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Unfall-Statistik: Mehr Kinder und Senioren an Unfällen beteiligt

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Von: Christos Christogeros

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Deutlich mehr verletzte Kinder und Senioren zählt die Kreispolizeibehörde MK für das Jahr 2021 bei Unfällen in Plettenberg. Auch die Zahl der Schwerletzten hat sich erhöht. Ein leichter Rückgang konnte dagegen bei Unfällen mit Beteiligung von Krad- und Radfahrern festgestellt werden.

Plettenberg - Noch immer habe im vergangenen Jahr deutlich weniger Verkehr auf den Straßen Plettenbergs geherrscht, als in den Jahren vor der Pandemie. Umso beunruhigender wirkt die Entwicklung mancher Zahlen der Verkehrsunfall-Statistik. Zwar hat die Polizeibehörde im Vergleich zum Jahr 2020 eine leichte Zunahme der Verkehrsunfälle festgestellt – von 783 auf 800 im vergangenen Jahr – allerdings liegt der Wert noch weit unter der Zahl aus dem Vor-Pandemie-Jahr 2019: Damals wurden auf Plettenbergs Straßen 948 Unfälle registriert. Dies sei vor allem auf das zurückgegangene Verkehrsaufkommen im Zuge der Corona-Lockdowns zurückzuführen.

71 Prozent mehr Schwerverletzte

Vor diesem Hintergrund ist die Zunahme der Zahl der Schwerverletzten von 14 im Jahr 2020 auf 24 im vergangenen Jahr gravierend, handelt es sich doch um ein Plus von rund 71 Prozent. Noch dramatischer ist der Sprung im Vergleich zum Jahr 2019: Obwohl damals deutlich mehr Verkehr auf den heimischen Straßen herrschte, verzeichnete die Polizei „nur“ zwei Schwerverletzte nach Verkehrsunfällen.

Am Freitagmittag gab es einen Verkehrsunfall vor dem Hestenbergtunnel.
Verkehrsunfall in Plettenberg: Im September vergangenen Jahres kollidierten drei Fahrzeuge unmittelbar vor dem Hestenbergtunnel. Die Bilanz: vier Verletzte, zwei davon schwer. © Opfermann

Gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer waren dabei laut Statistik im vergangenen Jahr auf Plettenbergs Straßen besonders gefährdet: Sowohl bei der Unfallbeteiligung von Kindern als auch bei der von Senioren wurde eine Zunahme im Vergleich zu den vergangenen Jahren registriert. Sieben Kinder wurden demnach im vergangenen Jahr in Plettenberg bei Unfällen verletzt, sechs davon glücklicherweise nur leicht. Im Jahr 2020 wurde nur ein Kind bei einem Verkehrsunfall verletzt, 2019 waren es fünf. Auch hier zeigt sich: Trotz generell weniger Verkehr im Vergleich zur Vor-Corona-Zeit wurden mehr Kinder im Straßenverkehr verletzt.

Zahl der verletzten Senioren verdoppelt

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Senioren: Hier hat sich die Zahl der bei Unfällen Verletzten im vergangenen Jahr gegenüber 2020 sogar auf 14 verdoppelt. Zum Vergleich: 2019 waren acht Senioren bei Verkehrsunfällen in der Vier-Täler-Stadt verletzt worden.

Es gibt aber auch Positives: Die Zahl der verletzten Krad- und Radfahrer hat sich in Plettenberg im vergangenen Jahr reduziert. So wurden elf Verkehrsunfälle unter aktiver Beteiligung von Kradfahrern gezählt – 2020 waren es noch 16. Außerdem zählte die Polizei zehn und damit weniger bei Unfällen verletzte Radfahrer als noch im Jahr 2020 (zwölf).

Unfallflucht: 41 Prozent Aufklärungsquote

Für Autofahrer besonders ärgerlich sind Verkehrsunfallfluchten. Davon haben sich laut Polizeibehörde im vergangenen Jahr 180 in Plettenberg ereignet – 29 mehr als noch im Jahr 2020. Die Aufklärungsquote aller Verkehrsunfälle mit Unfallflucht im Bereich der Wache Plettenberg habe im vergangenen Jahr 41,11 Prozent betragen – der Landesschnitt beträgt hier 60,08 Prozent, kreisweit betrug die Aufklärungsquote sogar 78,38 Prozent.

Leicht erhöht hat sich die Beteiligung der 18- bis 24-Jährigen an Verkehrsunfällen: Waren sie im vergangenen Jahr an 15 Unfällen im Plettenberger Stadtgebiet beteiligt, waren es 2020 noch 13. Drei Jugendliche wurden im vergangenen Jahr schwer verletzt.

Einer der Hauptgründe für Verkehrsunfälle sei weiterhin überhöhte Geschwindigkeit. Wie die Kreispolizeibehörde mitteilt, würden auch die Unfälle unter Alkohol- und Drogeneinfluss im Kreis steigen. Beidem möchte die Polizei mit noch gezielteren Kontrollen begegnen.

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