Stadt will mehr Kontrollen und höhere Strafen

So sollen Müllsünder in Plettenberg künftig bestraft werden

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Plettenberg - Wirft man einen Blick auf das Wohngebiet Am Beiese, wird das Müll-Problem in seiner ganzen Deutlichkeit ersichtlich. Schon seit Monaten berichten wir darüber. Unter anderem deshalb will die Stadtverwaltung nun mit mehr Kontrollen und höheren Strafen reagieren.

Die Stadt Plettenberg wird die öffentlichen Straße und Anlagen künftig häufiger auf Müll kontrollieren, kündigt Hans-Peter Kapitain von der Stadtverwaltung an. Um das zu gewährleisten, hat die Stadt eine Außendienststelle wiederbesetzt und darin vertraglich die vermehrten Müllstreifen geregelt.

„Gleichwohl wird der Verursacher der Natur der Sache nach weiterhin nur in seltenen Fällen zu ermitteln sein“, befürchtet Kapitain, der die Masche der Müllsünder kennt: hinfahren, rasch abladen und umgehend wieder verschwinden.

Als weiterer Schritt im Kampf gegen illegale Müllentsorgung ist deshalb noch eine zweite Maßnahme vorgesehen: Die Stadt möchte den Buß- und Verwarngeldkatalog für Müllsünder neu fassen und die Richtwerte darin deutlich erhöhen. Das betrifft dann nicht nur die erwähnten „großen“ Müllvergehen, sondern auch die „kleinen“ Verstöße. Zigarettenkippen wegwerfen, Hundekot liegenlassen, Kaugummis auf den Boden spucken – für diese und weitere Vergehen werden jetzt höhere Verwarnungsgelder festgelegt, wobei die Strafe letztlich immer im Einzelfall entschieden werden soll.

Ganz bewusst will man es mit den Verwarn- und Bußgeldern dabei nicht übertreiben. Während zum Beispiel Städte wie Lüdenscheid die Strafen für das erstmalige Wegwerfen von Kaugummis, Zigaretten oder Pappbechern von 25 auf 100 Euro erhöht hat oder zum Beispiel für jedes liegengelassene Hundehäufchen 200 Euro verlangt, will die Stadt Plettenberg da „verhältnismäßig“ bleiben, wie Hans-Peter Kapitain schreibt. Entsprechend sollen die Verwarngelder zum Beispiel für Kaugummis, Zigaretten und Co. von jetzt 20 auf 50 Euro und die Hundehaufen von 35 ebenfalls auf 50 Euro erhöht werden.

„Das Thema der Abfallvermeidung und richtigen Abfallentsorgung ist seit geraumer Zeit verstärkt im öffentlichen Fokus. Neben dem Gedanken der nachhaltigen Lebensweise beschäftigt große Teile der Bevölkerung aber auch der negative optische Eindruck, der im öffentlichen Raum durch acht- und rücksichtslos hinterlassene Abfälle geschaffen wird“, begründet die Stadtverwaltung die vorgestellten Neuerungen, die am kommenden Dienstag, 29. Oktober, dem Stadtrat vorgestellt werden. Die Politiker entscheiden dann, ob die überarbeiteten Verwarn- und Bußgeldrichtlinien beschlossen werden sollen.

Signifikant bereichern würde sich die Stadt durch die höhere Strafen übrigens kaum. Die geschätzten Mehreinnahmen betragen nämlich lediglich 1 000 Euro im Jahr.

Hier die Auflistung der vorgesehen Strafen:

Herbeiführung von Rauschzuständen

50 Euro (35)

Werbung an öffentlichen Gebäuden

30 Euro (25)

Illegales Sprühen oder Beschriften

50 Euro (35)

Unangeleinte Hunde

40 Euro (30)

Verunreinigungen durch Tiere

50 Euro (35)

Wegwerfen von Unrat (Kaugummi, Zigaretten)

50 Euro (20)

Verrichten der Notdurft

50 Euro (35)

Alkohol oder Zigaretten auf Spielplätzen

50 Euro (35)

Ablagerung von...

Pflanzliche Abfälle, Rasen, Äste

100 - 1 000 Euro

Matratze, Schrank, Stuhl, TV

150 - 1 500 Euro

Fahrrad, Moped, Motorrad

150 - 1 500 Euro

Kühlschrank, Waschmaschine, Badewanne

500 - 2 500 Euro

Auto, Anhänger, Wohnwagen

1 500 - 2 500 Euro

Erdaushub, Bauschutt

500 - 10 000 Euro

Illegale Entsorgung Altöl oder Farben

1 000 - 100 000 Euro


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