Yara Sido erhält nach vielen Monaten des Wartens endlich den passenden Rollstuhl

Der letzte Schritt zur gelungenen Integration

Plettenberg - Es hat viele Monate gedauert – jetzt hat das lange Warten für Yara Sido aus Plettenberg endlich ein Ende. Die junge Schülerin benötigte dringend einen neuen Rollstuhl, doch immer wieder lief etwas schief, so dass das Mädchen mehr als ein Jahr lang warten musste.

Yara Sido kam 2015 mit ihrer Familie aus Syrien nach Plettenberg. Sie spricht gut deutsch und ist ein sehr fröhliches Kind, das jedoch keine wirkliche Möglichkeit hatte, sich genau so gut wie ihre ältere Schwester und ihre Eltern hier in Deutschland zu integrieren. 

Schuld daran war nicht ihre körperliche Behinderung, die sich in einer Bewegungsstörung äußert – Schuld daran waren einzig und allein mehrere Kommunikationsprobleme von Krankenkasse und dem zuständigen Sanitäts-Unternehmen. Die Vorgeschichte: Yara Sido leidet von Geburt an unter einer Bewegungsstörung, die es ihr nicht ermöglicht, zu stehen oder zu laufen. Sie hat im ganzen Körper so gut wie keinen Halt, muss also durch einen passenden Rollstuhl gestützt werden. Außerdem kann sie einen Arm nicht richtig bewegen. 

Sie ist also ständig auf einen Rollstuhl angewiesen. Als sie in Deutschland ankam, wurde ihr ein Rollstuhl zur Verfügung gestellt, der absolut ungeeignet für das Mädchen war, denn: Sie saß lediglich auf einer sehr dünnen Unterlage, die auch viel zu breit für den schmalen Körper des Mädchens war.

Sie wurde nicht gestützt, kippte hin und her und kam auch mit ihren Füßen nicht auf die Fußstützen, um Halt zu gewinnen. Auch der Gurt ließ so viel Spielraum übrig, dass Yara immer nach vorn kippte. Die Räder des Gefährts waren ebenfalls nicht mit den Händen erreichbar, so dass es dem Mädchen nicht möglich war, sich selbstständig fortzubewegen. Unermüdlich setzte sich Kinderarzt Michael Achenbach aus Plettenberg für das Mädchen ein, denn er wusste von Anfang an: „Ohne einen passenden Rollstuhl, wird Yara sich niemals ganz in die Gesellschaft integrieren können. Wenn ihr so viele Steine in den Weg gelegt werden, ist es ihr nicht möglich, hier in ihrer neuen Heimat wirklich anzukommen!“, so der Mediziner damals. 

Das Warten hat endlich ein Ende 

Michael Achenbach stellte sämtliche Anträge – viele Monate tat sich gar nichts, danach wurden der Arzt und die Familie Sido immer wieder vertröstet. Anfang Juni sollte dann der passende Rollstuhl geliefert werden. 

Immerhin gab es einen Leihrollstuhl zu diesem Zeitpunkt, der aber immer noch nicht passte. In der vergangenen Woche dann endlich die erfreuliche Nachricht: Yara Sido hat endlich einen Stuhl, der ihrem Körper vollkommen gerecht wird und dafür sorgt, dass das Mädchen endlich richtig am Leben teilhaben kann. 

„Der Rollstuhl sieht schon gut aus, muss aber noch ein wenig angepasst werden, so dass sich Yara selbst damit fortbewegen kann. Vorerst sind wir jedoch sehr zufrieden!“, freut sich Michael Achenbach, dass der Stein endlich ins Rollen gekommen ist und Yara Sido wieder das machen kann, was sie am liebsten tut: Über das ganze Gesicht strahlen!

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