Fahrradklima-Test des ADFC

Licht und Schatten: Plettenberg mit Platz im Radel-Mittelfeld

Plettenberg Radweg Fischbauchbogenbrücke
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Beim Fahrradklima-Test des ADFC landet Plettenberg im Mittelfeld.

Fahrradfreundlich ja, aber es gibt durchaus noch Verbesserungspotential: So lassen sich die Ergebnisse des Fahrradklima-Tests des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) zusammenfassen. Mit Platz 117 liegt die Vier-Täler-Stadt im Mittelfeld der fahrradfreundlichsten Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohnern.

Plettenberg – 111 Plettenberger haben im Herbst vergangenen Jahres an der bundesweiten Befragung teilgenommen. Unzufrieden sind Plettenberger Radfahrer demnach vor allem mit der Anbindung Plettenbergs an die Nachbarstädte. Besonders die Verbindung nach Werdohl lässt doch zu wünschen übrig, muss doch ein nicht geringes Teilstück über die relativ enge Bundesstraße geradelt werden. Daher fordert der ADFC Plettenberg den beschleunigten Ausbau des Radwegenetzes mit Mitteln des Bundes.

Weitere Kritikpunkte sind fehelende Abstellmöglichkeiten und die nicht ausreichende Beschilderung der Radwege.

Lichtblicke gab es bei Sauberkeit und Zustand vorhandener Radwege und dem Winterdienst. „Hier geht ein Dankeschön an den Bauhof für seine gute Arbeit“, sagt der Plettenberger ADFC-Ortsgruppensprecher Sebastian Rittner.

Durchschnittliches Fahrradklima in Plettenberg: In dieser Übersicht sind die positiven Bewertungen (in Prozent) für einzelne Punkte aufgelistet. Das bedeutet, dass beispielsweise bei „Konflikten mit Kfz“ die negativen Erfahrungen überwiegen, die „Erreichbarkeit des Zentrums“ eher positiv bewertet wird und 61 Prozent der Befragten keine Probleme mit Fahrraddiebstählen in Plettenberg sehen.

„Die Corona-Zeit hat viele Menschen neu auf das Rad gelockt – und wir wollen, dass sich auch die Neuaufsteiger auf dem Rad wohl und sicher fühlen. Leider ist das in Plettenberg nicht immer der Fall“, erklärt Rittner. 56 Prozent der Befragten gaben an, sich beim Radfahren in Plettenberg unsicher oder sogar gefährdet zu fühlen.

Dabei ließe sich schon mit überschaubaren Maßnahmen die Situation deutlich verbessern, erklärt Rittner. „Damit Plettenberg wirklich einladend zum Radfahren wird, brauchen wir ein durchgängiges Netz an guten Radwegen mit Anschluss an die Nachbarstädte. Der Bund hat mit dem Sonderprogramm Stadt und Land dafür ausreichend Mittel zur Verfügung gestellt“, sagt der ADFC-Ortsgruppensprecher.

Denn immerhin 68 Prozent der an der Befragung teilgenommenen Plettenberger erklären, sie hätten Spaß am Fahrradfahren. Dies spricht dafür, dass viele Bewohner der Vier-Täler-Stadt das Fahrrad nicht nur nutzen, um von „A nach B“ zu kommen.

Positiv bewertet wurde außerdem die Erreichbarkeit des Plettenberger Stadtzentrums.

Plettenberg liegt bundesweit auf Platz 117 von 415 (in der Kategorie der Städte mit 20.000 bis 50.000 Einwohner), im Landesvergleich auf Platz 35 von 116. Laut dem heimischen ADFC entwickelt sich Plettenberg mit seinen drei Fahrrad-Geschäften, dem P-Weg und vielen Radsport-treibenden Vereinen immer mehr zur Fahrradstadt.

Im Durchschnitt geben die Plettenberger die Note 3,7 für Fahrradfreundlichkeit. Die Mehrzahl der Befragten erklärte, sie könnten in der Stadt zufriedenstellend Rad fahren, dass aber in jüngster Zeit nicht genug für den Rad- Verkehr getan worden sei.

Auch bundesweite Probleme des Radverkehrs schlagen in Plettenberg durch: Das Fahren im Mischverkehr mit Pkw und Lkw bewerteten nur 27 Prozent der befragten Plettenberger als positiv. Ebenso überwiegen die negativen Erfahrung der heimischen Radfahrer bei Konflikten mit Pkw-Fahrern.

Fahrraddiebstahl scheint ein nicht so großes Problem in Plettenberg zu sein, nur 39 Prozent berichteten von negativen Erfahrungen in diesem Zusammenhang.

Plettenberg lässt andere Kommunen weit hinter sich

Mehr als 60.000 Menschen haben sich in NRW an der Befragung beteiligt. Dabei sei der ADFC-Fahrradklima-Test die größte Befragung zur Zufriedenheit der Radfahrenden weltweit. Er wird vom ADFC alle zwei Jahre mit Unterstützung des Bundesverkehrsministeriums durchgeführt. 1024 Städte kamen insgesamt in die Wertung, mehr als jemals zuvor. Die Platzierungen anderer Kommunen:

20.000 bis 50.000 Einwohner

Werdohl: Platz 404

Attendorn: Platz 274

Hemer: Platz 261

50.000 bis 100.000 Einwohner

Lüdenscheid: Platz 110 (letzter Rang)

Iserlohn: Platz 84

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