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Mainz: Sicherheit wird hier groß geschrieben – seit 30 Jahren

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Von: Sabrina Jeide

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Mainz Sicherheitstechnik besteht in Plettenberg seit 30 Jahren
Bernward Mainz (links) und Pascal Krolzik im Geschäft an der Viktoriastraße. Der Fachbetrieb hat sich auf Sicherheitstechnik spezialisiert und besteht dieser Tage seit nunmehr 30 Jahren. © Sabrina Jeide

Der Plettenberger Fachbetrieb Mainz Sicherheitstechnik besteht seit nunmehr 30 Jahren.

Plettenberg – Es ist ein Kommen und Gehen an diesem Montagnachmittag. Gleich mehrere Kunden bitten darum, Schlüssel nachzumachen; eine junge Dame erhält neue Klingelschilder; ein Herr erkundigt sich nach dem Stand seiner Bestellung.

Es ist Alltag im Geschäft von Sicherheitstechnik Mainz und doch ist es ein besonderer Tag: Denn Geschäftsinhaber Bernward Mainz hat sein Geschäft an der Viktoriastraße am 16. Januar vor genau 30 Jahren eröffnet. Drei Jahrzehnte später hat er viel zu erzählen: von den Anfängen des Geschäfts, von sich entwickelnden Geschäftsfeldern, aber auch von den Wellenbewegungen im Geschäftsbetrieb. All die Jahre sei man auch immer von der Plettenberger Industrie abhängig gewesen. Denn: Etwa 50 Prozent der Mainz-Kundschaft sind bis heute Industriekunden. „Wenn die Industrie schwächelt, merken wir das“, sagt Bernward Mainz und malt mit dem Zeigefinger die typischen Wellen in die Luft. Doch das vierköpfige Team – neben Bernward Mainz auch Schreiner Dirk Hagedorn, Glaser Pascal Krolzik und Groß- und Außenhandelskauffrau Natascha Adams – blickt positiv in die Zukunft. In den kommenden Jahren hofft der Chef, den Betrieb auf die nachfolgende Generation übertragen zu können. Eine interne Nachfolgeregelung zeichnet sich ab, Beratungsgespräche mit der Handwerkskammer Arnsberg zur Unternehmensnachfolge laufen.

Die Anfänge in den 90er-Jahren

Anfang der 90er-Jahre betrieben noch Mainz’ damalige Schwiegereltern Inge und Claus Hartmann einen Handel mit Werkzeugen und Werkzeugmaschinen an der Viktoriastraße. Doch der Plettenberger sah keine langjährige Zukunft in diesem Bereich und wagte deshalb einen kompletten Neuanfang, eröffnete genau an seinem 32. Geburtstag seinen Fachbetrieb für Sicherheitstechnik. Bernward Mainz hatte zuvor noch eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert, eine spezielle Ausbildung im Bereich Sicherheitstechnik gab es damals und gibt es bis heute nicht.

Schnell spezialisierte sich Bernward Mainz auf den Austausch der Sicherheitsverriegelung an Fenstern – polizeigeschult war er damals der Einzige im ganzen Märkischen Kreis, der diese Sicherheitsverbesserung anbot.

Nach und nach verbesserten aber auch Fensterhersteller direkt ihre Sicherheitstechnik: Es war der Anstoß, Bauelemente mit Fenstern, Haus- und Innentüren oder Garagentore auch komplett ins Portfolio aufzunehmen – „um nicht auf der Strecke zu bleiben...“

Im Laufe der Zeit haben sich nicht nur die Sicherheitstechnik, sondern auch die Ansprüche und Wünsche der Kunden immer weiter entwickelt.

Mechanische Mechanismen sollen Einbrüche massiv erschweren, aber auch elektronische und motorische Schließsysteme haben mehr und mehr den Weg in die heimischen Häuser gefunden. Da lässt sich die Haustür nun dank elektronischem Zylinder mit einem Transponder öffnen oder – Stichwort Smarthome – dank spezieller Motortechnik die Haustür direkt mit dem Handy öffnen. Eine große Plettenberger Firma hat der Fachbetrieb zuletzt komplett mit einem elektronischen Schließsystem umgerüstet.

Mehr als 4000 Schlüssel im Apothekerschrank

Eng mit dem Begriff der Sicherheitstechnik verbunden sind natürlich auch Alarm- und Videoanlagen, die es bei Mainz für Privatleute gibt. „Das hat ganz stark zugenommen“, weiß der Fachmann, der nebenbei auch noch Herr über nicht weniger als aktuell 4165 Schlüssel-Rohlinge ist. Sie alle finden Platz in einem großen Apotheker-Schrank, den Bernward Mainz aus der Stadt-Apotheke übernommen hatte, als diese vor einigen Jahren direkt nebenan geschlossen wurde.

30 Jahre Sicherheitstechnik Mainz: Bernward Mainz fräst einen neuen Schlüssel
Mit der Präzisionsmaschine fräst Bernward Mainz einen neuen Schlüssel. © Sabrina Jeide

„Wir kennen auch nicht jeden“, schmunzelt der Experte und doch führt sein Griff meist zielsicher in das richtige Regalfach. Mit Präzisionsmaschinen fräst oder bohrt er dann direkt vor Ort ein Duplikat für die Kunden – übrigens auch von Autoschlüsseln. Gravuren werden bis heute durchgeführt – auch wenn es kein Vergleich mehr sei zu den Hochzeiten, „als es das Internet noch nicht gab“ und vor allem Vereine Pokale und Ehrenpreise gravieren ließen.

Ausgesperrt - was tun?

Wer kennt es nicht? Die Haustür ist zugefallen, man hat sich ausgesperrt. Glücklich kann sich dann derjenige schätzen, der irgendwo noch einen Zweitschlüssel zur Verfügung hat. Doch wenn nicht? Dann muss meist der Schlüsseldienst her. Und hier gilt oft im wahrsten Sinne das Sprichwort: „Guter Rat ist teuer.“ Denn nach wie vor sind in diesem Bereich viele schwarze Schafe unterwegs, die die Not der Menschen schamlos ausnutzen. Bei Sicherheitstechnik Mainz wird der Schlüsseldienst professionell und seriös angeboten – an sieben Tagen in der Woche 24 Stunden lang. Im Plettenberger Fachgeschäft gibt es feste Preise, die von Uhrzeit, Wochentag, Aufwand und Anfahrt abhängen. Klar: Wer nachts um 3 Uhr an einem Feiertag die Tür geöffnet haben muss, zahlt mehr, als jemand, dem in der Innenstadt die Tür in der Woche morgens um 11 Uhr zufällt. Letzteres wird bei Mainz mit etwa 60 Euro berechnet und ist damit weit entfernt von Forderungen, die mitunter unseriöse Anbieter aufrufen.

Bernward Mainz rät allen Betroffenen, nicht auf Abzock-Angebote reinzufallen und sich vor allem nicht einschüchtern zu lassen, selbst wenn es schnell gehen soll. Der Fachmann rät, immer zunächst zwei Fragen zu stellen: „Kommen Sie aus diesem Ort?“ und „Was kostet es?“

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