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Quo vadis Männergesang? Fusion abgelehnt trotz immer weniger Stimmen

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Von: Hartmut Damschen

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Obwohl der Männergesangsverein Eiringhausen um Chorleiter Herbert Wilberg (Zweiter von links) nur noch 20 singfähige Mitglieder besitzt, lehnt der MGV eine Fusion mit anderen Chören ab.
Obwohl der Männergesangverein Eiringhausen um Chorleiter Herbert Wilberg (Zweiter von links) nur noch 20 singfähige Mitglieder besitzt, lehnt der MGV eine Fusion mit anderen Chören ab. © Damschen

„Keine Fusion“, platzte es aus Helmut Brauckmann, Sänger des Männergesangvereins Eiringhausen 1872/99, heraus. Es war seine Reaktion auf das schriftliche Angebot des Ohler Männergesangvereins, Gemeinsamkeiten zu entwickeln. 

Plettenberg - Brauckmann erinnerte an den damaligen Zusammenschluss der beiden Eiringhauser Männerchöre: „Beim Zusammenschluss standen 80 Sänger auf der Bühne. Bei der ersten folgenden Chorprobe waren es nur noch 30 und es wurden auch nicht mehr.“

Mit der Ablehnung einer Fusion war er nicht allein. Obgleich der jetzige Chorleiter Herbert Wilberg vor zwei Jahren die Möglichkeit eines Zusammengehens, aber nur unter dem Dirigat von Astrid Höller-Hewitt, mit Ohle vorgeschlagen hatte, war er nach dem Votum der Überzeugung, dass Fusionen generell nichts bringen.

Doch ein gemeinsames Auftreten als jeweils eigenständige Chöre nach dem Beispiel des MGV Holthausen und des Sängerbundes Rärin hält er für sinnvoll. Er ergänzte: „Das macht aber das Einüben von gemeinsamem Liedgut erforderlich und ist nicht innerhalb eines halben Jahres möglich.“

Hintergrund ist, dass Gesangvereine durch Corona einen schweren Stand hatten und ihn immer noch haben. Dem MGV Eiringhausen geht es da nicht anders: Zurzeit gibt es noch 20 singfähige Mitglieder, deren Stimmen nach mehr als eineinhalb Jahren musikalischer Abstinenz erst wieder an das Singen herangeführt werden müssen.

Wie sehr die Situation angespannt ist, machte der erste Schriftführer Klaus Eckardt deutlich: „Meine Tenorstimme ist den Bach runter! Wir müssen unsere Lieder neu einstudieren. Neue Sänger kommen nicht hinzu. Unter Anbetracht dessen ist es angeraten, Mitte des nächsten Jahres mit einem kleinen Konzert einen vernünftigen Abschluss zu machen.“

Wilberg wies darauf hin, dass es in jedem Fall wichtig sei, mit den Chorproben zu beginnen. Er bot an, das gleiche Liedgut wie mit den Holthauser und Räriner Sängern zu üben. „Wer dann vielleicht die Eiringhauser Chorprobe versäumt hat, kann bei den Holhausern diese nachholen – oder bei Bedarf zusätzlich besuchen.“

Und Wilberg weiter: „Wir wollen uns nichts vormachen – in unserem Alter kann schnell mal jemand durch Krankheit ausfallen und schon ist die Singfähigkeit bei Auftritten nicht mehr gegeben. Doch unter den gerade genannten Voraussetzungen können Leihstimmen ausgeborgt werden, damit der jeweilige Chor bei Auftritten alle Stimmen besetzt hat.“

Der Vorschlag wurde angenommen und sogleich der erste Chorprobentermin für den 25. Oktober um 18.00 Uhr im Evangelischen Gemeindesaal in Eiringhausen festgelegt, in dem auch am Freitag die Jahresmitgliederversammlung stattfand.

Erst einmal sind so die Weichen für ein Weitermachen gestellt. Das machte sich auch bei den turnusmäßigen Wahlen bemerkbar. Der gesamte Vorstand musste zurücktreten und neu gewählt werden. Hubert Schmoll als Vorsitzender bat Helmut Brauckmann, die Aufgabe des Wahlleiters zu übernehmen. Das tat er routiniert, bis dass Hubert Schmoll in seiner Position bestätigt wurde und auch die weiteren Wahlvorgänge übernahm.

Indes: Der Mitgliedsbeitrag von 72 Euro bleibt unverändert.

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