1. come-on.de
  2. Lennetal
  3. Plettenberg

Luft statt Wasser: Wasserspiele in der Innenstadt sind noch immer „trocken“

Erstellt:

Von: Georg Dickopf

Kommentare

Aus den Fontänenhüpfern vor dem Stadtleben kommt bislang nur Luft.
Aus den Fontänenhüpfern vor dem Stadtleben kommt bislang nur Luft. © Dickopf, Georg

Es sind Osterferien in Plettenberg. In der Sonne ist es über 20 Grad warm und durch die neu gepflasterte Fußgängerzone schlendert ein kleines Mädchen mit ihrer Mutter in Richtung Vier-Täler-Brunnen. Der Brunnen dort könnte für Abwechslung und eine kleine Erfrischung sorgen.

Plettenberg - In der einen Hand hat die Sechsjährige ein Eis, in der anderen ein selbstgemaltes Bild mit einer blau-gelben Ukraine-Flagge. Dana heißt das Mädchen, das intuitiv den Brunnen mit seinen seltsam anmutenden Kupferröhren ansteuert. Einen erfrischenden Regenschauer muss das aus Charkow stammende Mädchen dort aber ebenso wenig befürchten wie ein kleines Wasserbad mit den Füßen, denn der Vier-Täler-Brunnen ist weiterhin trocken.

Wassertechnik kostete rund 1,5 Millionen Euro

Dass das ukrainische Mädchen eine der aufwendigsten Einzelmaßnahmen der Innenstadtsanierung betritt, weiß es nicht. Die gesamte Wassertechnik in der Innenstadt ließ sich die Stadt rund 1,5 Millionen Euro kosten.

Ein paar Minuten später wird die aus der Ukraine geflüchtete Dana auf den Edelstahlhuppeln vor dem W9 herumhüpfen, doch dabei zischt nur etwas Luft aus den Düsen unterhalb.

Die kleine Dana aus Charkow (Ukraine) steht mit Eis und einem Ukraine-Bild vor dem weiter trockenen Vier-Täler-Brunnen. Probleme mit einem Teil für die Steuerung verhindern eine Inbetriebnahme.
Die kleine Dana aus Charkow (Ukraine) steht mit Eis und einem Ukraine-Bild vor dem weiter trockenen Vier-Täler-Brunnen. Probleme mit einem Teil für die Steuerung verhindern eine Inbetriebnahme. © Dickopf, Georg

Luft statt Wasser kommt aus Düsen

Das Wasserspielfeld vor der Stadtbücherei hätte die kleine Dana, die mit ihrer alleinerziehenden Mutter durch die Innenstadt läuft, vermutlich nicht als Wasserspielfeld ausgemacht. Denn Wasser sprudelt auch hier nicht. Die Düsen sind noch nicht verfugt worden, obwohl Bauamtsleiter Sebastian Jülich noch Ende März von einer Inbetriebnahme am 4./5. April gesprochen hatte.

Noch ein paar Meter weiter ragt eine vom Baustaub etwas verunreinigte Edelstahlsäule aus dem Boden, auf der „Trinkwasser“ steht. Weitere Beschriftungen gibt es nicht. Auf der Rückseite befindet sich ein kleiner Punkt. Und wenn man den drückt, passiert etwas Unerwartetes. Es sprudelt ein kleiner Wasserstrahl im Halbbogen aus der Säule und man kann sich erfrischen, wenn man darauf vertraut, dass das derzeit einzig funktionierende Wassergerät in der Innenstadt auch klares Trinkwasser liefert.

Was ist der Grund für die Verzögerung?

Warum funktionieren aber die Wasserspiele trotz des guten Wetters und der Osterferien immer noch nicht?
Der verantwortliche Bauamtsleiter Sebastian Jülich verwies Anfang April auf die noch nicht fertiggestellten Fugen.

Warum die Wasserspiele auch zwei Wochen später nicht funktionieren, erklärte Jülich am Mittwoch auf erneute Nachfrage wie folgt. So sei mittlerweile gefugt worden. Die Firma Boymann habe der Stadt mitgeteilt, dass man noch auf ein Teil für die Steuerung warte, das in der nächsten Woche eingebaut werden soll. Dann werde auch die Technik eingestellt. Der Steuerungsbauer soll dafür am Donnerstag nächster Woche kommen. Zugesagt seitens Boymann sei, dass die Technik dann laufen werde.

Der Trinkwasserspender der Stadtwerke ist bislang die einzige  funktionierende Wasserattraktion in der Innenstadt.
Der Trinkwasserspender der Stadtwerke ist bislang die einzige funktionierende Wasserattraktion in der Innenstadt. © Dickopf, Georg

Auf die Frage, ob eine Eröffnungsveranstaltung geplant sei, betonte Jülich, dass eine Eröffnung möglicherweise im Zuge des Familienflohmarkts der Kultour GmbH am 7. Mai erfolge, doch das stehe noch nicht genau fest.

Die Eröffnung des Brunnens hänge ebenfalls mit einer noch fehlenden Steuerung zusammen und erfolge zeitgleich zu den Wasserspielen. Zum Trinkwasserspender verriet Jülich, dass die Stadtwerke eine Wasserprobe entnehmen würden. Sei diese in Ordnung – was Jürgen Denker von den Stadtwerken bestätigte – gehe der Wasserspender in Betrieb.


Die Stolperkante von der Fußgängerzone zur Zimmerstraße ärgert die 81-Jährige Sieglinde Liese ebenso wie fehlende Bänke.
Die Stolperkante von der Fußgängerzone zur Zimmerstraße ärgert die 81-Jährige Sieglinde Liese ebenso wie fehlende Bänke. © Dickopf, Georg

Stolperfalle an der Zimmerstraße

Aktuell laufen im Bereich Zimmerstraße keine Baumaßnahmen, obwohl es dort offene Übergänge zur Wilhelmstraße gibt, die der 81-jährigen Plettenbergerin Sieglinde Liese ein Dorn im Auge sind. „Ich hatte große Mühe, mit meinem Rollator über die große Kante zu kommen“, sagt die Seniorin, die dafür das Mobilitätsband lobt. Und auch das Pflaster sei zumindest mit großen Rollatorrädern gut befahrbar.

Schrottcontainer mit Holzresten

Der Container mit Holzresten steht seit einem halben Jahr mitten in der Fußgängerzone. „Hätte man den nicht wenigsten über Ostern wegräumen können“, fragt sich Sieglinde Liese.
Der Container mit Holzresten steht seit einem halben Jahr mitten in der Fußgängerzone. „Hätte man den nicht wenigstens über Ostern wegräumen können“, fragt sich Sieglinde Liese. © Dickopf, Georg

Warum aber seit über einem halben Jahr weiterhin ein großer Schrottcontainer mit Holzresten mitten in der Fußgängerzone platziert ist, versteht die 81-Jährige ebenfalls nicht. „Hätte man den nicht wenigsten über Ostern wegräumen können“, fragt sie. Außerdem würde sie sich statt der beiden Rundbänke an der Graf-Dietrich-Straße wesentlich mehr Sitzplätze in der Innenstadt wünschen. Platz dafür wäre vor dem Haus zur Sonne, doch dort lagern seit Monaten Steine und Platten für die Sanierung rund um die Christuskirche.

Auch interessant

Kommentare