Beschwerden aus Eiringhausen und Selscheid

Motorradlärm nervt auch Anwohner in Plettenberg

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Plettenberg - Vielerorts beschweren sich die Bürger über den Lärm von Motorradfahrern. In Herscheid ließ der Kreis (am Ende rechtwidrig) die Nordhelle sperren, in Rönkhausen ist der Lenscheid gesperrt. Auch in Plettenberg beschweren sich Anwohner.

Sie könnten sich nur noch bei Regenwetter in den Garten setzen, sagen einige Bewohner Selscheids. Denn bei Sonne seien so viele Motorradfahrer auf der Straße vor ihren Haustüren unterwegs, dass sich das Dröhnen der Motoren nur noch schwer ertragen lasse.

„Wie können wir diesen Bürgern helfen?“, wollte Peter Krieger (CDU) jetzt im Haupt- und Finanzausschuss wissen, nachdem er konkret von Anwohnern angesprochen worden war.

Für Bürgermeister Ulrich Schulte ist das kein neues Thema: Auch an ihn haben sich diesbezüglich schon Bürger gewandt – ganz aktuell ein Anwohner der Affelner Straße.

Auch wenn sich einige der Betroffenen eine Sperrung der Straßen für Motorradfahrer wünschen würden – so wie es teilweise in anderen umliegenden Orten geschehen ist –, könne man es sich so einfach nicht machen. Beispiel Herscheid: Der Märkische Kreis veranlasste die Sperrung der Nordhelle für Motorradfahrer. Doch nach einer Klage und einer Protestaktion des Bundesverbandes der Motorradfahrer (BVDM) musste der Kreis die Sperrung wieder aufheben. Seitdem können Motorradfahrer die Strecke auf der Nordhelle wieder nutzen.

Ein anderes Beispiel verfolgt Plettenbergs Bürgermeister gerade mit großem Interesse. Direkt hinter der Ortsgrenze ist der Lenscheid (die Strecke von Rönkhausen nach Wildewiese) an Wochenenden und Feiertagen für Motorradfahrer seit zwei Monaten gesperrt. „Wir werden abwarten, ob diese Regelung Bestand hat oder beklagt wird. Dann können wir für Plettenberg weitersehen“, sagte Bürgermeister Schulte letzte Woche im Hauptausschuss.

Eine Nachricht vom Wochenende dürfte dann für Ernüchterung bei den betroffenen Anwohnern von Motorradlärm sein. Wie schon bei der Nordhelle will der BVDM auch gegen diese Sperrung vorgehen (wir berichteten). „Es ist einfach nicht zielführend, diese Strecke zu sperren“, sagte Michael Wilczynski, der 2. Vorsitzende des Verbandes, in einer Pressemitteilung.

Seine Argumente: Der Motorradverkehr würde sich nur verlagern und Straßen, auf denen sich Autos Rennen lieferten, würden schließlich auch nicht für Autos gesperrt.

Ob der Verband mit seiner Klage auch in Rönkhausen Erfolg haben wird, ist offen. Das Ergebnis dieses Verfahrens wird jedenfalls in Plettenberg genauestens verfolgt, denn davon wird abhängen, ob und wie Politik und Verwaltung in Plettenberg den Bürgern helfen können.

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