Ein letzter Spendenaufruf - Familie Bieker sammelt für Waisenhaus in der Nähe von Kiew

+
Rita und Wolfgang Bieker haben ihre Besuche in die Ukraine in einem Fotoalbum festgehalten. Im April wollen sie ein letztes Mal zum Kinderheim in der Nähe von Kiew reisen, um dort Spenden hinzubringen. 

Plettenberg - Seit fast 20 Jahren sammelt die Familie Bieker aus Plettenberg Spenden für bedürftige Kinder aus der Ukraine und bringt diese persönlich dorthin. Im April 2019 wollen Rita und Wolfgang Bieker jedoch zum letzten Mal zum Kinderheim reisen. Sie rufen daher ein letztes Mal die Plettenberger auf, sie bei der Spende zu unterstützen.

Gesammelt wird für das Waisenhaus Gorodetsky in der Nähe von Kiew, das das Ehepaar schon vor vier Jahren, im September 2014, besuchte. „Ich wusste beim ersten Besuch nicht, worauf ich mich einlasse. Es war furchtbar, Teilweise konnten die Kinder nicht sitzen, nur liegen. Es war herzzerreisend“, erinnert sich Rita Bieker. Dort leben Kinder im Alter von einem Monat bis zu vier Jahren. Einige von ihnen sind Waisen, behinderte Kinder, Kinder, die von ihren Eltern abgelehnt werden oder deren Eltern die elterlichen Rechte aberkannt wurden, Kinder mit mehrfachen Fehlbildungen, Schäden des Nervensystems und mit psychischen Störungen.

Damit das Geld auch an der richtigen Stelle ankommt, fahren Biekers nicht nur dorthin, um das Geld persönlich zu überreichen, sondern machen sich vor Ort zuerst ein Bild, was benötigt wird und sprechen mit dem Rektor des Waisenhauses. Dann kaufen Rita und Wolfgang Bieker von den Spenden selbst vor Ort für die Kinder ein, zum Beispiel Essen oder Hygieneartikel. Wenn es um größere Projekte vor Ort geht, bekommen sie die Unterstützung durch ehemalige Kinder aus Tschernobyl, die früher zeitweise bei den Biekers in Plettenberg gelebt haben, denn der Kontakt besteht bis heute. Sie helfen unter anderem als Übersetzer bei Verträgen oder dienen als Vertrauenspersonen, wenn die Biekers wieder abgereist sind. So wurde beim letzten Besuch zum Beispiel Geld bei den Vertrauenspersonen hinterlegt, damit eine Baufirma vor Ort Nasszellen im Waisenhaus bauen konnte.

Rita und Wolfgang Bieker sammeln für das Waisenhaus Gorodetsky in der Nähe von Kiew, das sie bereits vor drei Jahren schon einmal besucht haben. 

Zudem lasse sich das Ehepaar immer eine Quittung beziehungsweise eine Kopie davon für die Elektrogeräte, die sie für das Heim gekauft haben, wie zum Beispiel einer Waschmaschine, mitgeben. „Falls jemand Zweifel hat was die Spenden angeht, kann er gerne zu uns kommen und sich die Rechnungen ansehen“, sagt Rita Bieker.

Wer für das Waisenhaus spenden möchte, kann dies auf folgendes Konto bei der Commerzbank an Wolfgang Bieker unter der IBAN DE28 4458 0070 0747 0885 01.

Und so fing alles an:

Vor 25 Jahren luden die Biekers zum ersten Mal ein Kind aus Tschernobyl zu sich nach Plettenberg ein. Rita Bieker erinnert sich, wie sie damit für sich etwas tun wollte und daraus die Hilfe für andere entstanden ist. „Die Kinder kamen damals mit dem Bus an und als sie alle ausgestiegen waren, fragte ich mich, zu wem wohl dieses kleine Mädchen, das Kleinste von allen, kommen würde. Und dann stellte sich heraus, dass sie zu uns kommt. Das war Kati, sie war damals sechs“, sagt Rita Bieker. Sie war die Erste, die Familie Bieker aufnahm. Aus den Besuchen von Kati und anderen Kindern sei über die Jahre eine Freundschaft entstanden. „Es ist unsere Familie, unsere Kinder“, sagt das Ehepaar. Sie lernten nicht nur die Kinder selbst kennen, sondern die gesamte Familie. Kati ist heute 32 Jahre alt und hat mittlerweile selbst Kinder. Durch diese Verbindung entstand irgendwann schließlich auch das Spendensammeln für Kinderheime in der Ukraine. Gorodetsky ist bereits das dritte Waisenhaus.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare