Reifen, Kühlschränke und Co. landen auf Wiesen oder im Gebüsch

Müllproblem in der Kersmecke

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Sperrmüll bleibt oft wochenlang liegen, bis er von Anwohnern gemeldet wird. F

Plettenberg – „Das ist mittlerweile ein Trauerspiel“, sagt die Bewohnerin der Marienburger Straße, die anonym bleiben möchte, da sie Angst vor Vandalismus auf ihrem Grundstück hat.

Die Plettenbergerin hat sich an die Heimatzeitung gewandt, da sie seit Monaten mit einem Müllproblem im Ortsteil Kersmecke zu tun hat. Dabei handele es sich laut der Bewohnerin um Reifen im Gebüsch, Kühlschränke oder weiteren Elektroschrott auf Wiesen oder Scherben an einer Bushaltestelle. Auch leere Schnapsflaschen auf dem Kinderspielplatz seien keine Seltenheit. 

Besonders eine Situation sei ihr dabei im Kopf hängen geblieben: „Ich war eines morgens mit meinem Hund unterwegs, und kam an der Haltestelle Breslauer Straße entlang. Dort lag alles voll mit Scherben“, erklärt sie und ergänzt: „Das kann doch so nicht mehr weitergehen, es ist mittlerweile schon peinlich, hier zu leben“, so die Anwohnerin. Ihr Hund sei glücklicherweise von Verletzungen verschont geblieben. Bei einer kleinen Rundfahrt durch die Kersmecke fallen diverse Müllberge neben Mülltonnen auf: Ein Kinderbett in Rennauto-Form, kaputte Wäscheständer, ein Kühlschrank auf der Wiese. Vor den Mehrfamilienhäusern an der Breslauer Straße hat sich so Einiges angesammelt. „Das liegt sicher schon vier bis fünf Wochen hier“, sagt ein Autofahrer, der vor dem Haus auf seine Freundin wartet. 

Er selbst käme nicht von hier, könne also generell nicht sagen, ob es in dem Ortsteil schon ein längerfristiges Problem mit dem Müll gebe. Auch an der Königsberger Straße stechen diverse Müllablagerungen ins Auge: An einer Hecke reihen sich gefüllte blaue Säcke aneinander, eine alte Plastik-Kinderrutsche liegt daneben, auf den Wiesenstreifen sind alte Küchenmöbel aufgereiht. Dem Plettenberger Ordnungsamt würden immer mal wieder Müllansammlungen im Bereich Kersmecke gemeldet, wie Stefanie Schade auf Anfrage der Heimatzeitung mitteilt. Die beschriebenen Ansammlungen seien allerdings nicht als Sperrmüll angemeldet. Die Grünstreifen vor Wohnhäusern gehörten allerdings auch nicht zum Aufgabenbereich des heimischen Ordnungsamts, denn für die sogenannten Privatflächen sei der Märkische Kreis zuständig. 

Die Stadt sei für Straßen und Straßenränder nur zuständig, wenn es sich um eine kommunale Straße handele. Für Kreisstraßen und Landstraßen sei auch jeweils das Land bzw. der Kreis zuständig. „Eine Meldung über Abfallablagerungen an der Breslauer Straße in Plettenberg ist bislang nicht erfolgt; wir haben erst jetzt durch Ihre Anfrage davon erfahren“, erklärt Ursula Erkens von der Pressestelle des Märkischen Kreises auf Nachfrage der Heimatzeitung. Sie ergänzt: „Sobald diese Meldungen hier eingehen, wird eine Überprüfung der Angaben durch den hiesigen Außendienst erfolgen; je nach Ergebnis wird der Verursacher bzw. Grundstückseigentümer schriftlich aufgefordert, die Abfälle in einer bestimmten Frist von dem Grundstück zu beseitigen und ordnungsgemäß zu entsorgen.“ 

Das illegale Abladen von Müll sei natürlich eine Ordnungswidrigkeit und würde auch mit einer Geldstrafe geahndet: „Für den Verursacher kommt ein Bußgeld in Betracht, die Höhe richtet sich nach der Menge und der Abfallart“, so Erkens weiter. Außerdem würde erst einmal überprüft, ob die Abfälle gegebenenfalls umweltschädlich seien oder anderweitig eine Gefahr darstellen könnten. Was passiert aber in dem Fall, wenn kein Verursacher ermittelt werden kann? „Sollte kein Verursacher ermittelt werden können, muss der Grundstückseigentümer für die Beseitigung und ordnungsgemäße Entsorgung herangezogen werden“, erklärt Ursula Erkens

. Das städtische Ordnungsamt appelliert in diesem Fall noch einmal an alle Plettenberger: Der Abtransport des Sperrmülls ist in Plettenberg kostenlos. Sperrmüll sollte frühzeitig (nicht erst einen Tag vor der Abfuhr) angemeldet werden (online unter www.zfa-iserlohn.de/plettenberg/sperrmuell-anmelden). Immer dienstags wird der Sperrmüll dann vor der Haustür abgeholt. Außerdem appellieren die Stadt und der Kreis, illegale Müllentsorgung zu melden, damit ein Verursacher ermittelt und gegebenenfalls dementsprechend zur Rechenschaft gezogen werden kann.

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