Kultursommer: Der Esel braucht ein Fluchtauto

Märchenhaft und doch ganz anders

+
Die Ente aus Pappe diente den Schauspielern am Sonntag in der Christuskirche als ‘Fluchtauto’.

Plettenberg - Rainer Besel und Esther Krause-Paulus kennen in Plettenberg schon viele – nur nicht unter ihren Namen. Aber als Akteure des „Theater Kreuz & Quer“ sind die beiden seit Jahren gern gesehene Gäste der Stadt und natürlich des jungen Publikums. So war es auch am Sonntag.

„Ich glaube, wir werden mit Plettenberg alt“, bemerkte vor der Vorstellung, aber noch hinter der Bühne Esther Krause-Paulus, und Rainer Besel ergänzte: „Seit zehn bis zwölf Jahren treten wir mit immer anderen Programmen bereits in Plettenberg auf, und immer wieder gerne.“ 

Sie können aus einem reichhaltigen Programm dem Publikum entsprechend ihre Stücke auswählen. Die zwei erzählen mit viel Spiel- und Wortwitz alte Märchen ganz nebenbei und an die heutige Zeit angepasst. So lernten beim diesjährigen Kultursommer am Sonntagnachmittag die großen und kleinen Zuschauer das Märchen von den Bremer Stadtmusikanten unter dem Titel „Vier sind dann mal weg“ aus einer ganz neuen Sichtweise kennen. 

Grimm (Rainer Besel) wollte gerne eine Radtour machen und Gebrr (Esther Krause-Paulus) sollte mitfahren. Sie hatte jedoch keine Lust, wollte lieber Geige spielen. Ihr Spiel war fürchterlich kratzend, einem Katzenjammer ähnlich. Das brachte wohl Grimm dazu, Gebrr mit einer Geschichte doch noch zu einer Radtour zu überreden. So wurde aus Grimm der Müller und aus Gebrr der alte Esel, der die schweren Mehlsäcke transportieren musste. 

Nur war es nicht der Abdecker, sondern eine Schrottpresse, die dem alten Esel das letzte Stündlein bereiten sollte. Gebrr forderte also ein Fluchtauto, das auch in der Garage von Grimm stand (eine „Ente“ aus Pappe). Nach und nach gesellten sich ein Wackeldackel als Hund, eine Katze in Gestalt der Geige mit ihrem Katzenjammer und ein Hahn in Form einer Wasserrohrstückes mit einem Handschuh als Hahnenkamm hinzu. 

Die ganze Gesellschaft auf dem Weg nach Bremen, wo sie eine Band gründen wollten, kam bis zur Autobahnraststätte Sittensen. Dort herrschte ein böser Räuber namens „Tank und Rast“, der alle Reisenden, die mal dringend mussten, nach Strich und Faden ausnahm. Kurz und gut, die Musikanten in spe verscheuchten den Bösewicht und spielten seitdem in der Raststätte Sittensen. 

Am Schluss gab es noch den obligatorischen Kuss (der Kleine, der sich auf den Kuss ein „Bäh“ nicht verkneifen konnte, wird bestimmt irgendwann einmal anderer Meinung sein). Ende gut – alles gut. Und wenn sie nicht gestorben sind …

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare