Land bewilligt 55 511 Euro

TV Jahn profitiert von Fördergeldern: Großprojekt kann starten

Jan Gleitze, 1. Vorsitzender des TV Jahn Plettenberg
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Jan Gleitze öffnet die Tür zum Untergrund. Im Keller unter dem Hallenboden befindet sich die alte Heizungsanlage. 

Plettenberg – Große Freude beim TV Jahn Plettenberg: In der vergangenen Woche traf die lange erwartete gute Nachricht aus der Staatskanzlei der NRW-Landesregierung ein. Aus dem Förderprogramm „Moderne Sportstätte 2022“ erhält der größte Plettenberger Sportverein die stattliche Summe von 55 511 Euro. Wie die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, mitteilt, werde mit diesem Geldbetrag die Modernisierung der Heizungsanlage und der Hallenbeleuchtung in der Jahnturnhalle, die Renovierung der Hausmeisterwohnung sowie die Modernisierung der Vereinsräume im „Vogelhaus“ gefördert.

Für den Vorstand des TV Jahn bedeutet die Bewilligung der Mittel, dass nun endlich mit den Maßnahmen begonnen werden kann. „Wir warten jetzt fast ein Jahr darauf“, ist der 1. Vorsitzende Jan Gleitze erleichtert, vor allem im Hinblick auf die sich anbahnenden Lockerungen für den Sportbetrieb in Innenräumen. „Die Zeit der Hallenschließung hätte sich super angeboten, um die Arbeiten durchzuführen. Bei laufendem Sportbetrieb wäre eine Sperrung der Umkleidekabinen natürlich ungünstig. Wir werden jetzt in dieser Woche die Gespräche mit den Handwerkern führen und wollen so schnell wie möglich loslegen. Vielleicht gelingt es ja, in den Osterferien fertig zu werden.“ Tätig werden sollen mit den Firmen Grote GmbH, Pieber Sanitär- und Heizungstechnik, Fliesen Weller und Thomas Seibt Elektro Montagebau ausschließlich Plettenberger Unternehmen.

Der TV Jahn hatte wie mehrere andere Plettenberger Vereine, die eigene Anlagen unterhalten, den Antrag auf Fördermittel aus dem Topf „Moderne Sportstätte 2022“ gestellt. In einem Treffen der Vereine mit dem Stadtsportverband (SSV) waren die Anträge besprochen und der jeweilige Förderbedarf anerkannt worden, wobei reine Verschönerungsmaßnahmen keine Aussicht auf Erfolg hatten. Nach einem Schlüssel seien die Fördersummen festgelegt und von den Vereinsvertretern akzeptiert worden. „Jeder Verein wird auch etwas bekommen“, ist Gleitze überzeugt. Doch das Verfahren zog sich anschließend lange hin. „Wir haben dann über den Stadtsportverband und den Kreissportbund noch einmal auf die Dringlichkeit hingewiesen“, sagt Gleitze – letztlich mit Erfolg.

Eigenanteil kommt vom Festgeldkonto

Nachdem die Jahnturnhalle 2019 ein neues Dach erhalten hat, bilden die nun geplanten Maßnahmen mit einem Gesamtvolumen von 100 000 Euro die nächste große Investition des TV Jahn. 55 Prozent der Kosten können nun über die Fördersumme beglichen werden. „Der Eigenanteil wird vom Festgeldkonto bezahlt. Wir haben in der Vergangenheit gut gewirtschaftet“, sagt Gleitze nicht ohne Stolz. Das Geld aus der Anneliese-Ohm-Stiftung werde nicht angetastet.

Heizung verschlingt den größten Batzen

Den größten Batzen der Maßnahmen beansprucht die Modernisierung der Heizungsanlage, die mit knapp 46 000 Euro veranschlagt ist. „Die Halle wird eine komplett neue Heizung bekommen und wir trennen sie vom Heizungssystem der Umkleideräume ab“, erklärt der Vorsitzende. Das heißt, eine Heizung wärmt künftig die Halle, eine zweite Heizung die Umkleiden und Duschen im Hallenanbau. Früher wurde 65 Grad warmes Wasser in zwei 400 Liter-Tanks an sieben Tagen der Woche über 24 Stunden bereitgestellt und mittels einer Stichleitung zu den Duschen gepumpt. Diese nicht effiziente und kostenintensive Speicherung sei nicht mehr zeitgemäß. Schon jetzt ermöglichen moderne Brennwertthermen, die wie Durchlauferhitzer funktionieren, dass Duschwasser nur bei Bedarf erwärmt wird. Die Heizung für die Umkleiden soll nun mit den Thermen gekoppelt werden. Dazu müssen neue Rohre verlegt und neue Heizkörper installiert werden.

LED-Licht für die Halle

Spielt sich in Sachen Heizung Vieles im Untergrund der Jahnturnhalle ab, so wird eine weitere Maßnahme unter der Hallendecke stattfinden. Die Beleuchtung wird auf modernes LED-Licht umgestellt – Kostenfaktor rund 5 700 Euro.

Freuen darf sich auch das Hausmeisterehepaar Stadt: Ihr Badezimmer in der Hausmeisterwohnung oberhalb des Umkleidetrakts wird renoviert. Für die Sanitär- und Heiztechnik sind hier 5 600 Euro veranschlagt, für die Fliesen knapp 7 800 Euro.

„Vogelhaus“ soll Schmuckstück werden

Die vierte Heizungsanlage, die der TV Jahn nach Abschluss aller Maßnahmen unterhalten wird, befindet sich im altehrwürdigen Vogelhaus neben der Jahnturnhalle. Der Vereinstreff wird einer Komplettsanierung unterzogen. Die Sanierung der Grundsubstanz des kleinen zweistöckigen Gebäudes kostet den Verein 34 750 Euro, die Kosten für die Sanierung des Heizungssystems sind in den oben erwähnten 46 000 Euro integriert. Neue Fenster, ein neuer Estrich, eine neue Treppe, die deutlich weniger steil als das Vorgängermodell ausfallen soll, und eine freigelegte Bruchsteinwand an der Hangseite – „das Vogelhaus wird man nach der Sanierung nicht mehr wiedererkennen“, verspricht Gleitze den Mitgliedern. Viele Arbeitsstunden will der Verein zusätzlich in Eigenleistung erledigen, damit aus dem Vogelhaus ein Schmuckstück entsteht.

„Priorität haben aber zunächst die Halle und die Hausmeisterwohnung“, sagt Gleitze und hofft, dass bald auch wieder Leben in Form von Übungsstunden in der Halle Einzug halten wird. „Noch haben wir keinen Mitgliederrückgang, aber Corona darf jetzt nicht noch ein Jahr dauern“, macht er deutlich, wie sehr die Sportvereine unter der Pandemie zu leiden haben.

Das Förderprogramm

Mit dem Programm „Moderne Sportstätte 2022“ werden Investitionsmaßnahmen zur Modernisierung, Instandsetzung, Sanierung, Ausstattung, Entwicklung zum Umbau und Ersatzneubau von Sportstätten und -anlagen gefördert. Insgesamt 300 Millionen Euro stehen im Rahmen des Programms zur Verfügung. Die Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz: „Ich freue mich, dass wir mit den erteilten Förderentscheidungen unseren Vereinen tatkräftig unter die Arme greifen können. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, einen spürbaren Beitrag zur Modernisierung unserer Sportstätten in Nordrhein-Westfalen zu leisten. Dies ist uns mit diesem Förderprogramm gelungen. Nun können wir den Sanierungsstau deutlich reduzieren.“

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