„Sind in einer schwierigen Situation“

+
Besonders an den heimischen Grundschulen sei der Lehrermangel deutlich zu spüren, erklärten die Plettenberger Schulleiter.

Zahlreiche Lehrerstellen sind an den Plettenberger Schulen noch immer unbesetzt. Der landesweite Mangel sei in der Vier-Täler-Stadt besonders an den Grundschulen und der Zeppelinschule zu spüren, erklärten die Schulleiter im Rahmen der Sitzung des Schul- und Kulturausschusses.

„In allen Plettenberger Grundschulen befinden wir uns am Minimum, was die Zahl der Unterrichtsstunden angeht“, erklärte Nico Schröder, Leiter der Eschen-Grundschule. Besonders für die Kolleginnen, die aufgrund einer Schwangerschaft in Mutterschutz gehen würden, sei kaum Ersatz zu finden. „Und die Martin-Luther-Schule hat noch immer keinen neuen Leiter“, ergänzte Schröder.

Die Stelle des Rektors ist nach dem Abschied von Jochen Weber in diesem Sommer auch an der Geschwister-Scholl-Realschule noch unbesetzt. Vergeblich hat die Bezirksregierung Arnsberg den Posten im Frühjahr ausgeschrieben. „Es sind leider keine passenden Bewerbungen eingetroffen“, berichtet Christoph Söbbeler, Sprecher der Bezirksregierung. Nun sollen konkret Personen im Umkreis angesprochen werden, die die Voraussetzungen erfüllen und zur Verfügung stehen, weil zum Beispiel ihre alte Schule in eine Sekundarschule umgewandelt worden ist. Bringt auch das keinen Erfolg, wird die Stelle erneut ausgeschrieben.

Aber die Zeit drängt. „Wenn Erich Dunkel bald in den Ruhestand geht, dann fehlt uns zusätzlich ein erster Konrektor“, sagte Andreas Fahnenschmidt, zweiter Konrektor der Realschule. Das Problem: Niemand aus dem übrigen Kollegium würde die Qualifikation besitzen, um eine Schule zu leiten. Fahnenschmidt: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich jemand auf eine Konrektor-Stelle an einer Schule bewirbt, die keinen Rektor besitzt.“

„Wir in Plettenberg sind in einer schwierigen Situation“, sagte Dr. Eberhard Stroben, stellvertretender Schulleiter der Zeppelinschule. Die Zeiten seien „überhaupt nicht rosig“, um offene Lehrerstellen zu besetzen. „Einen deutlichen Mangel an Bewerbern erkennen wir vor allem für naturwissenschaftliche Fächer wie Mathematik oder Physik“, sagte Dr. Stroben. Allgemein würden Referendare eine Anstellung in den Großstädten bevorzugen.

Andreas Fahnenschmidt von der Realschule schränkte jedoch ein: „Auch in den Ballungsgebieten herrscht ein großer Lehrermangel. Der Markt ist leer.“ Es gebe zu wenige junge Studierende, die sich für ein Lehramtsstudium entscheiden würden.

Elisabeth Minner, Leiterin des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, vermutet, dass dies vor allem am schlechten Image des Lehrerberufes liegen könnte. „Das Unterrichten macht sehr viel Spaß. Doch oft fehlt die gesellschaftliche Wertschätzung“, sagte Minner. Hinzu komme, dass der Lehrerberuf „unglaublich weiblich“ geworden sei – was im Falle von Schwangerschaften eben auch zu einem erhöhten Mangel an Unterrichtenden führe. „Und man darf nicht vergessen, dass auch für uns Lehrer der Verwaltungsaufwand in den vergangenen Jahren förmlich explodiert ist“, erklärte Minner.

Die Leiterin des Gymnasiums konnte als einzige der anwesenden Schulleiter von einer guten „Ausstattung“ mit Lehrern berichten. „Wir haben uns in den letzten Jahren sehr verjüngt“, sagte Minner. Zwei Stellen in naturwissenschaftlichen Fächern sollten bald besetzt sein. „Es ist wesentlich schwieriger, jemanden für Sport oder Kunst zu finden“, sagte Minner.

Der Vorschlag Birgit Langhammers (CDU), die Verwaltungsstellen in den Schulen nicht mit Pädagogen, sondern mit Experten aus Wirtschaft oder Verwaltung zu besetzen, stieß kaum auf Gegenliebe. Dr. Peter Schmidtsiefer (SPD), selbst Lehrer am Gymnasium, erklärte: „In Schulen ist die Verwaltung auch eine pädagogische Aufgabe. Da muss ein Pädagoge sitzen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare