Markt-Kunden in nass-kalten Jahreszeit überschaubar am Dienstag

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Matthias Deitelhoff bestätigt, im Winter hat er weniger Kunden als im Sommer und das merke er vor allem am Dienstagsmarkt.

Plettenberg - Gerade einmal 13 Stände waren gestern auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus aufgebaut und auch die Kunden waren überschaubar. Vor allem der Dienstagsmarkt in Plettenberg leidet unter der nass-kalten Jahreszeit.

„Im Sommer sind mehr Kunden da, als jetzt im Winter“, sagt Matthias Deitelhoff, Juniorchef des Obst- und Gemüsestandes. Während am Freitagsmarkt – solange kein Schnee liege – auch im Winter viele Kunden kommen würden, sei der Dienstagsmarkt schon deutlich schwächer. Bei Kälte, Windstille und Sonnenschein laufe es immerhin besser, als bei Regen. Zum einen glaubt Deitelhoff, liege das Ausbleiben der Kunden am Wetter aber teilweise auch an der saisonbedingten Ware. Im Frühling beginne zum Beispiel der Jungpflanzenverkauf wie zum Beispiel von Tomaten und im Sommer gebe es anderes Obst, wie Beeren

Bernd Holtmann vom Stand Holtmanns FischMeer spricht in Verbindung mit dem Dienstagsmarkt von einem Teufelskreis. „Bei dem Wetter kommen weniger Händler und die Kunden sagen, es ist nichts los und kommen deshalb nicht.“ Die Händler, die immer da seien, versuchen zu vermitteln, aber das sei schwierig.

Der Bezeichnung des Teufelskreises stimmt auch Siegfried Riediger, zuständig bei der Stadt Plettenberg für den Wochenmarkt, zu. Der Dienstagsmarkt sei in den letzten Jahren allgemein schlechter geworden. Um diesen wieder zu beleben, habe man Saisonbedingt Aktionen gestartet, wie zum Thema Erdbeere oder Kürbis. Im Frühling, wenn die Blumenzeit beginne, sei es jedoch schon deutlich besser, als im Winter. Für die Blumenhändler lohne es sich jetzt nicht und vor allem wenn Frost sei, kämen die Händler nicht, da ihnen dann die Ware kaputt gehe. „Wenn es trocken ist, ist der ein oder andere trotzdem da. Alle drei gleichzeitig kommen jedoch nur im Sommer“, sagt Siegfried Riediger.

Auch die Textilhändler überlegen bei schlechtem Wetter, ob sie zum Markt kommen und die Standgebühr bezahlen oder lieber Zuhause bleiben. „Lebensmittel brauchen die Leute, aber neue Kleidung eben nicht jede Woche“, sagt Riediger. Dem stimmt auch Textil- Händlerin Irmgard Jaschke zu: „Ich bin auf das Wetter angewiesen, aber auch auf die Mode und die Saison. Die Leute kommen nicht gezielt, sondern eher wenn sie Zeit haben und bummeln und das passiert eher bei gutem Wetter.“ Bei Sturm könne sie ihren Stand zudem gar nicht aufbauen.

Bernd Holtmann spricht in Verbindung mit dem Dienstagsmarkt von einem Teufelskreis.

Andere Städte und Gemeinden kämpfen mit den gleichen Problemen, weiß Sigfried Riediger. Die Zeiten haben sich geändert. Früher habe man teilweise Händler, die nur sporadisch kamen, wegschicken müssen, weil kein Platz mehr auf dem Marktplatz war. Heute sei man hingegen über jeden Händler der komme, froh. Was den Sturm am Donnerstag betrifft, so waren dessen Auswirkungen auf den Betrieb am Freitag auf dem Markt nicht mehr zu spüren. „Am Mittwoch war es auf anderen Märkten mit dem Wetter extrem und die Märkte am Donnerstag sind ausgefallen. Das war versicherungstechnisch auch nicht zu verantworten. Aber am Freitag ging es wieder“, sagt Bernd Holtmann.

Sowohl der Stand Deitelhoff als auch Holtmanns FischMeer kommen übrigens bei jedem Wetter. Natürlich kann es im Winter dann auch mal kalt sein, wenn man von 7.00 Uhr morgens an den ganzen Vormittag auf dem Markt steht. Auf die Frage, wie man sich dann warm halte, sagte Matthias Deitelhoff mit einem Lächeln: „Im Optimalfall damit, die Kunden zu bedienen.“ Abgesehen davon habe man auch einen Heizstrahler hinter dem Stand und wenn die Temperaturen in die Minusgrade gingen, ziehe man den Stand rundherum so gut es ginge zu – schließlich dürfen einige Waren auch keinen Frost abbekommen.

Bernd Holtmann ist im Vergleich zum Obst- und Gemüsestand in seinem Fischwagen relativ geschützt. Normalerweise fährt er die Theke aus, aber bei kaltem oder schlechtem Wetter lässt er sie drinnen, so das die Kunden auch geschützter an seinem Stand stehen können. Für seinen Fisch sei es zudem nicht so schlimm, wenn dieser anfriere. Da habe er an heißen Sommertagen eher Probleme. In den letzten Jahren sei dies jedoch auch nicht mehr der Fall gewesen, da das Wetter sehr durchwachsen gewesen sei.

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