Herscheider leben am großzügigsten

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Der überwiegende Teil der Plettenberger lebte 2017 in Wohnungen mit vier oder mehr Räumen. Während eine Plettenberger Durchschnitts-Wohnung 4,5 Zimmer zu bieten hatte, waren es in Attendorn fünf. Die Wohnungen der Hansestadt verfügen im Schnitt auch über mehr Fläche, besitzen aber auch mehr Einwohner. Die meiste Fläche pro Einwohner besitzen die Herscheider.

Die Bewohner der Ebbegemeinde haben in ihren eigenen vier Wänden richtig viel Platz – im Schnitt stehen einem Herscheider rund fünf Quadratmeter mehr zur Verfügung als einem Plettenberger.

Das geht aus der aktuellen Statistik von IT.NRW hervor. Diese beleuchtet die Entwicklung des Wohnungsmarkts in den Jahren 2011 bis 2017. Das Ergebnis: Im heimischen Bereich hat sich in den vergangenen Jahren nur wenig verändert. Die Unterschiede bei der zur Verfügung stehenden Quadratmeterzahl sind in der Vier-Täler-Stadt, der Ebbegemeinde und der Hansestadt Attendorn allerdings teilweise gravierend.

So standen den Attendornern im vergangenen Jahr im Schnitt fünf Räume pro Wohnung zur Verfügung – in Plettenberg und Herscheid waren es fast ein halber Raum weniger.

Auch die Wohnungen waren in der Hansestadt, aber auch in der Ebbegemeinde deutlich größer: Eine durchschnittliche Plettenberger Wohnung besaß im vergangenen Jahr 92,9 Quadratmeter Fläche – rund acht bis neun Quadratmeter weniger als in den beiden anderen Gemeinden. Allerdings lebten auch mehr Menschen in Attendorn im Schnitt in einer Wohnung (2,2).

Am großzügigsten lebten – wie bereits erwähnt – die Herscheider: Jedem Einwohner standen hier im Schnitt 52,2 Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung. Plettenberg und Attendorn sind in dieser Kategorie nahezu gleichauf (47,7 beziehungsweise 47,3 Quadratmeter).

Rund zwei Drittel der Plettenberger lebten in 2017 in Wohnungen mit vier oder mehr Räumen. Wohnungen mit nur einem Zimmer waren dagegen in der Vier-Täler-Stadt Mangelware: Sie machten gerade einmal 1,05 Prozent des gesamten Bestandes aus.

Auffällig ist, dass die Zahl der Wohnungen in Plettenberg zwischen 2011 und 2017 um 0,37 Prozent gestiegen ist. Kein hoher Wert, doch im Vergleich dazu hat die Zahl der Einwohner im gleichen Zeitraum um etwa 2,3 Prozent abgenommen.

Ähnliches gilt für auch für Herscheid: In der Ebbegemeinde hat die Einwohnerzahl um circa 2,9 Prozent abgenommen, die Zahl der Wohnungen jedoch um 0,88 Prozent zugenommen.

Noch weiter auseinandergeht die Schere in der Hansestadt Attendorn. Hier hat sich die Zahl der Wohnungen um 2,24 Prozent erhöht, gleichzeitig wanderten circa 0,6 Prozent der Bürger im Zeitraum 2011 bis 2017 aus der Hansestadt ab.

Die Bertelsmann-Stiftung hat sich dieses Themas angenommen und einen Erklärungsversuch für die Entwicklung unternommen: Demnach würden nicht Einzelpersonen Wohnungen nachfragen, sondern Haushalte. Und diese würden immer kleiner werden. „Dieses Muster wird sich fortsetzen und dazu führen, dass der Wohnungsbedarf auch in Kommunen mit stagnierenden oder leicht schrumpfenden Einwohnerzahlen noch weiter wachsen wird“, erklären die Experten. Vor allem der Bedarf an altengerechten Wohnungen würde weiter zunehmen.

Allerdings kommt die Bertelsmann-Stiftung auch zu dem Schluss, dass der Bevölkerungsrückgang gepaart mit der Alterung der Gesellschaft die Nachfragdynamik nach Wohnungen verringern werde. Sinke die Bevölkerungszahl wie bisher, würden „langfristig deutlich weniger Wohnungen benötigt, als es derzeit gibt“, erklärt die Bertelsmann-Stiftung.

In einigen Regionen Nordrhein-Westfalens ist dieses Stadium offenbar bereits erreicht worden. Denn immerhin sind in NRW in 2017 – im Vergleich zu 2016 – 5 672 Wohnungen „verloren gegangen“. Berücksichtigt man die Neubauten, hat die Zahl der Wohnungen in NRW in 2017 um 0,5 Prozent zugenommen.

Die sogenannte Bauabgangquote lag in Münster mit einem Minus von 22,6 Prozent am höchsten. Unter Bauabgang fassen die Statistiker Abbrüche, Umnutzung, Zusammenlegung von Wohnungen und Schließungen wegen Einsturzgefahr zusammen.

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