Täter von 1989 will Prozess in Deutschland verhindern

Mordfall im MK: Mutmaßlicher Täter sperrt sich gegen Auslieferung

Das einstige Fahndungsbild des mutmaßlichen Frauenmörders Spiridon K. - Der Täter wehrt sich gegen seine Auslieferung.
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Das einstige Fahndungsbild des mutmaßlichen Frauenmörders Spiridon K. - Der Täter wehrt sich gegen seine Auslieferung.

Ein Mord in Plettenberg ist nach 31 Jahren offenbar aufgeklärt und der mutmaßliche Täter in Griechenland gefasst worden. Der wehrt sich gegen seine Auslieferung nach Deutschland.

  • Ein Mordfall von 1989 in Plettenberg ist nach 31 Jahren offenbar aufgeklärt. 
  • Der mutmaßliche Täter wurde in Griechenland gefasst.
  • Er wehrt sich gegen seine Auslieferung nach Deutschland.

Plettenberg – Mit Spannung wartet die Familie der vor 31 Jahren in Plettenberg ermordeten Garifalia Z. auf die Auslieferung des mutmaßlichen Mörders nach Deutschland, damit die Staatsanwaltschaft Hagen Mordanklage erheben kann. Doch gegen die Auslieferung wurde nun Einspruch eingelegt.

Wie Oberstaatsanwalt Dr. Gerhard Pauli auf Anfrage mitteilte, gibt es nun gut zwei Monate nach der Festnahme des mutmaßlichen Mörders ein behördliches Schreiben aus Griechenland, das von Europol ins Englische übersetzt und an die hiesige Staatsanwaltschaft weitergeleitet wurde.

„Die griechischen Behörden teilen darin mit, dass das zuständige Gericht die Auslieferung behandelt hat“, so Pauli. Der mutmaßliche Mörder, der nach einem epileptischen Anfall in Griechenland ins Krankenhaus kam und dort per Zufall der immer noch laufenden Europol-Fahndung zugeordnet werden konnte, habe allerdings Rechtsmittel gegen die Auslieferung nach Deutschland eingelegt.

Mordfall in Plettenberg: Aufklärung nach 31 Jahren

Laut Pauli müsse nun das Oberste Gericht in Griechenland – der oberste Gerichtshof „Areopag“ mit Sitz in Athen – endgültig über die Auslieferung verhandeln. Das könne sich allerdings noch eine ganze Zeitlang hinziehen.

„Ich würde mir eine intensivere Kommunikation wünschen, aber man kann die Behörde nicht dazu zwingen“, sagt Pauli, der sich nach der wochenlangen Funkstille aber erfreut zeigte, dass nun etwas Bewegung in den Cold Case aus Plettenberg gekommen ist.

Tatverdächtiger sperrt sich gegen Auslieferung

„Wenn die Griechen sagen, dass die Auslieferung bewilligt ist, kann ich sofort zwei Polizeibeamte nach Griechenland beordern, um den mutmaßlichen Täter nach Deutschland zu holen“, so Pauli.

Erst nach dem Ende des Mordprozesses in Deutschland entscheide sich, was mit dem Angeklagten passiert, dessen Tat nach griechischem Recht nach 25 Jahren verjährt wäre.

Innerhalb der EU können Verurteilte die Strafe in einem Gefängnis im Heimatland verbüßen. In den meisten Ländern haben Inhaftierte allerdings deutlich weniger Rechte als in Deutschland.

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