Die Rede ist von Mülltourismus

Müllprobleme in Plettenberger Problembezirk nehmen kein Ende - die Stadt will bald härter durchgreifen

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Plettenberg - Über Monate beschäftigen wir uns nun schon mit den Müllproblemen im Bereich Beiese, vor allem vor den Häusern 1 bis 11, an denen ein öffentlicher Spielplatz grenzt. Vieles wurde von Seiten der Hauseigentümer und der Behörden unternommen, doch  nichts hat bisher gefruchtet.

Mülltüten stapeln sich nicht nur in den völlig überfüllten schwarzen Tonnen und in den beiden Rollcontainern, sondern auch davor. Daneben: Ein Berg von Sperrmüll, der offenbar immer weiter wächst. Die Anwohner pochen schon seit Monaten auf eine Verbesserung, berichten von einer Art Mülltourismus, also Autofahrer, die ihren Müll abladen und dann wieder wegfahren.

Der Märkische Kreis, der für illegale Müllentsorgungen auf Privatgelände zuständig ist, und auch die Stadt Plettenberg, die weiter oben am Beiese an der öffentlichen Straße immer wieder mit unangemeldeten Sperrmüll-Bergen zu kämpfen hat, versuchen der Lage Herr zu werden.

„In der Tat ist es so, dass der Märkische Kreis und die Stadt Plettenberg in einzelnen Ortsteilen, auch am Beiese, zunehmend Aufwand mit illegalen Müllablagerungen haben“, berichtet Ordnungsamtsleiter Thorsten Spiegel. „Einzelne Personen und Personengruppen entledigen sich ihres Mülls dort rücksichtslos – ohne die Möglichkeit der kostenlosen Sperrmüllabholung auch nur in Erwägung zu ziehen. Teilweise wird Restmüll auch an Ort und Stelle einfach liegen gelassen.“

Doch wie kann man diesem Problem begegnen? Thorsten Spiegel: „Ansatzpunkte für Ermittlungen ergeben sich leider nur selten, da die Täter entweder in flagranti durch Polizei oder ordnungsamtlichen Außendienst erwischt werden müssen. Oder aber Dritte liefern sachdienliche Hinweise.“ Den Müll nach Anhaltspunkten auf den Verursacher zu untersuchen, bringe nur selten Erfolg. Darum wird es jetzt mehr Kontrollen geben. „Die Stadt Plettenberg wird den Außendienst stärken, unter anderem, um Hinweisen zeitnäher nachgehen zu können und auch zu ungünstigen Zeiten wieder stichprobenhaft Kontrollen durchführen zu können“, sagt Thorsten Spiegel.

Und noch eine Neuerung soll künftig helfen, wenn es nach dem Ordnungsamtsleiter geht: „In diesem Zuge werden wir dem Rat Ende Oktober auch vorschlagen, die ordnungsbehördliche Verordnung in Bezug auf Müllsünder zu verschärfen“, sagt Thorsten Spiegel. Wie hoch die Sanktionen sind, ist allerdings noch nicht klar; „es muss auch verhältnismäßig bleiben.“

Und auch beim Märkischen Kreis ist man nicht untätig. Die zuständige Sachbearbeiterin hat Plettenberg erst in der letzten Wochen besucht, um sich selbst ein Bild vor Ort zu machen. Denn dem Kreis bleibt noch eine weitere Möglichkeit, wenn die Verursacher nicht ermittelt werden können. Die Behörde kann die Grundstückseigentümer dazu verpflichten, den Müll beseitigen zu lassen. Das kostet natürlich Geld.

„Insofern dürften gerade die größeren Vermieter ein Interesse daran haben, ihre Hausmeister vor Ort für das Thema illegale Müllablagerung auf Privatgrundstücken weiter zu sensibilisieren“, sagt Thorsten Spiegel.

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