Lässt die Stadt die Lennepromenade verkommen?

Die 68-jährige Plettenbergerin Elke Sträßer würde sich rund um die Waterkant eine bessere Unkrautbekämpfung wünschen.
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Die 68-jährige Plettenbergerin Elke Sträßer würde sich rund um die Waterkant eine bessere Unkrautbekämpfung wünschen.

Die Waterkant in Plettenberg ist ein echtes Aushängeschild für Plettenberg. Doch auch wenn die Lennepromenade, die für über eine Million Euro aus städtischen Mitteln und dem Regionale-Fördertopf umgesetzt wurde, auf den ersten Blick schön aussieht, so zeigt der zweite, etwas genauere Blick mitunter ein etwas anderes Bild. 

Plettenberg - „Die Stadt lässt das hier alles ein wenig verkommen, dabei hat es so viel Geld gekostet“, sagt die Plettenbergerin Elke Sträßer, die die Lennepromenade regelmäßig für Spaziergänge nutzt und die sich vor allem am Unkraut stört.

Fast überall zwischen den hellen, großformatigen Platten sprießen Flechten und Unkraut. Eine Abnutzung ist auch nicht unbedingt gegeben, denn coronabedingt gab und gibt es in diesem Jahr keinerlei Großveranstaltungen auf dem Platz zwischen St. Johann-Baptist und Gertrud-Bäumer-Berufskolleg.

Die Plettenbergerin, die selbst einen Garten hat und dort auch gegen Unkraut ankämpft, weiß, dass man beim Unkraut dranbleiben muss, was an der Lennepromenade aber offenbar wochenlang nicht geschehen sei. Zudem stünden dort Buchsbäume, von denen einige vertrocknet seien und noch dazu umrankt würden von Unmengen an Ackerschachtelhalmen. Und auch die mit Betonelementen eingefasst Beete böten Platz für Löwenzahn & Co..

Zwischen den Fugen wuchert das Unkraut an der seit Monaten für Großveranstaltungen gesperrten Waterkant.

Wir befragten dazu Bürgermeister Ulrich Schulte, der Stellung zu dem Thema bezog:

Herr Schulte, warum sieht es an der Waterkant so aus?

Bürgermeister Ulrich Schulte: Friedrich Schiller hat mal geschrieben: „Gegen die Dummheit kämpfen selbst die Götter vergebens.“ So geht es auch dem Baubetriebshof an der Lennepromenade. Jeden Morgen wird dort gereinigt. Eine Stunde später kommen die Schüler vom Bahnhof zum Schulzentrum dort durch und lassen häufig Kippen und Verpackungsreste fallen. Kein Gedanke an Nachhaltigkeit oder Fridays for Future. Im Laufe des Tages kommt dann weiterer Müll durch andere Nutzer hinzu, sodass es am Abend wieder dreckig ist.

Was sagen Sie zum Zustand der Grünanlagen?

Die Grünanlagen sind ein großes Problem. Die Pflanzstreifen zwischen den Parkplätzen werden konsequent als Abkürzung genutzt, sodass hier nur noch festgetretene Erde und kaum noch Grün zu finden ist. Schlimm ist auch das angesprochene Beet mit den Buchsbäumen. Eigentlich sollten dort die Pflanzen dicht an dicht bis zur Pflasterfläche wachsen.

Leider lassen viele Hundebesitzer ihre Hunde dort zwischen die Pflanzen pinkeln. Das führt dazu, dass die Pflanzen nicht zusammen wachsen und die erste Reihe sogar schon komplett eingegangen ist. Hundebesitzer, die darauf von Mitarbeitern des Baubetriebshofes angesprochen werden, äußern sich leider häufig aggressiv. Dabei wäre es so einfach, den Hund auf die andere Seite des Weges auf die Grasfläche zu führen.

Was soll dagegen getan werden?

Eigentlich sollte dieser Platz allen Nutzern gefallen und jede/r ist aufgerufen, seinen Teil dazu beizutragen, dass er gut aussieht. So lange es aber einigen egal ist, wie es hinter ihnen aussieht und welche Konsequenzen ihr Verhalten für das Stadtbild hat, gilt der Spruch von Schiller.

Was plant die Stadt Plettenberg als Konsequenz daraus zu tun?

Im Ergebnis wird der Baubetriebshof im nächsten Jahr einen Teil der Flächen in Rasenflächen umwandeln. Die sehen nicht so schön aus, sind aber robuster und einfacher zu pflegen.

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