf jeden Fall auf der Liste, vielleicht in Plettenberg. „Das ist nochmal was anderes, als live auf Twitch zu singen“, sagt er.

Das alles macht Potempa irgendwie nebenbei. So wie es sein Studium an der Fachhochschule zulässt. Mit dem Studiengang Ingenieur für Produktentwicklung und Konstruktion hat er sich auch hier gut was vorgenommen. Und jetzt stehen bald erstmal Klausuren an.

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