Eine schöne Überraschung für Peter Paul Marienfeld

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Peter Paul Marienfeld wurde als Leiter der Vier-Täler-Schule verabschiedet.

Plettenberg - Seit über einem Jahrzehnt ist Peter Paul Marienfeld das Gesicht der Vier-Täler-Schule. Am kommenden Freitag geht der 65-Jährige in den Ruhestand. Eine große Abschiedsfeier? Die wollte Marienfeld nicht. Deshalb haben sich Schüler und Eltern etwas anderes ausgedacht, um ihrem Schulleiter auf Wiedersehen zu sagen.

Eigentlich hatte Peter Paul Marienfeld gestern einen ganz normalen Ausflug mit seinen Schülern zum SGV-Heim Elsetal geplant. Dass dort allerdings schon die Elternpflegschaftsvorsitzende Tina Stahlschmidt mit einem Geschenk und einer kleinen Rede auf ihn warten würde, damit hatte der Schulleiter wohl nicht gerechnet. „Sie haben oft mehr getan, als sie tun mussten“, erinnerte Tina Stahlschmidt an all die Kraft, die der Schulleiter seit seinem Amtsantritt im Jahr 2003 in die Schule gesteckt hat. „So einen Lehrer haben wir eigentlich nie erlebt. Das kann man nicht lernen, das muss man leben“, sagte Stahlschmidt, bevor sie Marienfeld das Abschiedsgeschenk übergab, für das die Schüler Geld gesammelt hatten: ein Ruhekissen. „Vielen Dank“ steht darauf in großen Buchstaben, daneben die Namen aller 45 Schüler, die aktuell noch die Plettenberger Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen besuchen. „Hinter jedem Namen steckt eine Geschichte“, sagte Marienfeld. Die aktuellen Zehntklässler zum Beispiel hätten liebevoll behauptet, er sei manchmal eine Plaudertasche. „Das stimmt, ich erzähle gerne“, schmunzelte Marienfeld gestern im Beisein seiner Schüler. Gleichzeitig war Marienfeld aber auch dafür bekannt, Ruhe zu bewahren, wenn es neue Herausforderungen zu bewältigen gab. Und davon gab es gerade in der jüngeren Vergangenheit einige. Die sinkenden Schülerzahlen am Standort Plettenberg sorgten zum Beispiel dafür, dass immer mehr Jahrgänge zu einer Klasse zusammengefasst werden mussten. Inzwischen hat die Vier-Täler-Schule nur noch drei Klassen: die Unterstufe für die Jahrgänge 1 bis 6, die Mittelstufe (7 und 8) und die Oberstufe (9 und 10). Eine Zeit mit reichlich Bewegung Die von der Rot-Grünen Landesregierung forcierte Inklusion brachte viel Unruhe. „Ja, Inklusion ist gut“, sagt Marienfeld, „aber das Angebot der Förderschulen muss erhalten bleiben.“ Die Vier-Täler-Schule wird die zurückgehenden Schülerzahlen bekanntlich nicht kompensieren können, sie wird zum Sommer 2018 schließen müssen. Daran konnte auch die Fusion mit der Lüdenscheider Friedensschule nichts ändern, zu deren Leiter Marienfeld im Jahr 2014 wurde. Auch der vorige Zusammenschluss der Plettenberger Schule mit der Werdohler Pestalozzischule im Jahr 2011 fiel in Marienfelds Zuständigkeitsbereich. „Da war reichlich Bewegung drin“, resümiert er deshalb seine Zeit in Plettenberg. Dass es ihn überhaupt ins Sauerland verschlagen sollte, dagegen wehrte sich Peter Paul Marienfeld damals mit Händen und Füßen. Dem Referendariat in Münster folgte die Versetzung zur Friedensschule nach Lüdenscheid. „Das Erste, was ich gemacht habe, war, einen Versetzungsantrag zu stellen“, lacht der heute 65-Jährige. Nach drei Monaten zog er ihn zurück, weil er sich im Sauerland wider seiner Erwartung doch wohl fühlte. Als Konrektor in Menden und als Leiter der Pestalozzischule in Hemer landete Marienfeld dann schließlich in Plettenberg. Wie er nun seine neue Freizeit im Ruhestand nutzen möchte? „Was ich mir vorstellen könnte, ist, Bürgerbus zu fahren, aber leider gibt es in Lüdenscheid ein solches Angebot nicht“, sagt Marienfeld, der es schon immer gemocht hat, am Steuer großer, schwergewichtiger Fahrzeuge zu sitzen. „Oder vielleicht als Fahrer bei der Tafel“, überlegt er. Das Sauerland zu verlassen, das hat der Lüdenscheider Peter Paul Marienfeld trotz der anfänglichen Skepsis übrigens nicht vor. „Jetzt will ich hier nicht wieder weg.“

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