Kameras und Poller sollen helfen

Müll-Berge türmen sich in Wohngebiet: So will der Vermieter die Müll-Flut stoppen

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Plettenberg - Seit vielen Monaten beschäftigen uns die Probleme im Plettenberger Wohngebiet Beiese, wo sich die Müllberge auch neben den Containern türmen. Jetzt äußert sich der Vermieter und stellt seine Pläne dar, wie er die Zustände verbessern möchte.

Er hatte den Gebäudekomplex in einem Inserat im Internet gesehen. Sechs Häuser mit 33 Wohnungen in Plettenberg im Sauerland zu einem guten Kurs. Der Privateigentümer Dr. Harald Richter aus Aachen schlug zu. „Ich wusste, dass es keine einfache Immobilie ist“, sagt er heute, über ein Jahr nach dem Kauf. Aber dass das Grundstück in Plettenberg regelmäßig für negative Schlagzeilen sorgen würde, damit hatte Dr. Richter nicht gerechnet.

Seit Monaten herrscht auf dem Gelände am Beiese, das direkt an einen öffentlichen Spiel- und Bolzplatz grenzt, ein massives Müllproblem. Tonnen und Container quillen über mit Müllsäcken und Sperrmüll. Kurz vor dem Jahreswechsel hat die Situation mit Bergen von Müll auch neben den Containern einen neuen Tiefpunkt erreicht.

Vermieter Dr. Harald Richter kündigt deshalb neue Maßnahmen an, um der Probleme endlich Herr zu werden. Einerseits will er die Zufahrt zu den Mülltonnen mit Pollern absperren. Damit will er verhindern, dass die möglichen Verursacher, sogenannte Mülltouristen, mit ihren Wagen bis auf das Grundstück fahren, ihre Säcke abladen und dann wieder verschwinden. Andererseits soll das Gelände künftig videoüberwacht werden. Vier Kameras sollen das gesamte Grundstück im Blick behalten. „Es geht nicht anders“, sagt Dr. Richter. „Wir müssen jetzt an die Ursache gehen.“

Der Vermieter erhofft sich dadurch, endlich herauszufinden, wer für die Müllberge verantwortlich ist. Sind es wirklich Menschen, die von irgendwoher gezielt zum Beiese fahren, um ihren Müll abzuladen? Oder gibt es da den ein oder anderen Bewohner, der unmittelbar „nach der Müllabfuhr mit 45 Säcken kommt und sie ablädt“, wie der Vermieter es formuliert? „Auch das ist ja eine Möglichkeit, aber wir können und wollen nicht alle unter Generalverdacht stellen.“

Aber warum reagiert der Vermieter erst jetzt so entschlossen? Schließlich sind die Müllprobleme schon seit rund einem dreiviertel Jahr bekannt.

„Wir haben in den letzten Monaten versucht, die Symptome zu behandeln“, erklärt Dr. Richter. Er hat zum Beispiel die ehemals fünf schwarzen Tonnen durch zwei Rollcontainer ersetzen lassen. Beide Container fassen in etwa so viel Müll wie insgesamt sechs Tonnen, aber noch viel wichtiger: Sie werden wöchentlich und nicht mehr nur im 14-Tages-Rhythmus geleert.

Doch selbst diese Aufstockung ist hinfällig. Je mehr Behälter es gibt, desto mehr Müll wird abgelagert. Wenn dort große Bauschutt-Container stehen – so wie aktuell – werden auch diese bis oben hin vollgemüllt. Und noch mehr Müllcontainer würden sich drastisch auf die Nebenkosten der Mieter auswirken, was niemand der Beteiligten möchte.

Stichwort Mieter: Auch hier lag laut Dr. Richter nach der Übernahme der Immobilien einiges im Argen. Obwohl die Häuser mit ihren insgesamt fast 33 Wohnungen annähernd voll vermietet waren, bekam Richter nach eigener Aussage zu Beginn gerade einmal acht Mieten. „Wir mussten deshalb erst einmal alles strukturieren“, berichtet der Vermieter. Er meint damit unter anderem das juristische Vorgehen gegen einen Mieter, dem vorgeworfen wird, Mieten einkassiert und minderwertige Waschmaschinen an die hauptsächlich rumänischen und bulgarischen Bewohner verschachert zu haben.

„Wir haben jetzt ein relativ vernünftiges Mieterklientel drin“, sagt Dr. Richter über die Bewohner, bei denen es sich weiterhin zum Großteil um Rumänen und Bulgaren handelt. Jetzt gehen die Mieten regelmäßig ein, in den ersten Wohnungen sind bereits die veralteten Nachtspeicher-Heizungen durch moderne Anlagen ersetzt worden.

Was bleibt, ist das Müllproblem. Innerhalb der nächsten zwei Wochen will der Vermieter die Kameras und die Poller installieren. Erst danach soll der Müll abtransportiert werden. Und dann bleibt es hoffentlich sauberer oder aber die Müllsünder können endlich ausgemacht werden. Bislang ist das nur mit mäßigem Erfolg gelungen. Drei Fremd-Ablader konnten laut Dr. Richter durch ihre Autokennzeichen identifiziert werden. Dr. Richter: „Es handelte sich in allen drei Fällen um deutsche Fahrzeug-Halter.“

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