1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Händler berichten: „Noch extrem viele Kunden, die Maske tragen“

Erstellt:

Von: Johannes Opfermann

Kommentare

In der Buchhandlung Plettendorff ist das Maskentragen freiwillig. Wie Inhaberin Esther Saalborn (rechts) und Mitarbeiterin Miriam Heuel verhält sich auch der überwiegende Teil der Kunden und setzt weiterhin einen Mund-Nase-Schutz auf.
In der Buchhandlung Plettendorff ist das Maskentragen freiwillig. Wie Inhaberin Esther Saalborn (rechts) und Mitarbeiterin Miriam Heuel verhält sich auch der überwiegende Teil der Kunden und setzt weiterhin einen Mund-Nase-Schutz auf. © Opfermann, Johannes

Auch wenn die Maskenpflicht entfallen ist, tragen viele Menschen weiterhin Maske. Auch die Plettenberger Geschäftsleute bitten ihre Kunden, weiterhin eine Maske aufzusetzen. Wir haben uns umgesehen.

Es sind etwas mehr Kunden in der Buchhandlung Plettendorff als noch vor Wegfall der Maskenpflicht, schätzt Inhaberin Esther Saalborn, doch ob es einen direkten Zusammenhang gibt, weiß sie nicht. „Es hängt auch damit zusammen, dass die Ferien begonnen haben und Leute noch Ostergeschenke besorgen.“

Mitarbeiter und Kunden gehen, was das Maskentragen angeht, allerdings weiter auf Nummer sicher. „Wir stellen es unseren Kunden frei, ob sie eine Maske aufsetzen“, sagt Saalborn und verweist auf die Eingangstür. Dort, wo über die vergangenen zwei Jahre ein Aushang mit den aktuellen Corona-Vorschriften zu finden war, hängt jetzt eine Bitte, weiter eine Maske aufzusetzen. „So machen das auch die meisten von unseren Kunden.“

Dass 100 Prozent der Kunden, die gerade im Geschäft sind, eine Maske tragen, scheint das zu bestätigen. Ganz so viele sind es auf den Tag gerechnet zwar nicht, aber immer noch eine überwiegende Mehrheit. „Etwa 90 Prozent tragen Maske, die anderen 10 Prozent nicht“, schätzt Saalborn.

Es gehe darum sich sicherer zu fühlen. Sie und ihre Kolleginnen hätten auch immer einen Blick auf die Infektionszahlen. Und obwohl sie alle geimpft oder genesen seien, trügen sie ebenfalls weiterhin Maske. „Wir haben über den Tag so viel Verkehr und so viele unterschiedliche Begegnungen, da ist es uns so lieber.“

Auch an der Tür von Zoo Samen Steinmann hängt ein Zettel. „Zu Ihrer Sicherheit tragen wir und unsere Kunden auch weiterhin bitte Maske!“, steht darauf.

Karin und Jörg Steinmann haben selbst in der Pandemie durchgehend Maske in ihrem Geschäft getragen, auch als die Maskenpflicht während der Urlaubszeit im vorigen Jahr schon einmal wegfiel. „Ich habe es schon da nicht akzeptiert, dass die Krankheit plötzlich weg sein sollte. Sie ist ja auch jetzt nicht weg“, sagt Jörg Steinmann.

Trotz hoher Infektionszahlen wiegen sich Teile der Bevölkerung offenbar in einem falschen Gefühl von Sicherheit. „Wenn man geimpft ist, denken viele, sie können ohne Maske rumlaufen und trotzdem kein Corona mehr bekommen“, so Steinmann. „Aber das ist nicht so, man wird nur nicht so schwer krank.“ Wenn Leute ausfallen, könne das unter Umständen bedeuten, dass Geschäfte geschlossen bleiben.

Die jüngsten Lockerungen betrachtet Steinmann mit Skepsis. „Man hätte die Maskenpflicht auch noch lassen können. Aber die Politiker wollen jetzt die Freiheit. Das hatten wir schon, und dann kam hinterher der Boomerang.“ Immerhin: Der Bitte zum freiwilligen Maskentragen komme an. „Die meisten Kunden tragen Maske, damit sind wir ganz zufrieden“, so Steinmann. Manche müssten zwar daran erinnert werden, aber auch die hätten ihre Maske immer dabei. „Wir hatten deswegen noch keine Eskalation.“

„Es sind noch extrem viele Kunden, die weiter Maske tragen“, sagt Holger Rahn, Inhaber von 2-Rad Meyer. Das seien etwa 80 Prozent. „Wir für uns bestehen aber nicht darauf und machen also nicht von unserem Hausrecht Gebrauch.“ Das gilt genauso für die Mitarbeiter, doch im Gespräch richtet man sich im Fahrradgeschäft auch nach den Kunden. So setzt ein Mitarbeiter sich eine Maske auf, als er eine maskierte Kundin bedient. Eine Familie, die eben den Laden betritt, zögert kurz, vergewissert sich, ob sie noch eine Maske tragen muss oder nicht, lässt die Mund-Nase-Bedeckungen dann aber weg. „Viele Leute müssen sich erst wieder daran gewöhnen, die Maske nicht zu tragen“, sagt Rahn.

Ein sichereres Gefühl hat er nicht dadurch, dass noch so viele freiwillig eine Maske aufsetzen. In den großen Räumen verteile es sich gut, da gebe es eigentlich keinen Unterschied zwischen drinnen und draußen, wo die Maske ohnehin weggelassen würde.

Auch interessant

Kommentare