Köhler Georg Sasse erklärt, wie der Meiler gebaut wurde

Der Meiler in Hülschotten ist bereit

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Hier stehen Köhler Georg Sasse und sein Kollege Christof Kordes vor dem fast fertigen Hülschotter Kohlemeiler. Dieser wird am morgigen Freitag, 1. September, angezündet. Die beiden werden den Meiler die vollen zehn Tage im Auge behalten und Fragen beantworten.

Am Freitag wird nach einer ökumenischen Andacht, Segen und Ansprachen der selbstgebaute Hülschotter Meiler seine Arbeit unter der Aufsicht von Köhler Georg Sasse aufnehmen. Ständig von Sasse beobachtet, wird die beste Holzkohle das Produkt der Arbeit von vielen sein.

Georg Sasse kann nicht nur Meiler bauen, sondern weiß auch viel darüber zu erzählen. Dabei kann auch mit einem Augenzwinkern ein Döneken sein, was durchaus zu den lustigen Augen des Köhlers passt. So erzählte er von einer Kaninchenmutter und sieben Jungen, die sie unter einem Meiler in der Vorbereitungszeit zur Welt brachte. 

Sie wurden erst gefunden, als der Meiler aufgebrochen und die Holzkohle verkauft wurde. Über die weitere Verwertung reden wir an dieser Stelle nicht weiter. Makaber – aber unwahr. Eine locke Schicht „Stibbe“ Wahr hingegen ist, dass das fachgerecht aufgeschichtete Holz mit einer Schicht Wrasen, den dünnen, langen Waldgräsern inklusive Wurzeln, abgedeckt wurde. 

Wrasen, dem Nichteingeweihten nur als Dunstschwaden bekannt, ist in diesem Fall ein Waldgras, das Sasse auch als Ziegengras bekannt ist. Dieses Gras würde nur von den genügsamen Ziegen konsumiert. Darüber kam eine lockere Schicht Stibbe. Schon wieder ein Begriff, der wohl nur den Köhlern bekannt ist. Stibbe, so erklärt Sasse, ist schwarze, lockere Erde von einem abgebrannten Meiler, in dem auch noch einige kleine Stücke Holzkohle zu finden sind. 

Es ist das ideale Material für die Deckschicht, weil sie selbst bei hohem Druck nicht zusammenpappt, sondern immer noch locker und somit luftdurchlässig ist. Beide Deckschichten ergeben in Kombination den erforderlichen Mantel eines Meilers. Am Freitag, 1. September, wird Georg Sasse mit seinem Kollegen Christof Kordes durch die Fülle, einen Schacht in der Mitte, den Meiler befeuern. Bei Bedarf kann über die Fülle mit weiterem Holz der Meiler beschickt werden. Köhler ist kein Lehrberuf, aber eine Zunft von Menschen mit Naturverbundenheit, die durchaus keine Eigenbrötler sind. 

Sie legen vor einer Kommission eine Prüfung ab und betiteln sich, je nach Erfahrung, Helfer, Meister und Obermeister. Sie freuen sich, in diesem Fall gemeinschaftlich mit Hülschottern, ein Ereignis zu zelebrieren, das durch die erforderliche Zeit des Garens mit vielen Randereignissen begangen werden kann. Dafür haben die Hülschotter ein tolles Programm zusammengestellt (wir berichteten). Unter www.huelschotten.de ist unter anderem auch das Programm nachzulesen. J hd

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