Volksbank: "Die Automobil-Zulieferer sind breit aufgestellt"

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Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes (li.) und Unternehmenskundenberater Jörg Brieden besprechen die Ergebnisse der Befragung der Volksbank: Die Stimmung der mittelständischen Unternehmen im märkischen Südkreis sei hervorragend.

Die Stimmung der mittelständischen Unternehmen im märkischen Südkreis könnte derzeit besser nicht sein – das geht aus der Unternehmensbefragung der Volksbank hervor. Daran könne – zumindest bisher – auch die Affäre um ‘Dieselgate’ nichts ändern.

Und das, obwohl zahlreiche Unternehmen, vor allem in Plettenberg, wesentlich von der Belieferung der großen Autohersteller leben. „Die Automobil-Zulieferer sind breit aufgestellt“, erklärte Vorstandssprecher Karl-Michael Dommes. Die in diesem Bereich tätigen Unternehmen würden die Entwicklung der Situation um die Diesel-Pkw zwar genau beobachten, Panik herrsche jedoch nicht.

Dies habe laut Dommes gleich mehrere Gründe: Zum einen würden eigentlich alle Automobil-Zulieferer an mehrere namhafte Hersteller liefern. Außerdem würden diese Unternehmen bei weitem nicht nur Teile für die Motoren liefern – daher herrsche bisher auch noch keine große Sorge in Bezug auf die Elektroautos. „Es ist unglaublich, wie viele Teile zum Beispiel in einem Sitz verbaut werden können“, erklärte Jörg Brieden, Unternehmenskundenberater der Volksbank. Auch Zierleisten würden beispielsweise zur Produktpalette heimischer Unternehmen zählen – und die würden natürlich auch in Elektroautos verbaut werden müssen.

Im Allgemeinen sei die Stimmung der heimischen, mittelständischen Unternehmen besonders gut, sie befinde sich im vierten Jahr in Folge auf einem sehr hohen Niveau. Seit 2006 führt die Volksbank im MK die Befragung mittelständischer Unternehmen durch. 95 Rückmeldungen gab es in diesem Jahr – etwas weniger als sonst, aber „dennoch ist die Umfrage immer noch repräsentativ“, sagte Dommes.

Über 60 Prozent der Antworten kamen aus dem verarbeitenden Gewerbe. Von den 95 Mittelständlern bewerten elf Prozent die aktuelle Lage als ‘sehr gut’ – vor einem Jahr wurde diese Note nur von fünf Prozent der Befragten vergeben. Weitere 73 Prozent der mittelständischen Unternehmen sehen sich in einer guten Lage. Hohes Niveau bei Investitionen Auch für die Zukunft sind die Mittelständler im Südkreis zuversichtlich gestimmt: Im Vergleich zum Vorjahr nahm der Anteil der Unternehmen, die eine Verschlechterung der Geschäftslage befürchten, sogar von zehn auf sieben Prozent ab. Die derzeitige Stimmung in der heimischen Region deckt sich mit dem bundesweiten Trend. „Die Unternehmen waren seit der Wiedervereinigung noch nie zufriedener mit ihrer aktuellen Geschäftslage“, erklärte beispielsweise Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, kürzlich. Deutlich würde dies laut Brieden auch an der Investitionstätigkeit der heimischen Mittelständler. „Im Krisenjahr 2009 haben die Unternehmen, wenn überhaupt, in Erhaltungsmaßnahmen investiert“, sagte Brieden.

Mittlerweile würden große Summen in die Hand genommen werden, um Kapazitäten zu erweitern oder Arbeitsabläufe effizienter zu gestalten. Dies spüre man auch ganz konkret in der Volksbank-Geschäftsstelle am Lindengraben. „Seit Herbst vergangenen Jahres haben wir viel mehr Finanzierungsanfragen als zuvor“, erklärte Dommes. Und die Nachfrage befinde sich bis heute auf einem konstant hohen Niveau. Man spreche hier von Größenordnungen von rund 100 Millionen Euro, die zusätzlich als Finanzierung angefragt worden seien. Positiv auf die Unternehmen würde sich auch der derzeitige ‘Kaufrausch’ der Deutschen auswirken.

„Viele geben ihr Geld derzeit lieber aus, als es auf dem Konto zu lassen – dank der Minuszinspolitik der EZB“, erklärte Dommes. Je mehr Geld die Bevölkerung ausgebe, desto mehr würden Unternehmen auch investieren. „Die Unternehmen interessiert in so einem Fall die Negativzinspolitik überhaupt nicht“, erklärte Dommes. Erstmals wurden die Unternehmen auch befragt, ob sie von den Wahlen (Landtagswahl NRW und Bundestagswahl) beeinflusst würden. Die Befragten erklärten hier mehrheitlich, zuversichtlich zu sein, nicht zu sehr von politischen Veränderungen abhängig zu sein.

Die Mehrheit der Mittelständler (knapp 45 Prozent) sieht, wenn überhaupt, nur eine geringe Beeinflussung durch die anstehende Bundestagswahl und deren Folgen – auch in Bezug auf ein mögliches Fahrverbot für Dieselfahrzeuge auf lange Sicht. Und die derzeitigen Umfragen geben den Unternehmen recht: Eine schwarz-gelbe Regierung scheint zur Zeit wahrscheinlich – und diese gilt vielen in der Bevölkerung eher als unternehmerfreundlich.

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