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Millionen-Investition in die Plettenberger Schullandschaft: Das wird gemacht

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Von: Sabrina Jeide

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ASG-Schulleiterin Elisabeth Minner freut sich, wenn in den Herbstferien die Beleuchtung installiert wird. Mit dem Material gab es Lieferschwierigkeiten. Insgesamt beläuft sich das verbaute Gesamtvolumen am städtischen Gymnasium auf 1,3 Millionen Euro.
ASG-Schulleiterin Elisabeth Minner freut sich, wenn in den Herbstferien die Beleuchtung installiert wird. Mit dem Material gab es Lieferschwierigkeiten. Insgesamt beläuft sich das verbaute Gesamtvolumen am städtischen Gymnasium auf 1,3 Millionen Euro. © Dickopf, Georg

Der Schwerpunkt der Sanierungsmaßnamen an den Plettenberger Schulen lag und liegt in diesem Jahr auf den weiterführenden Lehranstalten. Die Grundschullandschaft befindet sich hingegen bekanntlich im Umbruch, so dass hier in den kommenden Jahren einige Veränderungen zu erwarten sind.

Plettenberg – Im Zentrum der Instandsetzungsmaßnahmen standen vor allem die Bereiche des Brandschutzes und der Sicherheit. Schon in den Sommerferien wurden umfangreiche Bauarbeiten durchgeführt bzw. gestartet, in den Herbstferien geht es nun teilweise noch weiter. Alleine das verbaute Gesamtvolumen am Albert-Schweitzer-Gymnasium (ASG) beläuft sich auf 1,3 Millionen Euro, wie Bauamtsleiter Sebastian Jülich dem Bau- und Liegenschaftsausschuss berichtete.

ASG

Am städtischen Gymnasium wurde eine neue Heizungsanlage installiert (BHKW) und bereits der hydraulische Abgleich durchgeführt. Dieser ist im Zuge der „Verordnung zur Sicherung der Energieversorgung durch mittelfristig wirksame Maßnahmen“ notwendig, denn hiernach sind Eigentümer von großen Gebäuden mit zentraler Wärmeversorgung auf Erdgasbasis (ab 1000 Quadratmeter) zu solch einem hydraulischen Abgleich – bis spätestens Ende September 2023 – verpflichtet. Diese Maßnahme ist nach Auskunft von Sebastian Jülich aber ein enormer Aufwand mit „erheblichen Kosten“.

Das ASG erhielt außerdem Brandschutzdecken, eine Brandmeldeanlage und Rauchschutztüren. Lange warten musste die Stadt allerdings auf die Beleuchtung. Das entsprechende Material war zwar seit Frühjahr bestellt, Lieferschwierigkeiten verhinderten allerdings den zeitnahen Einbau. Das soll nun in den Herbstferien nachgeholt werden.

Was bewirkt der hydraulische Abgleich?

Der hydraulische Abgleich beruht auf dem physikalischen Prinzip von Druck und Wasserverteilung. Ist der Wasserdurchfluss im Heizsystem aufgrund unterschiedlicher Widerstände ungleichmäßig, kann es zu Geräuschen, überhöhten Rücklauftemperaturen, einem erhöhten Energieverbrauch und mangelnder Leistung kommen. Auch kann es vorkommen, dass sich die Heizkörper nicht zeitgleich erwärmen, zum Beispiel nach Absenkung oder Abschaltung der Heizung.
Beim hydraulischen Abgleich werden die unterschiedlichen wasserseitigen Widerstände der Heizkörper angeglichen, indem die Komponenten der Heizungsanlage – also Heizkörper, Thermostatventile, Pumpen und Rohre – optimal aufeinander abgestimmt werden. Dadurch werden die Heizkörper stets mit der richtigen Menge Heizwasser versorgt und das Effizienzpotential des Heizsystems voll ausgeschöpft – im Neubau ebenso wie im Bestand. Quelle: www.vaillant.de

Die Treppengeländer in der Realschule sind so nicht mehr zulässig und müssen erneuert werden. Ein erster Bauabschnitt beginnt in den Herbstferien. 	Foto: stadt plettenberg
Die Treppengeländer in der Realschule sind so nicht mehr zulässig und müssen erneuert werden. Ein erster Bauabschnitt beginnt in den Herbstferien. © Stadt Plettenberg

Realschule

An der Realschule wurden unter anderem die Lehrer-Toiletten erneuert (50 000 Euro). Zudem müssen im Gebäude die Treppengeländer ersetzt werden – der erste Bauabschnitt ist für die Herbstferien geplant. Das Problem der Geländer: Zum einen seien die horizontalen Stäbe nicht mehr zulässig (Leitereffekt), zum anderen weisen die Streben zu große Abstände auf, weshalb die Schüler einfach die Köpfe durchstecken könnten. Kostenpunkt für die Erneuerung: 85 000 Euro. Zudem sind Brandschutzmaßnahmen analog zum Gymnasium vorgesehen

Nutzung KBOP

Aufgrund des Asbest-Fundes im Neubau der Realschule musste bekanntlich nach den Sommerferien ein Teilumzug in die Räumlichkeiten des KBOP in direkter Nachbarschaft erfolgen. Die Kosten für den Umzug des Inventars belaufen sich auf etwa 17 000 Euro. Ein Kunstraum und zwei Werkräume wurden hergerichtet. Das gelang für die Fächer Chemie und Physik allerdings aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen nicht – stattdessen wird an einer Interimslösung gearbeitet. Bis dahin dürfen Räume in der Realschule weiter genutzt werden. Die Luft werde hier regelmäßig auf Fasern gemessen, damit keine Gefährdung für die Schüler bestehe, erklärte dazu Sebastian Jülich.

Der Umzug von Realschule und KBOP gestaltete sich aufwändig.
Der Umzug von Realschule und KBOP gestaltete sich aufwändig. © Opfermann, Johannes

Umzug KBOP

Die Realschule ins KBOP – das KBOP zur Zeppelinschule: Das sei laut Sebastian Jülich zwar ein ziemlicher Aufwand gewesen, „ersparte uns aber die Container-Lösung“. Für den Umzug des Inventars wurden etwa 40 000 Euro fällig. Die Mensa zog aus dem Alten Hallenbad ins Untergeschoss am Standort Zeppelinstraße, was Kosten von etwa 10 000 Euro verursachte. Hinzu kamen der Anstrich der Flurdecken und Klassenräume (etwa 12 000 Euro). Als problematisch erwies sich der Ausbau der Abhangdecken, die aus Holz bestanden: Das führte zu einer verstärkten Lärmbelastung. Der Einbau einer Brandwarnanlage ist noch für 2022 geplant.

Grundschulen

Auch hier laufen die Planungen für mögliche Sanierungen. Es liegen erste Vorabzüge von brandschutztechnischen Stellungnahmen vor, denen die Umsetzung von Erstmaßnahmen, wie zum Beispiel das Installieren von Brandwarnanlagen oder die Demontage von Decken in Rettungswegen folgen sollen. Zeitgleich werde die Planung des Umbaus und der Erweiterung der verbleibenden Standorte vorangetrieben.

Ganz konkret wird es in den Herbstferien noch an der Hallenschule, wenn ein Sonnenschutz montiert wird: Kostenpunkt: 60 000 Euro.

Und ganz besonders gut lässt es sich jetzt im Papilio-Familienzentrum Stadtmitte kochen – hier wurde für etwa 40 000 Euro die Küche erneuert.

Zusätzliche Kosten

Die Stadt Plettenberg finanziert die Durchführung der schulischen und außerschulischen Betreuungsangebote und den Betrieb der Schulmensen durch monatliche Zuwendungen an die Lernzeit gGmbH. Für die Hauptschule reichen die vorhandenen Mittel aufgrund des Umzugs allerdings nicht aus, weshalb der Haupt- und Finanzausschuss in seiner Sitzung am Dienstag über eine überplanmäßige Ausgabe in Höhe von 30 000 Euro entscheiden muss. Wegen der Kurzfristigkeit der Maßnahme waren die Kosten bei der Haushaltsplanung noch nicht bekannt.

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