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Horror-Nachricht für Mieter: Bis zu 75 Prozent mehr Kosten

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Von: Georg Dickopf

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Gas Heizung sparen
Der nächste Winter wird teuer- wie teuer, das lässt sich nur mutmaßen. Mieter von GWU-Wohnungen in Plettenberg müssen sich allerdings auf steigende Kosten von bis zu 75 Prozent einstellen. © Michael Gstettenbauer/Imago

Mit um bis zu 75 Prozent steigende Kosten müssen Mieter von GWU-Wohnungen in Plettenberg rechnen. Die Energiekosten steigen ohnehin in immer weitere Höhen, erschwerend kommt jedoch hinzu, dass das Gemeinnützige Wohnungsunternehmen bisher noch keine neuen Gastverträge abgeschlossen hat.

Plettenberg - GWU-Geschäftsführer Steve Baltot erklärte auf Nachfrage, dass er bislang auf eine Verlängerung der Verträge verzichtet habe. Diese Verlängerung stehe aber nun bevor, denn die aktuellen Verträge mit den Stadtwerken Plettenberg laufen nur bis zum Ende des Jahres 2022.

Baltot vertraut darauf, als Großabnehmer günstige Konditionen zu bekommen. Wie hoch die Mehrbelastung für die GWU-Mieter wird, vermochte er auf Anfrage nicht genau zu sagen; er rechnet aber mit Anstiegen zwischen 50 bis 75 Prozent. Hinzu kommt die am Montag beschlossene Gasumlage in Höhe von 2,4 Cent, die voraussichtlich ab Oktober diesen Jahres eingepreist wird.

„Wir haben 900 Mieter angeschrieben und ihnen angesichts der letzten Verbrauchsmenge geraten, ihre Vorauszahlungen anzupassen“, so Baltot. Ein Großteil habe die Zahlungen auch angepasst. „Das Geld ist ja nicht weg. Im besten Fall bekommt man sogar etwas zurück, je nachdem wie sich der Gaspreis entwickelt“, erläutert der Geschäftsführer.

Alles in allem verfügt das GWU in Plettenberg über 1240 Wohnungen. Davon werden rund 1200 Wohnungen – also rund 94 Prozent des Bestandes – mit Gas beheizt. Lediglich die gerade fertiggestellten Neubauten an der Brachtstraße 20/22 sowie ein saniertes Gebäude in Herscheid werden mit Wärmepumpen beheizt.

„Wir werden bei zukünftigen Bauvorhaben definitiv von Gas weggehen“, betonte Baltot. Dies gelte auch für den Neubau an der Brachstraße 24, wo die Ausschachtungsarbeiten begonnen haben. „Bis zum Jahresende wollen wir dort den Rohbau abgeschlossen haben“, sagte de GWU-Geschäftsführer. Der Neubau werde wie der benachbarte und im letzten Jahr fertiggestellte Neubau mit einer Wärmepumpe ausgestattet.

Allerdings –- und auch das gibt Steve Baltot zu bedenken – werde es angesichts der rasant gestiegenen Baupreise schwierig, in Zukunft bei Neubauvorhaben alle Vorgaben zum Thema erneuerbare Energie umzusetzen, beziehungsweise die Kosten bei diesen Projekten im Griff zu behalten.

So sieht es bei Immobilien der LEG aus

Beim Wohnungsanbieter LEG, der seinen Sitz in Düsseldorf hat und in Plettenberg derzeit 444 Wohnungen vermietet, konnte Sprecher Nils Roschin noch keine konkreten Aussagen zur Energieversorgung einzelner LEG-Standorte machen, „Wir beobachten die aktuellen Entwicklungen aufmerksam. Aus heutiger Sicht rechnen wir mit Nachzahlungen von ein bis zwei Monatsmieten auf Basis der bisherigen Preissteigerungen. Die geplante Gasumlage ist hierin noch nicht berücksichtigt“, so Roschin.

Aufgrund des Zeitversatzes zwischen Gaslieferverträgen, Verbrauchzeitraum und Abrechnung müssten sich die LEG-Kunden auch in den kommenden zwei bis drei Jahren auf hohe Energiepreisbelastungen einstellen. „Im Schulterschluss mit unseren Mietern wollen wir diese Krise meistern. Gemeinsam mit unseren Kunden wollen wir die Folgen abfedern“, versprach der Pressesprecher.

So stelle man derzeit die Heizanlagen auf eine optimale und verbrauchssparende Einstellung ein. „Wir halten uns an die vorgegebenen Mindesttemperaturen, starten dabei die Nachtabsenkung etwas früher.“

Auch habe man die Informationsmaßnahmen zum Energiesparen ausgeweitet und arbeite unter anderem an einer neuen Webseite. „Wir unterstützen mit Infos zum Wohngeld, freiwilligen Vorauszahlungserhöhungen sowie Ratenzahlungen“, so der LEG-Sprecher.

Aktuell versendete Mahnungen und Betriebskostenabrechnungen enthielten entsprechende Tipps. Zudem stünden LEG-eigene Stiftungen den Mietern in Notsituationen sowohl direkt als auch über Kooperationspartner wie Schuldnerberatungen zur Verfügung. Abschließend appellierte Roschin an die LEG-Mieter, die Energiespartipps in der Wohnung auch umzusetzen,

„Aber auch optimale technische Voreinstellung und energiesparendes Verbraucherverhalten werden die gestiegenen Energiekosten nicht kompensieren“, so der Sprecher, der deshalb den Mietern rät, möglichst finanzielle Vorsorge zu treffen. Falls es dennoch zu absehbaren Zahlungsschwierigkeiten komme, bittet die LEG um frühzeitige Information. „Gemeinsam schaffen wir es durch diese Energiekrise und finden eine Lösung, damit niemand deshalb seine Wohnung verlieren muss“, versprach Roschin. Nach seinen Angaben liegt der Einsatz von Gas in den LEG-Immobilien bei 64,6 Prozent.

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