Haben die Bäume noch eine Chance?

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Über die  Bäume am Alten Markt wurde im Ausschuss rege diskutiert.

Plettenberg – Das Thema Bäume am Alten Markt war in der Sitzung des Planungs- und Umweltausschusses einmal mehr ein zentrales Thema. Bereits in der Einwohnerfragestunde ergriff Karin Carrels das Wort. Mit nur einer Stimme Mehrheit habe man sich für die drei Bäume entschieden. Sie bat die Fraktionen, die Entscheidung noch einmal zu überdenken und sechs weitere Bäume dort einzuplanen.

Wir haben doch nicht einmal eine echte Hitzeperiode und man kann es dort jetzt schon nicht mehr aushalten“, monierte sie. Bauamtsleiter Sebastian Jülich entgegnete, dass es eine entsprechende Beschlusslage gebe. „Und die Firma wird in Kürze anfangen. Von daher ist es schwer, den Beschluss umzuwerfen“, sagte Jülich. Was die Sonneneinstrahlung angehe, prüfe man derzeit mehrere Möglichkeiten und werde den Stephansdachstuhl möglicherweise mit einer Folie versehen, um die Sonneneinstrahlung zu reduzieren.

 „Kein Sonnensegel kann einen so kühlen Schatten spenden wie Bäume“, entgegnete Carrels, die befand, dass eine Änderung vor dem Baustart doch möglich sein müsse. Günther Carrels sah die Sache ähnlich: „Wenn heute jemand sagt, der Klimawandel kommt nicht, dann stimmt das nicht. Von daher verstehe ich nicht, dass man in der heutigen Zeit so abstimmen kann.“ Der Ausschussvorsitzende Klaus Ising (CDU) zeigte Verständnis: „Ich teile Ihre Auffassung.“ Giesela Werda von der Seniorenvertretung stellte ebenfalls den Antrag, das Thema Bäume noch einmal zu überdenken.

 „Bei der letzten Seniorensitzung in der Stadtbücherei herrschte eine Bullenhitze und es wurde gesagt, dass das immer so ist, seitdem die Bäume weg sind. Hier soll doch ein Aufenthaltsort für Jung und Alt geschaffen werden.“ Im weiteren Verlauf der Sitzung war es den Kommunalpolitikern erlaubt, Stellung dazu zu beziehen. 

Klaus Ising schlug vor, den Punkt „Bäume“ in der Ratssitzung am 2. Juli noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen und erneut abstimmen zu lassen. Martina Reinhold (SPD) ging das zu weit. „Ich möchte darüber nicht noch einmal diskutieren. Wenn jeder einzelne Beschluss neu diskutiert wird – das kann es nicht sein. Ich war für die Fällung der Bäume und stehe dazu.“ Uwe Meister (CDU) sah das anders: „Wir haben nur einen Schuss im Gewehr, und der muss sitzen. Wir vertun uns nichts dabei und wollen alle das Beste für die Stadt. Wenn es der Bürgerwille ist, sollten wir es auch umsetzen.“

 FDP-Fraktionschef Michael Schulte schlug sich auf die Seite der SPD: „Das ist ein merkwürdiges Demokratieverständnis. Ich bin vollständig der Meinung von Martina Reinhold und lehne es ab, darüber erneut abzustimmen.“ Klaus Ising gab abschließend zu verstehen, dass die gesamte Innenstadtgestaltung bis auf das Thema Parkplätze und Bäume einvernehmlich gelaufen sei. Doch sein Vorschlag, vor den ersten Baumaßnahmen in einer Bürgerversammlung über das geplante Mobilitätsband und die anderen Elemente zu informieren, fand weder bei Martina Reinhold („Ich würde davor warnen“) noch bei Bürgermeister Ulrich Schulte Zuspruch. Der verwies auf die Anfang nächster Woche fertiggestellte Homepage, auf der alles einsehbar sei. Dann könne man immer noch gezielt auf Einzelfragen eingehen.

Solche Fontänenhüpfer sind in der Innenstadt geplant.

 Fraglich war in der Sitzung auch, wie und wo kurz vor dem Baustart zur Innenstadtsanierung Wasserspiele installiert werden sollen. Das Thema war kurzfristig als Tischvorlage auf die Tagesordnung gebracht worden. Bauamtsleiter Jülich erläuterte, dass am Alten Markt wie am Maiplatz Bodendüsen als Wasserspiel vorgesehen seien. Planungsamtsleiter Hartmut Engelkemeier erläuterte anschließend, dass man eine Art Wassererlebnispfad plane mit weiteren Wasserelementen vor der ehemaligen Eisdiele Tonesi und vor Otto Maloche. 

Da für die dauerhaft laufenden Wasserspiele eine Wasseraufbereitungsanlage notwendig sein soll, haben sich laut den BBZ-Planern die Kosten pro Anlage von ursprünglich 80 000 Euro auf nun 238 000 Euro erhöht. 

Martina Reinhold (SPD) befürwortete die Pläne: „Wasser ist ein Magnet und zieht Kinder an. Es muss aber auch Wasser da sein, das immer läuft.“ Nachdem man sich eine solche Anlage aus Kostengründen am Bahnhofsvorplatz gespart habe, sei jetzt die Chance, „etwas Großes zu tun – wohlwissend, dass damit Mehrkosten verbunden sind. Dennoch würden wir uns freuen, wenn uns die Kollegen folgen“, sagte Reinhold mit Blick auf die übrigen Fraktionen. Uwe Meister (CDU) bemängelte zunächst einmal die spät vorgelegten Unterlagen und meldete noch Beratungsbedarf an. Auch wollte er wissen, wie hoch die Unterhaltungskosten sind und fragte sich, wie wohl Senioren reagieren, wenn ein Kind es mit den Fontänenhüpfer nass macht. Bürgermeister Ulrich Schulte bedauerte, auf Anhieb keine zusätzlichen Zahlen zu den Betriebskosten liefern zu können. 

Bei zwei Bodenfontänen und je zwei Fontänenhüpfanlagen liegen die Gesamtkosten nach den Zahlenangaben von Sebastian Jülich bei über 500 000 Euro. In der Ratssitzung am 2. Juli soll nun noch einmal über das Thema Wasserspiele in der Innenstadt diskutiert werden. Dabei drängt die Zeit, denn gestern waren Vertreter der Firma Boymann vor Ort, um mit dem Bauamt über den Bauzeitenplan der Innenstadtsanierung zu sprechen.

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