Sperren ist keine Lösung

Schwere Biker-Unfälle bei Plettenberg: „Nur repressive Maßnahmen helfen“

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Auf der Straße zum Lenscheid sind noch die Spuren des jüngsten, tödlich verlaufenen Motorradunfalls zu sehen. 

Rönkhausen - Der Lenscheid bei Rönkhausen in der Nachbarschaft von Plettenberg taucht seit Jahren zwischen Frühling und Herbst regelmäßig in Polizeiberichten auf. Mit oftmals tödlichen Bikerunfällen. Kann dies verhindert werden? Und wenn ja - wie?

Jüngster tödlicher Unfall: „...Ein 52-jähriger Motorradfahrer ist am Samstagnachmittag auf der L687 verunglückt .... Nach ersten Informationen war der Biker gestürzt und gegen einen entgegenkommenden Traktor gerutscht ... Der Mann erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen...“.

Michael Klein, Sprecher der Kreispolizeibehörde Olpe, widerspricht eindeutig der Frage, ob nach einem solchen Unfall die Statistik erneuert und zur Tagesordnung übergegangen wird: „Unfälle wie der vom vergangenen Wochenende sind tragisch. Hinter jedem dieser Unfälle steckt sehr viel Leid: für die Familie, für Freunde, für alle die mit dem Verunglückten in Kontakt stehen. Aber auch die Unfallzeugen, Ersthelfer, Polizisten, Sanitäter, Feuerwehr, werden diese schrecklichen Bilder noch lange beschäftigen. Deswegen können Einsatzkräfte nach solchen tragischen Unfällen auch nicht so ohne weiteres zur Tagesordnung übergehen.“

Unfallkommission und Polizei seien auch nicht untätig gewesen: „Die zuständigen Stellen, und damit auch die Polizei, haben in den vergangenen Jahren umfangreiche Maßnahmen getroffen, um auf dieser Strecke insbesondere für Motorradfahrer schwere Verkehrsunfälle zu verhindern: Überholverbot und Geschwindigkeitsbeschränkung 70 km/h; Leitplanken mit Unterfahrschutz; Rüttelstreifen; Richtungstafeln die den Kurvenverlauf verdeutlichen. Zudem finden gerade in der Sommerzeit regelmäßige Geschwindigkeitskontrollen auch an den Wochenenden an den relevanten Strecken im Kreisgebiet statt. Und viel mehr geht nach meiner Auffassung nicht.“

Appelle an Vernunft fruchten nicht

In der Bevölkerung kommt oft der Ruf nach genereller oder zumindest zeitweiser Sperrung der Straße auf. Aber auch dem erteilt Klein aus Sicht der Kreispolizei eine Absage: „Streckensperrungen, die auch von Anwohnern wegen der Lärmbelästigung gefordert werden, sind schwierig. Erfahrungen zeigen, dass Motorradvereinigungen hiergegen erfolgreich klagen (siehe Nordhelle).“

Und weiter: „In der Betrachtung der tödlichen Unfälle der vergangenen Jahre fällt auf, dass es sich in vielen Fällen um individuelle Fahrfehler handelte. Die zumeist auswärtigen Kradfahrer finden sich in der Altersgruppe über 40 Jahren.“

Aus den Worten des erfahrenen Polizeibeamten spricht Resignation: „Im Übrigen lassen sich gerade die ,Rennfahrer‘ aus dem Ruhrgebiet durch Appelle an die Vernunft nicht erreichen. Da helfen in der Regel nur repressive Maßnahmen.“ - Hartmut Poggel

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