Kurz vor dem 100-jährigen Firmenjubiläum

Mangels Nachfolge: Firma im MK geht an Beteiligungsunternehmen

Die Firma Rasche Umformtechnik in Plettenberg steht vor dem Verkauf an die Mutares-Gruppe.
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Die Firma Rasche Umformtechnik in Plettenberg steht vor dem Verkauf an die Mutares-Gruppe.

In Zeiten der Globalisierung und der Konzentrationsprozesse in der deutschen Wirtschaft kam die Nachricht von der geplanten Übernahme der Firma Rasche Umformtechnik nicht sehr überraschend.

Plettenberg - Die Anteile, die sich bislang in Familienbesitz befanden, gehen nach der entsprechenden kartellrechtlichen Zustimmung voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte an die Mutares-Gruppe über.

Das 2008 in München gegründete Unternehmen Mutares hat sich auf die Beteiligung an mittelständischen Unternehmen spezialisiert, die sich in einem Umbruch befinden. „Es gibt keine Not, das Unternehmen zu verkaufen, aber da schon länger klar ist, dass es keine familieninterne Nachfolgelösung bei uns geben wird, wollten wir Rasche Umformtechnik im Sinne all unserer Mitarbeiter zukunftsfähig aufgestellt wissen“, erklärte Gesellschafterin Almut Holtmann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Und so überrascht es nicht, dass die Anwesenden unter den insgesamt 180 Beschäftigen des traditionsreichen Unternehmens den Gesellschaftern in der Betriebsversammlung am Freitag sogar applaudierten.

Geschäftsführer bleibt

„Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wir sind sehr zuversichtlich, dass wir unser Unternehmen in gute Hände abgeben und die Arbeitsplätze der Mitarbeiter gesichert sind. Geschäftsführer ist auch weiterhin Mick Wabbals, der die Firma wie bisher weiterleiten wird“, sagte Almut Holtmann.

Vor rund sechs Monaten wurden nach den Angaben von Ernst Holtmann die ersten Gespräche darüber geführt, ob eine Kooperation von beiden Unternehmen möglich und sinnvoll sei. Nach intensivem Austausch war man sich schließlich einig, dass Mutares der ideale Partner ist, um mit einer vollständigen Übernahme den sich am Markt immer stärker abzeichnenden Konzentrationstendenzen begegnen zu können.

„Wir sind froh, mit Mutares eine leistungsstarke Unternehmensgruppe gefunden zu haben, die wachsen möchte“, sagte Holtmann, der selbst vor elf Jahren als Geschäftsführer ausschied und zuletzt im Beirat des Unternehmens aktiv war.

Ideale Ergänzung

Rasche habe laut Holtmann ein breites Kunden- und Produktportfolio, insbesondere auch außerhalb des Automotive-Bereichs, und stelle somit eine ideale Ergänzung zur italienischen Tochter von Mutares, Primotecs, dar, die sich im Wesentlichen als OEM-Lieferant (OEM: Original Equipment Manufacturer; deutsch: Originalausrüstungshersteller) auszeichne.

Durch die Firma Primotecs ist Mutares bereits in der Schmiedebranche beheimatet und bietet nach Ansicht der Familie Holtmann „die besten Voraussetzungen dafür, Rasche als fast hundertjähriges Unternehmen erfolgreich in die Zukunft zu führen.“ Mit Rasche soll der Standort von Mutares in Deutschland ausgebaut werden, Mit der Übernahme von Rasche wächst die Primotecs-Gruppe auf einen konsolidierten Umsatz von rund 150 Millionen Euro.

Johannes Laumann, Manager von Mutares, äußerte sich wie folgt zur geplanten Übernahme des Plettenberger Unternehmens: „Wir sind zuversichtlich, dass die zahlreichen Synergien und die hochwertigen Produkte die Unternehmen zu einem Global Player machen werden, der gleichzeitig zur ersten Anlaufstelle bei Stahlschmiedeteilen avanciert.“

Sitzbefestigung im Flugzeug von Rasche

Wenn auch die Gesellschafter in Zukunft andere sind – der Name Rasche Umformtechnik bleibt. Und wer demnächst ein Flugzeug besteigt und dabei auf die Halterung der Passagiersitze am Boden achtet, kann dort möglicherweise das Logo der Firma Rasche entdecken.

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