Im Parkhaus sieht es aus wie nach einem Bombenangriff

„Wenn wir bauen, dann einmal richtig“

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Diese Ansicht zeigt eine mögliche Farbvariante für den Modepark Röther vom Maiplatz aus gesehen. Einen konkreten Eröffnungstermin gibt es laut Modepark-Geschäftsführer Michael Röther noch nicht.

Plettenberg - Die erste Ebene des Real-Parkhauses sieht derzeit aus wie nach einem Bombenangriff. Der Boden ist aufgerissen, überall türmen sich Reste alten Dämmmaterials und es ist nass und schmierig. Was sich das Bauteam des Modeparks Röther mit der Sanierung der Real-Immobilie vorgenommen hat, ist sportlich.

Wir müssen die komplette Betonabdeckung auf einer Fläche von 3 000 Quadratmetern entfernen“, erklärt Projektleiter Frank Rindert. Kurz darauf hebelt ein Gehl-Kompaktlader eine zuvor ausgeschnittene Betonplatte aus dem feucht-glänzenden Boden, um sie dann nach unten in einen Container zu bringen.

 Wie viele Schuttcontainer notwendig sind, um sämtliche Bodenplatten mit der Fläche eines halben Sportplatzes zu entsorgen, konnte Rindert nicht sagen – aber es ist eine echte Mammutaufgabe und lässt die Kosten explodieren. „Wenn wir bauen, dann einmal richtig“, erklärt der Projektleiter. 

Unsinnig angeordnete Wasserabläufe, fehlerhafte Bitumenabdeckungen und eine vollgesogene Dämmschicht unter den besagten Betonnplatten ließen keine andere Wahl, als die Decke über der zukünftigen Verkaufsfläche komplett neu aufzubauen. Das kostet viel Zeit und Geld, aber das Ergebnis soll laut Rindert keine Flickschusterei sein, sondern Jahrzehnte lang Bestand haben.

 Während auf der ersten Parkebene die einzelnen Betonplatten ausgeschnitten und entsorgt werden, läuft auf dem offenen Oberdeck schon der Neuaufbau. Wie ein engmaschiges Netz spannt sich der kathodische Korrisionsschutz über den Betonboden. „Mit Maschinen konnte man hier leider auch wenig machen“, erklärte Rindert.

 Im Abstand von 20 Zentimetern mussten Bohrungen für das Kathodensystem vorgenommen werden und auch sonst ist viel Handarbeit nötig. Anschließend wird die spezielle Rostvorsorge mit einer dünnen Estrichschicht überdeckt, ehe der übrige Deckenaufbau erfolgt. In den zukünftigen Verkaufsräumen laufen derzeit noch einige Maurerarbeiten. Mehr ist nicht möglich, da immer noch Wasser durch die Decken läuft.

 „Bis wir die Decke nicht neu abgedichtet haben, können wir unten nicht loslegen“, bedauert Rindert. Und weil die Arbeiten an den beiden Parkdecks sehr zeitaufwändig sind, spricht auch niemand mehr von einer möglichen Eröffnung zum Osterfest 2018. Mindestens bis März wird man voraussichtlich an den Parkdecks arbeiten. Dabei hoffen die Verantwortlichen auf einen milden und niederschlagsarmen Winter. Danach kann der Innenausbau auf einer Verkaufsfläche von 6 000 Quadratmetern starten, für den rund zweieinhalb Monate einkalkuliert wurden. 

Noch nicht endgültig abgestimmt ist die Außenansicht des riesigen Komplexes, aber es gibt erste Entwürfe. Demnach bekommt das Gebäude einen Anstrich in cremeweiß, mit schiefergrauen Abstufungen und dem roten Logo des Modeparks Röther. Zu den Investitionskosten gibt es keine Auskunft. Nach Informationen unserer Zeitung liegen diese aber mittlerweile bei über zehn Millionen Euro. Zum Vergleich: Das P-Center (zwei Gebäude und Parkplatz) kostete mitsamt Abriss und der Entsorgung des kontaminierten Erdreiches rund 15 Mio. Euro. Die Eröffnung des Modeparks Röther könnte in den gleichen Zeitraum fallen wie die Action-Mark-Eröffnung.

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